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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 20.10.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 20.10.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Herbstrally entfaltet sich weltweit.

Getragen von der Bereitschaft der amerikanischen Notenbank, zusätzliche Stützungsprogramme zu fahren, gewinnt die Rally an Fahrt. Der Kurs, den die amerikanische Notenbank fährt, ist mutig, aber sinnvoll. Denn: Die Fed will Deflation um jeden Preis vermeiden.

Seit letzter Woche zielt sie sogar offiziell auf eine Größe in der Inflationsrate, die zwischen 1,5 und 2 % liegt. Um dies zu erreichen, ist sie bereit, massiv im Anleihenmarkt zu intervenieren und soviel Liquidität zu schaffen, bis die Inflationsrate steigt. Noch nie hat eine Notenbank, schon gar nicht die amerikanische, einen solchen Kurs verfolgt. Dabei spielt sie auch mit der Erwartung des Marktes. Er nimmt bereits jetzt steigende Inflation mittelfristig vorweg, wie Sie an der Grafik erkennen. Das Stimulanzpaket der Fed hat natürlich Nebeneffekte. Das sind einerseits der sinkende Außenwert des Dollars und andererseits steigende Kurse an den Kapitalmärkten. Beide Nebeneffekte nimmt sie in Kauf und begrüßt sie sogar, solange daraus keine unkontrollierte Tendenz wird. In der Sache ergänzen diese Nebeneffekte das eigentliche Ziel. Offen ist, ab welchem Punkt die neugeschaffene Liquidität die Konjunktur in Gang bringt. Solange die Kreditnachfrage seitens des privaten Sektors nicht steigt, bleibt der positive Effekt aus. Die Fed setzt aber darauf, dass Banken, die so stark kapitalmäßig ausgestattet werden, per Saldo ihre Kreditvergabe deutlich lockern. In dem Moment entsteht auch der gewünschte positive Effekt für die Konjunkturdynamik und auch für den Arbeitsmarkt. Der Vergleich mit den Japanern in den 90er Jahren ist völlig falsch. Die Nullzinspolitik der Japaner war zu kurz, weckte im Markt falsche Erwartungen und wurde durch Gegenmaßnahmen immer wieder unterbrochen. Das werden die Amerikaner nicht tun. Sie haben klar formuliert, an dieser Strategie festzuhalten, bis eine nachhaltige Steigerung der Inflationsrate in den angestrebten Korridor erreicht wird. Alle anderen müssen sich nach der Fed richten. Sie handelt nur im Interesse der eigenen Konjunktur und sowohl die Europäer wie auch die Asiaten müssen sehen, wie sie mit den Nebeneffekten umgehen. Das ist in gewisser Hinsicht rücksichtslos, aber derzeit nicht zu ändern. Mittelfristig werden alle von einer stärkeren US-Konjunktur wieder profitieren. Fazit: Natürlich sind Risiken mit dieser Strategie verbunden. Die Gefahr, dass die Notenbank über das Ziel hinausschießt, wenn sie nicht rechtzeitig die Stimulanz wieder entzieht, ist gegeben. Dessen ist man sich bewusst. Für die Märkte ist das aber im Moment sekundär, denn sie haben nun die idealen Rahmenbedingungen, um sich nach oben zu entwickeln. Das gilt sowohl für Aktien- und Anleihenmärkte, aber auch für Spezialitäten wie Rohstoffe oder Edelmetalle.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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