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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 02.04.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 02.04.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Die erneuerbare Energie erreicht nun den Stellenwert, von dem viele geträumt haben

Zwar liegen auch hier noch keine Fakten auf dem Tisch und der Ausbau wird länger dauern als gedacht, doch die Weichen sind gestellt. Die Reaktion aller Solar- und Windkraftaktien am Montag auf die Wahlergebnisse sind keine Eintagsfliege. Unsere bereits begonnene „Solarspekulation“ nebst Windkraft geht damit in eine entscheidende erste Testphase.

 

Unterscheiden Sie zunächst zwischen kurzfristiger Euphorie und langfristiger Perspektive. Als sicher gilt, dass die Rot-Grün-Front in den Ländern einige gesetzliche Möglichkeiten in der Hand hat, gesonderte Regeln und Fördermaßnahmen zu veranlassen, um ein Anti-AtomEnergieprogramm schnellstmöglich umzusetzen. Ob dies rechtlich Bestand haben wird, ist umstritten, aber politisch wohl durchsetzbar. Daraus folgen unterschiedliche Ansätze für den Ausbau der Solarenergie, sowohl bei den privaten Nutzern, als auch im gewerblichen Rahmen. Jedenfalls:

Unsere bisherige Regel bleibt bestehen: Euphorie-Tage sind keine Kauf-Tage, Ernüchterungs-Tage sind Kauf-Tage. Bei einer hohen Volatilität macht das sehr viel aus. Dagegensteht: Wo liegen die Gesamtpotenziale über einen Zeitraum von vielleicht zwei Jahren? Das hängt von der politischen Begleitmusik ab.

Das Thema Solarund Windkraft wird sich bis zu den Bundestagswahlen im Herbst 2013 hochschaukeln. Und zwar sowohl auf der definitiven Grundlage möglicher Länderbeschlüsse wie auf der politischen Ebene verschiedener Aktionen im außerparlamentarischen Rahmen, um die Bundesregierung unter Druck zu setzen. Die aufgeheizte Atmosphäre lässt alle Varianten offen. Dazu gehören auch die Beträge, die für die Stilllegung von AKW als öffentlicher Aufwand zu bezeichnen sind. Allein das endgültige Ausscheiden der 7 alten AKWs, die zur Diskussion stehen und im Rahmen des Moratoriums zu überprüfen sind, werden Stilllegungskosten von über 25 Mrd € ausmachen. Dazu zählen nicht die direkten Stilllegungskosten, die von den AKW-Betreibern zu tragen sind. Eine Aufstockung bleibt offen. Wer trägt diese Kosten, wie werden sie finanziert und wie wird die öffentliche Meinung dazu stehen? Eine vorzeitige Abschaltung bedingt jedenfalls in allen Fällen eine Art Stilllegungsprämie, die allein aus Steuergeldern zur Verfügung zu stellen ist. Es ist der Preis für den Ausstieg. Ergebnis:

Wo könnte die Umsatzbewertung für Solartechnik liegen? (Vorbehaltlich der unmittelbaren Gewinnschätzungen, die sich erst im Laufe des Jahres konkretisieren wird.) Quartalszahlen sagen gar nichts. Der durchgerechnete annualisierte Gewinn wird für uns der Maßstab werden.

Alle internationalen Solartitel von Bedeutung finden Sie in der nebenstehenden Tabelle zusammengefasst. Dazu die Produkte, die in den nächsten Monaten eine wichtige Rolle spielen werden. Sodann das KGV, wohinter wir allerdings ein Fragezeichen machen, weil es einer größeren Schwankungsbreite unterliegt. Auf die Produkte und deren Bewertung wird im Laufe des Jahres noch vielfach einzugehen sein.

Solarzellen sind etwas anderes als Dünnschichtmodelle oder Silizium-Produkte, und haben mit Zulieferungen/Ausrüstungen nicht sehr viel gemeinsam. Mithin: Solar ist nicht Solar, und deshalb ist die breite Streuung eines Solarportfolios fast zwingend.

Die Berichte der Solarunternehmen für das Jahr 2010 liegen weitgehend vor. Die Umsatzprognosen werden aber von den Verwaltungen sehr unterschiedlich eingeschätzt, worin sich die Vielfalt der Produkte zeigt. Generallinie: Solar wird ein wichtiges Börsenthema, aber mit Augenmaß und wahrscheinlich permanenter Kontrolle der Markttechnik jeder einzelnen Aktie. 

NORDEX ist die einzige Windkraftaktie im TecDAX. Es ist vorerst eine sehr spekulative Aktie, weil Auftragsund Umsatzentwicklung nicht hinreichend genau zu bewerten sind. 600 Mio € Börsenwert sind für einen Zielumsatz von 1,1 Mrd € nicht anspruchsvoll. Schon die Gewinnschätzung ist jedoch so unklar, dass sie sich nur grob schätzen lässt. Einer der Gründe: Die Kostenseite ist stark davon abhängig, wie sich der Auftragsbestand entwickelt und die Durchlaufzeit der Projekte reduzieren lässt. Der technische Standard von NORDEX gibt dafür Raum. Wir meinen: Großaktionärin Frau Klatten war nicht so schlecht beraten, als sie vor zwei Jahren eine 22 %-Beteiligung erwarb. Dem sind wir gefolgt und folgen ihr weiter (bei SGL CARBON war sie ähnlich beraten). Ergebnis: Auch REPOWER und PNE WIND sind eine Wette wert. REPOWER hat einen indischen Großaktionär im Rücken, aber nur einen sehr engen Markt. PNE WIND hat Privataktionäre (Gründer) hinter sich und war bisher eher windiger, als es im Wind stand. Aber beide sind technologisch konkurrenzfähig. Wir gliedern sie aus diesem Grund in unsere Favoritenliste ein, plädieren für eine Anfangsposition mit Erweiterungschance. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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