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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 09.03.2009

Die deutsche Automobilbranche: „Made in Germany“ als Krisenprofiteur

Die deutsche Automobilbranche: „Made in Germany“ als Krisenprofiteur

Die Weltwirtschaft in der Krise, die leidgeprüfte Automobilindustrie am Abgrund: Dem Automobilsektor droht global die Zeitenwende. Als Anleger tat man nicht nur in den letzten Jahren gut daran, dieser Branche als Ganzes so fern wie möglich zu bleiben.

Wer jedoch die Ausgangslage genau analysiert, wird feststellen: Die deutschen Marken werden die Krisengewinner sein. Bis es aber soweit ist, wird der Weg dorthin äußerst anspruchsvoll.

Desaster im Anmarsch

Die Ausgangslage zeichnet sich derzeit sehr deutlich ab: Weltweit brechen die Absatzzahlen ein – und das ist nicht mehr eine konjunkturelle Delle, wie sie die Industrie in vergangenen Jahrzehnten schon x-fach durchgemacht hat. Dieses Mal ist es komplett anders. Der Sektor steht vor der wohl tiefgreifendsten Zeitenwende seiner Geschichte: Der 100 Jahre währenden Dominanz des klassischen Verbrennungsmotors droht die Ablösung. Natürlich nicht heute oder morgen und schon gar nicht im Bestand, aber à la long geht an hybriden Technologien – zunächst als Übergangslösung – und auch reinen „E-Autos“ kaum ein Weg vorbei.

Deutschland vorn

Eine neue Studie der Deutschen Bank Research postuliert erstmals in der Geschichte des Automobils eine realistische Chance auf eine „Zeitenwende“, und zwar dahingehend, dass in absehbarer Zeit nicht mehr ausschließlich auf den Verbrennungsmotor als alleinige Lösung gesetzt wird. Das mag vielleicht nicht gerade aufregend neu erscheinen – aber erstmals scheint es auch wirklich realistisch und nicht bloß ein Werbeslogan für den nächsten Genfer Autosalon. Darüber hinaus erwartet die Mehrheit der Experten, dass der derzeitige Rückgang beim Ölpreis nicht mehr als ein kurzzeitiges Intermezzo gewesen sein dürfte. Dem stimmen wir zu. In neuerer Zeit kommt noch die Instrumentalisierung der Autoindustrie zum Zwecke eines besseren Klimaschutzes hinzu. So bemüht sich Deutschland intensiv, seine ohnehin schon führende Technologie in punkto Emissionsminderung noch weiter zu verbessern. Deutsche Autohersteller bauen effiziente Fahrzeuge: Die CO2-Emissionen pro PKW je 100.000 Einwohner liegen bei uns bei ca. 170 g/km, gegenüber 180 bei Japanern und sogar über 200 bei Franzosen. Zum Thema Emissionsreduzierung haben sich verschiedene Ansätze ins Spiel gebracht. Die Verwendung von Biokraftstoffen in großem Maßstab hat sich erledigt, seitdem man endlich den Nutzungskonflikt zwischen Energie- und Nahrungsmittelpflanzen bemerkt hat. Dagegen gewinnen Gasantriebe an Bedeutung, können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass auch Gasfahrzeuge letztlich fossile Brennstoffe verwenden.

Zukunftsmusik

Bleiben also die Ansätze über Teil- oder Vollhybrid-Fahrzeuge sowie solche Fahrzeuge, bei denen Wasserstoff entweder aus fossilen oder erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. Die erstgenannten sind derzeit verfügbar, und es sind hier die japanischen Marken Toyota und Honda, die technologisch einen Vorsprung hatten und noch haben. Pkw mit Einsatz von Wasserstoff zu betreiben, ist heute (leider) noch technologische Zukunftsmusik, obwohl es einige prototypische Ansätze gibt. Bis sich diese in Marktreife befinden und vor allem die Herstellung von Wasserstoff in industriellem Ausmaß technologisch umgesetzt ist, vergehen noch mindestens zehn Jahre.

Über den Tellerrand hinaus

Betrachtet man die aktuelle Weltwirtschaftskrise und die neueste Nachrichtenlage – Saab insolvent, Opel nicht weit davon entfernt, die US-Automobilindustrie aus dem Spiel, die Franzosen zu pomadig –, so kommt man nicht umhin festzustellen, dass die deutschen Marken (Audi, BMW, Daimler, Porsche und VW) langfristig zu den Krisengewinnern gehören müssen. Sie tun es schon jetzt, aber es gibt einige Feinheiten zu beachten. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen. VW profitiert als Massenproduzent von der Tendenz zum kleineren, da sparsameren Fahrzeug, wie es seit neuestem mehr und mehr nachgefragt wird (relativ betrachtet, bereinigt um die derzeitigen Absatzrückgänge im Zuge der Krise). Die Premiumhersteller Audi und Porsche dagegen bedienen eine Klientel, die es mit dem einzelnen Euro nicht ganz so genau nehmen muss. Gerade die neuen Modelle Audi R8 und Porsche Panamera sorgen zwar nicht für hohe Absatzzahlen, aber für Renommee. Das ist es, worauf es in dieser Kategorie ankommt. Daimler und BMW schließlich verfügen über die notwendigen Forschungsetats, um bei den nächsten Generationen von Hybrid- oder gar Wasserstoffantrieben ihren noch vorhandenen technischen Rückstand aufzuholen. Möglich auch, dass in einigen Jahren von jetzt an nur noch zwei oder höchstens drei Blöcke übrig geblieben sein werden, mit allen Vorteilen von Skaleneffekten: Porsche/VW/Audi und BMW-Daimler (oder letztere separat).

Fazit

Auf die Bewertung mittels Kurs-Gewinn-Verhältnissen muss man in diesem Jahr aus nahe liegenden Gründen verzichten. Was wir an dieser Stelle beurteilen wollen, sind die langfristigen Perspektiven, also für die Zeit nach der Krise. Unter diesem Gesichtspunkt gefällt uns die Aktie von Audi – Achtung: weniger als 1 % Streubesitz, der Rest gehört VW – am besten sowie darüber hinaus die von Volkswagen (richtige Modelle und Marken zur rechten Zeit). Eine Story für sich ist und bleibt Porsche, wo allein die unzureichende Einpreisung der VW-Beteiligung für immense Kursphantasie sorgt.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 595 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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