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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 13.01.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.01.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Die Biotechnologie-Branche kommt zurück

Das ist keinesfalls selbstverständlich, denn durch die zurückliegende Krise herrschte bei vielen Aktien aus diesem Bereich Land unter. Dabei spielten die eigentlichen wirtschaftlichen Sorgen nur eine untergeordnete Rolle. Denn als Hersteller von Medikamenten oder Diagnosemethoden sind die Biotech-Werte zu einem Großteil unabhängig von der Konjunktur.

Allerdings haben die Biotechnologie-Titel alle eines gemeinsam: Aufgrund der hohen Forschungsaufwendungen besteht ein enormer Kapitalbedarf. Und Geld war zwischenzeitlich aufgrund der hohen Risiken der Branche nicht leicht aufzutreiben.

Die Vorzeichen haben sich gewandelt. Inzwischen ist die Sorge um vermehrte Ausfallrisiken aufgrund mangelnder Liquidität in den Hintergrund gerückt. Die Investoren sind wieder auf der Suche nach Wachstumsbringern. Biotech-Werte sind daher erneut in den Fokus der Börsen getreten, wobei die Kursgewinne der letzten Monate vor allem auf die prominenten Titel beschränkt waren.

Die Biotech-Unternehmen aus der zweiten Reihe sind bislang vernachlässigt worden. Das wird sich über kurz oder lang ändern, denn auch in diesem Bereich stehen beeindruckende Wachstumsaussichten zur Debatte. Die Kurse dieser Unternehmen haben Nachholbedarf! Im Detail:

MYRIAD GENETICS (WKN: 897 518; 25 Dollar) entwickelt und vermarktet molekulare Diagnoseprodukte. Dabei geht es vor allem um eine frühe Identifizierung von seltenen, schweren Krankheiten, die in fortgeschrittenem Stadium nur schwer heilbar sind oder erhebliche Folgeschäden hinterlassen. Darüber hinaus entwickelt MYRIAD auch eigene Medikamente. So befindet sich derzeit beispielsweise ein HIV-Präparat in der Studienphase, welches bereits sehr gute Ergebnisse geliefert hat.

MYRIAD liegt gut im Rennen.
Das Unternehmen hat in den letzten fünf Geschäftsjahren regelmäßig ein hohes zweistelliges Umsatzwachstum generieren können. Die Gewinnentwicklung war dementsprechend ebenfalls beeindruckend. Dennoch blieb MYRIAD natürlich nicht von der Rezession verschont. Das Geschäft ist zwar nicht zusammengebrochen, aber durchaus in Mitleidenschaft gezogen worden. Denn die Krankenhäuser haben mithin entschieden, ihre Investitionen und Ausgaben einzuschränken und ihre Ärzte angehalten, preiswertere Diagnosemethoden zu benutzen. Eine Erholung aus Sicht von MYRIAD ist aber bereits in greifbarer Nähe.

Das nächste Geschäftsjahr, welches im Juli beginnt, wird wieder ein klares Gewinnwachstum von 14 % mit sich bringen. Und dieser Kennzahl liegen äußerst konservative Schätzungen zugrunde. MYRIAD ist faktisch nicht verschuldet, was ein weiterer Pluspunkt ist. Wir sehen in dem Unternehmen daher eine vielversprechende Spekulation und raten zum Einstieg. Zusätzlich können Sie bei 24,00 Dollar ein Schnäppchenkauflimit einstellen, um die Position zu verbilligen, falls der derzeit laufende Rücksetzer tatsächlich so weit reichen sollte. Abgesichert wird über einen Stop Loss-Kurs bei 22,95 Dollar.

ILLUMINA (WKN: 927 079; 34 Dollar) stellt Geräte zur Forschung und Genanalyse her. Dabei geht es vor allem darum, daß Medikamentenhersteller, die auf Biotechnologie setzen, die richtigen Werkzeuge zur Analyse ihrer hergestellten Moleküle in die Hand bekommen. Aber auch akademische Einrichtungen und öffentliche Forschungslabore gehören zum Kundenkreis von ILLUMINA. Durch den Investitionsstop der letzten 18 Monate, der in nahezu allen Branchen zu beobachten war, hat sich natürlich auch für ILLUMINA ein Stolperstein ergeben. Das Umsatzwachstum ist beträchtlich zurückgegangen und hat im zurückliegenden Jahr mit voraussichtlich 14 % seinen Tiefpunkt gehabt. Aber schon im laufenden Geschäftsjahr wird es wieder aufwärts gehen. Derzeit wird ein Plus in Höhe von 24 % beim Umsatz angenommen.

Der Gewinn wird sich dann voraussichtlich um rund 36 % steigern. Allerdings sind diese Prognosen vor dem Hintergrund der Finanzkrise zu sehen und können von ILLUMINA mit hoher Wahrscheinlichkeit geschlagen werden. Denn eins ist klar: Die Genforschung und die Forschung im Biotech-Bereich wird nicht abnehmen, sondern zulegen. Und damit auch die Nachfrage nach Geräten von ILLUMINA. Wir raten spekulativ zum Einstieg und sichern bei 29,00 Dollar per Stop Loss-Kurs ab.

ONYX PHARMACEUTICALS (WKN: 900 778; 30 Dollar) entwickelt vor allem Präparate zur Bekämpfung von Krebs. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf das Identifizieren von mutierten Genen und die Funktionen, welche diese auslösen. Das soll dazu führen, daß die Auswirkungen der Mutation rückgängig gemacht und die Krebszellen vernichtet werden können. Mithin ist auch ein Unterbinden der Entstehung spezifischer Krebsarten denkbar, wenn eine entsprechende Indikation gegeben ist.

ONYX hat 2008 erstmals die Gewinnschwelle überschritten. Im zurückliegenden Jahr wurde nach den bestehenden Prognosen der Gewinn deutlich ausgebaut. Und für 2010 steht sogar ein Wachstum von 20 % an, wenn man den Prognosen der Analysten folgt. Sobald ONYX ein Durchbruch bei einem seiner Präparate, die sich in der Entwicklungsphase befinden, gelingt, wird ein kräftiger Kurssprung die Folge sein. Aber auch jetzt schon steigert sich langsam der Optimismus. Die vergangenen Monate waren vor dem Hintergrund der Finanzkrise für den Kurs von einer hohen Volatilität begleitet. Inzwischen beruhigt sich die Lage zusehends. Wir raten zu einem spekulativen Kauf und sichern bei 27,00 Dollar ab.

GENZYME (WKN: 871 137; 53 Dollar) ist zwar kein Biotech-Unternehmen aus der zweiten Reihe. Durch die Kontamination eines Werks und einen Rückschlag bei der Zulassung eines Präparats hat die Wall Street aber das Unternehmen aus dem Fokus verloren. Nachdem lange Zeit Uneinigkeit über das weitere Vorgehen herrschte, hat man nun den Großinvestor RELATIONAL INVESTORS auf die Seite des Managements ziehen können. Damit ist für GENZYME ein erster Schritt auf dem Weg aus der hauseigenen Krise gemacht. Wer auf die Comeback-Story setzen will, steigt jetzt spekulativ ein. Ein Stop Loss- Kurs sollte bei 47,00 Dollar plaziert werden.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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