Die Aktienmärkte treten auf der Stelle

Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 29.06.2011
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

Aktionärsbrief

Per saldo hat sich seit Mitte Mai nicht viel verändert: Der DAX pendelt grob innerhalb einer Spanne von 7.100 bis 7.300 Punkten, ohne dass er sich in dieser Zeit signifikant aus dieser Seitwärts-Range hätte herausbewegen können.


 

Die übergeordnete Tendenz wird weiterhin davon bestimmt, wie es in Griechenland weitergeht. Weiterhin herrscht Unsicherheit, ob das griechische Parlament in dieser Woche dem milliardenschweren Sparpaket zustimmt. Bevor hier keine Klarheit herrscht, werden sich die Anleger nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Die Unsicherheit manifestiert sich auch durch rekordhohe Kreditausfall-Swaps für griechische Staatsanleihen. Der Spread ist zum Wochenbeginn auf einen neuen Rekordwert von 2.120 Basispunkten gestiegen.

Auch wann das an den Aktienindizes auf den ersten Blick nicht abzulesen scheint, hat sich die Situation aber zuletzt doch etwas gespannt. Was den DAX angeht, muss schon als Erfolg gewertet werden, dass er nicht signifikant unter die Marke von 7.000 Punkten gefallen ist. Mittlerweile scheint sich der Bereich um 7.100 Punkte als Boden etabliert zu haben. Zudem gab es innerhalb der letzten vier Wochen auch mehrere Erholungsversuche.

Angesichts der vielen negativen Meldungen in den vergangenen Wochen ist dem Aktienmarkt hoch anzurechnen, dass er nicht weiter nach unten durchgerutscht ist. Bleiben nun weitere negative Meldungen aus und kommen sogar einige positive hinzu, könnte der DAX auch ganz schnell wieder Niveaus oberhalb der 7.300-Punkte-Marke erklimmen. Einen Impuls hierzu könnte die Quartalsberichterstattungssaison setzen, die am 11. Juli in den USA eingeläutet wird. Immerhin läuft es bei den Unternehmen auch weiterhin deutlich besser als es so mancher Konjunkturindikator der letzten Wochen vermuten ließ.

Einen Entlastungseffekt bringt auch der Eingriff der Internationalen Energieagentur IEA und die daraus resultierende Deckelung des Ölpreises. In den vergangenen Wochen und Monaten hatte ja der stetig steigende Ölpreis seinen Teil zu der skeptischen Stimmung beigetragen.

Ohnehin sind am Rohstoffmarkt derzeit die meisten Tendenzpfeile abwärtsgerichtet.

Bei Agrarrohstoffen, Metallen und Energieträgern ging es zum Beginn der Woche gleichermaßen abwärts. Zu diesem jüngsten Abwärtsschub hat beigetragen, dass das Baseler Komitee für Bankenregulierung am Wochenende die Eigenkapitalunterlegung für Geschäftsbanken verschärft hat. Das lässt erwarten, dass viele Banken, die derzeit intensiv an den Rohstoffmärkten spekulieren, ihre Positionen zurückfahren werden. Ohnehin ziehen sich derzeit viele Anleger aus Rohstoffspekulationen zurück, da sie nicht mehr an eine Fortsetzung des dynamischen Hausse-Trends der vergangenen Monate glauben. Die skeptischen Konjunkturerwartungen tun ihr übriges. Aber gerade darin liegt auch die Chance für die Aktienmärkte: Sinkende Rohstoffnotierungen, das Ausbleiben neuer negativer Nachrichten und positive Impulse von der kommenden Quartalsberichterstattungssaison könnten den Aktienindizes zu einem nachhaltigen Dreh nach oben verhelfen. 

 

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