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Veröffentlicht von CURT L. SCHMITT Informationsdienste am 05.04.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 05.04.2012:

Börsenbrief Frankfurter Börsenbrief
Frankfurter Börsenbrief

CURT L. SCHMITT Informationsdienste - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1954

Die 2007er Hochs sind die Orientierungsgröße für die mittlere Kurs-Tendenz deutscher Aktien

Damit wäre die deutsche Börse zurückgekehrt auf den Stand vor der Eskalation der Subprime-Krise inkl. Lehman Brothers als Spätfolge und der europäischen Banken-/ Schuldenkrise als erweitertem Krisenrahmen.

 

Ob die Top-Marken erreicht werden, ist keine Sache von Sentimentalitäten, sondern davon, wie die Unternehmen heute dastehen und was sich künftig aus dem jetzt vorliegenden Sachrahmen einerseits bei Unternehmen (mit gigantischen Cash-Polstern) und andererseits bei Staaten daraus machen lässt. Dabei gilt:

Je länger und intensiver die empfundene Krise, umso größer der Veränderungsdruck. So gesehen sind die immer wieder aufkeimenden Sorgen über die Stabilität in der Eurozone ein letztlich sogar konstruktiver Rahmen, der natürlich nicht sofort Früchte bringt, aber politisch unliebsame, gleichwohl notwendige Weichenstellungen deutlich vereinfacht. Im Falle Deutschlands hat die Restrukturierung grob 10 Jahre gedauert. Die heutige Stärke unserer Wirtschaft ist eine Spätfolge des Samens, der seinerzeit gestreut worden ist. Natürlich ist dies keine Instant-Lösung, sondern ein Weg der tausend Schritte. Dieser fundamentale Rahmen definiert den grundsätzlichen Trend, die übermäßige Liquidität an den Märkten ist der Hebel darauf. Die sukzessiv an Attraktivität verlierenden Anleihen-Märkte als KapitalKonkurrenten zur Asset-Klasse Aktie sind der Hebel auf den Hebel. Daraus lässt sich vorab schon formulieren: Die Hochs von 2007 sind bestenfalls ein Zwischenziel im großen Betrachtungsrahmen.

Inkl. der üblichen Schwankungen sind die deutschen Indizes auf einem guten Weg. Dem DAX fehlen bis zu der Top-Latte noch ca. 18,2 %. Dies wäre dann fast auf den Punkt auch das Allzeithoch und damit der vierte Test dieses Bereichs in den vergangenen etwa 12 Jahren. Mit jedem Test wird der Ausbruch wahrscheinlicher. Angst ist dabei eine gute Kletterwand und die übervorsichtigen Bankenprognosen sind eine gute Bestätigung als Kontrasignal: 21 befragte Institute (Umfrage ZEW) erwarten den DAX per 29.06.2012 im Schnitt bei gerade mal 7.033 Punkten. Zur zweiten und dritten Liga:

Der MDAX ist deutlich weiter und liegt schon auf

Sichtweite mit einem Abstand von gerade mal etwa 7,5 %. Mit deutlich größerem Abstand (ca. 34,5 %) hinkt der TecDAX deutlich hinterher. Hierin enthalten ist das strukturelle Problem einer früher zu hohen Gewichtung des Solar-Sektors als der aktuellen Top-Problembranche auf dem deutschen Kurszettel. Insofern ergibt sich erzwungenermaßen eine Neuadjustierung dieses Index‘ und somit eine nur eingeschränkte Aussagekraft der Kursentwicklung. In einzelnen Aktien ist indes wesentlich mehr Musik als der Index andeutet. Der SDAX liegt noch ca. 29,2 % unter der Wasserstandsmarke. Gerade im Spezialitätenbereich bieten sich derzeit hochspannende Chancen (s. Seiten 3, 5 6).

Bewertungstechnisch ist Augenmaß gefragt. Der DAX fährt derzeit mit einer Gewinnbewertung von etwa 10,9 für das laufende bzw. etwa 9,7 für das kommende Jahr. Das ist nach wie vor günstig mit grob 15 bis 16 als perspektivische Orientierungsgröße für das KGV. Der MDAX ist im Index zwar ebenfalls noch günstig (KGV für 2012 etwa 12,4), allerdings liegen hier nur etwa ein Fünftel der Aktien im einstelligen KGV-Bereich. Man muss entsprechend auch nicht mehr jedem Kurs hinterherlaufen. Für den TecDAX ist eine KGV-Betrachtung wenig sinnvoll, weil das Bild der Einzelwerte einfach zu heterogen ist, ähnlich wie im Spezialitätenbereich. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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