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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 14.07.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 14.07.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Der technische Verlauf dieser Woche brachte als wichtigste Erkenntnis

Der Boden des Konsolidierungskorridors des DAX hat bei rd. 7.000 wieder einmal gehalten. Die Sommerkonsolidierung endet aber erst dann, wenn die Berichtssaison gelaufen ist und das neu aufgetauchte Italien-Phänomen einigermaßen überschaubar wird. Das Erste ist eine Frage der Fakten/Zahlen, das Zweite ein politischer Kompromiss mit neuen Zahlen, Kombinationen bis zu apokalyptischen Prognosen. Wir lassen uns davon nicht beeindrucken, aber die Marktnervosität ist nicht zu ignorieren. Sämtliche Stopp-Kurse bleiben deshalb ausgesetzt.

 

Solange der DAX die bisherige Bandbreite zwischen 7.600 nach oben und 7.000 nach unten nicht ernsthaft verletzt, brennt nichts an. Das kostet zwar Nerven, ändert jedoch nichts an der bisherigen Einschätzung. Die technische Beurteilung im DAX und im MDAX zeigt per Redaktionsschluss folgenden Sachverhalt: Im DAX bauen sich zurzeit 12 Aktien als kommende Favoriten auf. Vier weitere stehen in Reserve. Dazu kommen die zwei Dauerläufer (FRESENIUS und FRESENIUS MEDICAL CARE) und eine Aktie steht in einer Sonderstellung, die COMMERZBANK. Die restlichen 11 stehen ohne erkennbares Anzeichen einer Rally-Chance im luftleeren Raum. In den ersten 12 stecken die stärksten Sektoren, nämlich Autos, Chemie/Pharma, aber auch Großindustrie (SIEMENS, LINDE) und ADIDAS als einziger Konsumtitel. Die Einschätzung im MDAX entnehmen Sie der Seite 5.

Folgende Aktien bleiben vorerst in der Warteschleife: BEIERSDORF (fundamental teuer, oder Kaufobjekt), E.ON und RWE, MAN in der Sandwichposition zwischen Großaktionär und Aufstockung via erhöhter Abfindung, HEIDELBERG CEMENT und METRO unter dem besonderem Gesichtspunkt der Absichten des Familiengroßaktionärs.

Mit dieser Relation von aktuellen Favoriten zu potenziellen Möglichkeiten, aber andererseits sieben bis neun Titeln ohne neue Denkanstöße, ist ein flotter Start des DAX aus der Sommerkonsolidierung noch nicht möglich. Gibt es andere Ansätze?

Die DT. POST zeigt einen interessanten Konsolidierungsverlauf, der Anlass zu Spekulationen auslöst. Die Bemerkung des Bundesfinanzministers, wonach Berlin über eine Reduzierung von Beteiligungsquoten nachdenkt, weckt Phantasie. Eine Reduzierung des Bundesanteils von 30,5 % auf 25 % wäre noch nicht erheblich, unter 25 % wird es interessant. Spätestens dann werden sich Finanzinvestoren positionieren. 54,1 % der Aktien liegen bei institutionellen Investoren im Ausland; USA mit 20 % und GB mit 17,6 %. Wer davon denkt sich etwas mehr? Denn: Die DT. POST ist der größte Logistik-Konzern der Welt. Bereinigter Umsatz um 50 Mrd., Marktwert jedoch nur 16 Mrd. 29,2 % entfallen auf Briefe, 21,7 % auf Express, 22 % auf Fracht und 26,8 % auf Logistik. Breiter geht es nicht. Die entscheidende Säule ist das Briefgeschäft. Die Margen gehen zurück und das Briefmonopol ist umstritten. Hier entscheidet allein die Politik. Der gemittelte Cashflow ist mit etwa 4 bis 4,2 Mrd. € anzusetzen, nachdem die amerikanische Erwerbung (AIRBORNE) weitgehend eliminiert ist. Das ergibt ein Kurs-Cashflow-Verhältnis von lediglich 4. Die Phase der Konsolidierung nach dem US-Debakel gilt in Bonn als abgeschlossen. Der Ausbau der DT. POST als Logistiker ist jedoch nur dann erfolgreich, wenn man sich in verschiedenen interessanten Feldern oder Ländern die Marktführer kauft. Darin liegt die Expansionsmöglichkeit, die zu 100 % ins Ausland weist. Vergleichsunternehmen bringen es auf KUV-Relationen von 0,7 bis 1,1. Die POST bringt es auf 0,3/0,4. In dieser Bewertungsdifferenz liegt das Potenzial für die DT. POST, nebst knapp 5 % Dividendenrendite.

Ergebnis hier: Die DT. POST ist in dieser Situation ein Langfristinvestment selbst für diejenigen, die noch auf eine Rendite Wert legen. Selbst ein Versicherer kann diese Aktie kaufen und liegt damit besser als in jeder Staatsanleihe Europas. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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