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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 24.11.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 24.11.2011:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Der Renditefächer in Europa ist schon zu 50 % fertig

Der Rest wird in den nächsten fünf bis sechs Monaten erledigt. Wir hatten ihn in der AB 37/11 bereits gezeigt. Was ist daran neu? Gar nichts!

 

Jedes Land erhält wieder jenes Renditeniveau für Kapital, das zu seiner Wirtschaft passt. Darin liegt weder etwas Aufregendes noch absolut Neues. Schlechte Schuldner müssen seit jeher höhere Zinsen zahlen, gute Schuldner weniger. Weil die Kapitalbeschaffung teurer wird, ist damit fast automatisch eine Begrenzung der Verschuldung gegeben. Der Übergang von der schönen Zeit billiger Zinsen zum Normalfall tut allerdings weh, und das Geschrei ist jetzt schön zu hören. Dies mit künstlich billigen Zinsen angenehm zu gestalten, etwa über Eurobonds und ähnliche Konstrukte, führt genau dahin, was nicht sein darf: Schulden mit neuen Schulden finanzieren. Die Geschichte aller Finanzkrisen belegt dies so eindeutig, wie wir es schon mehrfach als Begründung vorgetragen haben. Nur wenn es wirklich wehtut, wird wirklich gespart. Ansonsten nur getrickst.

Mit Erreichen der historisch üblichen Renditeniveaus für Kapital wird erkennbar, was die Staaten im Einzelnen daraus politisch machen können.

Die Superparty namens Euro führte zu einer Schieflage aller Staaten, die fast nicht mehr einzuholen ist. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist faktisch nicht mehr einzuholen. Studieren Sie diese Grafik sorgsam. Die durchschnittliche Steigerung der Lohnstückkosten betrug in 11 Jahren 21 %. In Griechenland plus 37,2 %. Deutschland steht mit plus 4,8 % wirklich einsam an der Spitze.

Über die Ursachen dieser enormen Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen wird unterschiedlich debattiert. Die einen interpretieren es als Geschenk, die anderen als Tüchtigkeit. Feststeht aber:

Alle hatten am Start des Euro die gleichen Voraussetzungen.

Keiner hatte einen besonderen Vorteil und ebenfalls keiner einen besonderen Nachteil. Auch Deutschland wurde in den ersten vier Jahren zum „kranken Mann Europas“, woran zu erinnern ist. Dieser Vorteil ist mit einer seriösen Wirtschaftspolitik für viele Jahre sicher. Mit einer falschen Politik jedoch sehr schnell dahin.

Der deutsche Außenhandel ist sehr breit aufgestellt. Ein großer Teil entfällt auf die Euro-Zone/EU, wie Sie untenstehend erkennen.

Eine besondere Abhängigkeit von Europa ist gleichwohl nur relativ anzunehmen. Deshalb sind sämtliche Euro-Daten, die gegenwärtig für die Euro-Zone als repräsentativ dargestellt werden, nur sehr bedingt gültig. Exporteinbrüche in wirklich nennenswertem Umfang sind kaum anzunehmen. Nur in seltenen kleineren Märkten mit Spezialcharakter könnte es der Fall sein.

Darin liegt der Grund, warum deutsche Unternehmen und deren Akti

en einer anderen Wertschätzung unterliegen, die langfristig Gültigkeit hat. Wer mit einem derartigen Wettbewerbsvorteil in den Märkten steht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit Konjunkturdellen relativ gut durchhalten können. Unternehmen in diesen Ländern stehen dagegen vor fast unlösbaren Aufgaben, die sowohl im Inlandswie Auslandsgeschäft zu gravierenden Nachteilen führen. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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