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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 27.05.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 27.05.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Der MDAX hat das Korrekturrisiko von 15 % voll ausgeschöpft

Da er volatiler ist als der DAX, reicht das Restrisiko bis etwa 7.000. Das ergäbe einen Mittelwert um 17,5 %. Korrekturen über 20 % bis sogar 30 % für einzelne Aktien beruhen vor allem auf den engen Märkten. Im Extremfall wurden beim Absturz der Kurse Tagesumsätze um 10.000 Stück registriert, wie z.B. bei DRAEGER.

In anderen Fällen sind es aber ebenfalls nur 150.000 Stück, die zum jeweiligen Kurs Beträge von weniger als einer halben Million € ausmachen. Das lässt sich nutzen. Teilweise wurden wir über Stop-Kurs aus dem Rennen geworfen, was wir dazu nutzen, in den Rückkauf zu gehen. Der Verlauf des MDAX steht stellvertretend für die ersten Rückkäufe, die wir in einer Tabelle zusammenfassen. Für keinen der genannten Titel gibt es eine besondere negative Einschätzung, wie die Quartalsberichte bereits gezeigt haben. Schwieriger ist es hingegen, die Prioritäten zu setzen. Alle Sektoren sind dabei, von Banken über Bau, Chemie, Autozulieferung und Hightech. Den größten Verlust erreichten AAREAL mit 30 %, GILDEMEISTER mit 44 % und AIXTRON (aus dem TecDAX) mit 34 %. Diese Abschläge errechnen sich bis zum Tiefstkurs am Dienstag dieser Woche bei einem MDAXStand von rund 7.400. Das Einsammeln der besten Aktien nach dem Hurrikan: „Griechen-Rettung“, „Euro-Rettung“ und seit Wochenbeginn „Spanien-Risiko“ wird ein vergleichsweise phantasieloses Business. Doch schon die Schlusserkenntnis der Ergebnisse für das erste Quartal sind ein guter Ausgangswert: Die deutschen Firmen haben eine erstklassige Rekonvaleszenz hingelegt. Besonders imponierend ist: Die Gewinne oder Ertragsdaten liegen weit über den Umsatzgrößen. Damit haben die Aktien im DAX und MDAX und etwas weniger diejenigen im SDAX hervorragend auf die Krisen reagiert und ihre Marktstellung zweifellos deutlich gestärkt. Die amerikanischen Daten sehen ähnlich aus, liegen aber in dieser Aufstellung noch nicht vor. Mithin: Der fundamentale Hintergrund ist wieder in Ordnung und die Bewertung nachvollziehbar. Bescheiden ausgedrückt: Wir sind wieder auf dem Stand der Normalität. Die Verkaufswellen aus den obigen Gründen haben nichts mit Bewertungskriterien zu tun, sondern mit Ängsten und politischen Entscheidungen. Letztere sind freilich nicht zu unterschätzen. Ob die jüngsten deutschen politischen Entscheidungen sehr hilfreich für den Markt sind, möchten wir bezweifeln. Einziger Vorteil: Die spekulativen Großinvestoren sind weitgehend raus. Sie haben teilweise ihr Geschäftsfeld verloren. Alle Aktien im DAX und MDAX haben rd. 15 bis 20 % verloren. Wo liegen die nächsten möglichen bzw. absehbaren Neu- oder Rückkäufe? Beginnen Sie die Rückkäufe nach einem Stufenplan. Erstkäufe auf aktuellem Niveau per Donnerstag/Freitag, also nach Redaktionsschluss. Diese Kurse liegen voraussichtlich etwas über den aktuellen Kursen in der Tabelle. Das nehmen wir hin. Worin könnte das größte Erholungspotenzial stecken? „Auffangrange“ ist die Spanne, in der wir die Korrekturkurse erwarten. Einige sind bereits ganz nahe dran, bei anderen gibt es noch Differenzen von 10 %. Die Kursziele entsprechen weitgehend denjenigen, die schon vor der Korrektur avisiert waren. In den Fällen, in denen strategische Entscheidungen getroffen worden sind, wie im Fall MERCK oder METRO bzw. SAP, können sich diese Ziele verändern. Bewertungsrichtlinie ist das KGV per 2011. Es beruht auf dem gegenwärtigen Konsens. Es ist also eine erste Schätzgröße, die zeigt: Wirklich zu teuer ist keine einzige DAX-Aktie. Lediglich die Angaben für VW könnten fragwürdig sein (Problem PORSCHE). Der größte Verlierer war die größte Bank des Landes, DEUTSCHE BANK. Sie war in der Kurserholung, ab März 2009, von 18 € bis 60 € mit 233 % auch der größte Gewinner im DAX. Wird sie jetzt wieder ein Indikator dafür sein, wo das Tief des Marktes liegt und wie sich die Wende abzeichnet? Unsere Einschätzung des Wertes dieser Bank bleibt wie bisher begründet. Auch unter Berücksichtigung persönlicher Angriffe gegen den Chef, Herrn Josef Ackermann. Sie steht aber auch im Mittelpunkt verschiedener politischer Angriffe, was für den deutschen Finanzplatz nicht gerade hilfreich ist. Es ist wohl auch die Bank-Aktie, die aus dem deutschen Rahmen der Provinzbanken herausfällt, denn 25 % EKRendite sind so anspruchsvoll, dass sie in Deutschland wohl auch schwer zu verdauen sind. Das Kaufniveau bleibt klar formuliert: Zwischen 42 und 46 €. AAREAL ist die einzige Bankenspezialität, wie häufig beschrieben. Die Zugehörigkeit zur Bankenwelt reichte aus, um die genannten 30 %-Abschlag zu bewirken. Das ergibt ein KGV von ca. 9 bis 9,5 und ein gutes Erholungspotenzial von rund 40 %. Hier lag der Tagesumsatz teilweise um 100.000 Stück oder umgerechnet 1,25 Mio €. Die spannendste Spekulation steckt in CONTI, GILDEMEISTER und RHEINMETALL. Der ebenfalls sehr niedrige Umsatz bei CONTI mit lediglich 350.000 Stück zeigt an, dass wir es bei einer Börsenkapitalisierung von 6 Mrd mit einer Besonderheit zu tun haben. Noch in diesem Jahr ist bekanntlich eine Neuordnung der Anteile fällig, wobei zwei kleinere Pakete bei zwei Privatbanken geparkt sind, die im Markt zu platzieren wären. SCHAEFFLER hält 75,1 % und soll bis 2013 auf 49,99 % zurückgestuft werden, woraus sich eine Vakanz für etwa 25 % oder 1,5 Mrd € Tageswert errechnen. Wer wird der neue Investor und zu welchem Preis, denn der ursprüngliche Kaufpreis lag deutlich höher. Die CONTI-Aktie ist damit so eine strategische Spekulation in der deutschen Autozulieferung. GILDEMEISTER bestätigte in der Schwächephase seine typische Volatilität. Auch hier sind die bescheidenen Umsätze von etwas mehr als 1,5 Mio € Tagesumsatz bei einer Kapitalisierung von 340 Mio € für die ganze Firma eine Situation, die man nutzen kann. Am Dienstag z.B. - 7,2 % ohne Grund. Das entsprechende Erholungspotenzial lässt sich ebenfalls gut nutzen. RHEINMETALL wurde in ähnlicher Form in den Boden gerammt, was allerdings nicht so ganz überrascht. RHEINMETALL war zuvor um 100 % gestiegen und das macht eine solche Aktie stets extrem empfindlich, wenn es zu Gewinnmitnahmen kommt. Wir warten darauf, dass sich in Kürze ein neuer Investor mit einem Anteil von 10 % zu erkennen gibt.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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