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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 07.09.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 07.09.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

DAX auf neuem Jahrestief

Diese Börsenwoche stellte die ohnehin gebeutelten Anleger vor eine weitere Belastungsprobe. Mit 5.150 Punkten hat der DAX am Dienstag den vorerst jüngsten neuen Tiefpunkt im Jahr 2011 gesetzt. Auf diesem Niveau hat der Deutsche Aktienindex zuletzt im August 2009 notiert.

 

Ausschlaggebender Abwärtsimpuls zum Wochenstart war eine Äußerung des S&P-Europachefs Moritz Krämer. Dieser hatte betont, dass Eurobonds auf Ramschniveau eingestuft werden würden, da sich das Rating immer nach dem schwächsten Glied richte. Zudem gab es Gerüchte, wonach Moody‘s planen soll, Italien herabzustufen. Zusätzlich irritierten lauter werdende Stimmen von CDU- und FDP-Politikern, Griechenland solle aus dem Euro austreten. Ins Bild passte diesbezüglich auch, dass am Freitag die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB Athen verlassen hat, um den Griechen Gelegenheit zur Nachbesserung ihrer Sparpläne zu geben.

Insbesondere Finanzwerte tendierten sehr schwach. Auf einer Konferenz in Frankfurt hatte KfW-Chef Ulrich Schröder gesagt, dass die Lage der Banken noch schlimmer sei als 2008, weil Staaten nicht mehr in der Lage seien, die Banken aufzufangen. Auch Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hatte sich sehr skeptisch zur Lage der Branche geäußert.

Die jüngste Entwicklung hat die ohnehin schon weit geöffnete Schere zwischen Anleihen- und Aktienkursen in einen noch absurderen Spagat gezwungen. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nur noch mit rund 1,8 %. Bei fünfjährigen Bundesobligationen sank die Rendite erstmals unter die 1 %-Marke. Der Bund-Future markierte mit 138,83 ein weiteres Mal ein neues Allzeithoch.

Angesichts von Märkten, die derart aus dem Ruder laufen, fällt es selbst hartgesottenen Anlegern schwer, kühlen Kopf zu bewahren. Allein extrem niedrige Gewinnbewertungen reichen für einen Aktienkauf längst nicht mehr aus, da der Markt mittlerweile selbst den solidesten Gewinnschätzungen misstraut. Eine niedrige Bewertung in Relation zum Buchwert ist ein weiterer hilfreicher Anhaltspunkt, worauf wir schon hingewiesen hatten.

Auch eine außergewöhnlich hohe Dividendenrendite ist ein Pfund, mit dem nun einige Aktien wuchern können. Diesbezüglich stechen z. B. E.ON (7,7 %), RWE (9,8 %), ENI (7,5 %), France Telecom (10,7 %), Telefonica (11,3 %), Vivendi (8,8 %) und Astra Zeneca (6,2 %) hervor. Solch attraktive Renditen stellen die von Staatsanleihen weit in den Schatten. Das lässt für langfristig orientierte Anleger das mittlerweile ohnehin geschrumpfte verbleibende Kursrisiko vollends in den Hintergrund treten. Alle genannten Werte sind hochsolide und stammen aus konjunkturresistenten Basisindustrien (Versorger, Telekommunikation, Pharma). Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist extrem niedrig. Also fast wie AAA-Anleihen, nur mit einer weitaus attraktiveren Verzinsung. Lassen Sie sich also nicht mit Renditen von knapp 2 % abspeisen, sondern kaufen Sie einfach Aktien statt Anleihen! 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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