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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Spiegel" am 16.05.2010

Dass Unvermeidliches passiert

Dass Unvermeidliches passiert

Auf was für eine Woche können wir wieder zurückblicken! Zunächst kam es am Sonntag zur mit Spannung erwarteten Hilfsmaßnahme der EU-Länder für den Club-Med. Es werden also für 750 Mrd. EUR direkte Hilfe und Kreditgarantien gegeben, der deutsche Anteil alleine beträgt zusätzlich zur Griechenland Hilfe 144 Mrd. €.

Ironischerweise war Frau Merkel bei der Auskungelung dieses Deals in Moskau, um den Sieg über Deutschland zu feiern, während Sarkozy und Berlusconi vollendete Tatsachen schufen. Die 440 Mrd. EUR der Euro-Staaten sollen über eine von der EU-Kommission zu gründenden Zweckgesellschaft aufgenommen werden und die Nationalstaaten bürgen dann für ihren vereinbarten Anteil. Sie erinnern sich, Zweckgesellschaften waren/sind bei den Großbanken und Landesbanken üblicherweise Mittel, um krumme Geschäfte außerhalb der Bilanz zu verstecken und riesige Verluste zu verschleiern. Wie fast zu erwarten, stieg der Euro in der Nacht vom Sonntag zum Montag deutlich an, auf über 1,30 USD. Die Renditen der kurzlaufenden Staatsanleihen der PIGS fielen drastisch und wer hier auf den „Bail-Out“ gewettet hatte, wurde belohnt. Dann aber setzte sofort ein erneuter Sinkflug des Euro ein, der uns bis Freitag zu 1,2350 USD führte. Sieben Cent Minus in einer Woche, wiederhergestelltes Vertrauen sieht anders aus! Als absoluter Sündenfall unter allen Marktteilnehmern wird gesehen, dass die EZB jetzt auch selber Staatsanleihen der überschuldeten Staaten aufkaufen will, d.h. Gelddrucken. Die Bundesbank hat mit dem Ankauf solcher Titel schon begonnen. Wenn wertloses Papier angekauft und dafür neue Noten gedruckt werden, was sonst können die sein als ebenfalls wertlos?! Sie merken selber, dass jetzt früher gegebene Versprechen in rasanter Geschwindigkeit entsorgt werden. Es geht ja angeblich nicht anders. Der Euro stabil wie die Mark? Geschwätz von gestern. Und „unsere“ Politiker beenden das nicht, sondern kläffen kurz und unterwerfen sich dann dem Pro-Europa- Dogma, kurz: Ihr zahlt alles! Wie nicht anders zu erwarten, hat auch das Bundesverfassungsgericht den Eilantrag der 4 Professoren abgeschmettert, da sonst die Währungsunion als Ganzes in Gefahr wäre. Nur hatten diese Leute nicht über die Währungsunion zu entscheiden, sondern darüber, ob hier Gesetze gebrochen werden. Selbst hier ist jetzt Gesinnungsjustiz übelster Art und Weise eingekehrt, die jedes noch vorhandene Rechtsempfinden vernichtet hat. Man kann auf das abschließende, negative Urteil gespannt sein. Das mediale Trommelfeuer gegen den Euro hat diese Woche auch einen neuen Höhepunkt erreicht. Paul Volker, ex Chairman der FED, sprach in London vom „Problem der möglichen Desintegration des Euros“, Nouriel Roubini wird damit zitiert, dass der Rettungsdeal nichts an den fundamentalen Probleme ändere, Portugal, Irland und Spanien bis 2012 einen Finanzbedarf von 600 Mrd. Euro hätten und Austritte aus der Eurozone mit Kapitalschnitten unvermeidlich seien. Niall Ferguson schrieb im Handelsblatt, dass Griechenland pleitegehen wird und wohl andere folgen, dem Euro eine Zukunft als Schwachwährung bevorstehe. Der scheiternde Euro berge zudem die Gefahr der Desintegration, wie es auch Volker formulierte. Den Vogel schoss am Donnerstag erneut Josef Ackermann von der Deutschen Bank ab, der zu bester Sendezeit verkündete, dass er nicht mehr mit einer Rückzahlung der griechischen Schulden rechne. Und das, wo doch Wolfgang Schäuble neulich den Banken, fast katzbuckelnd, ausdrücklich dankte. Auch bei der EZB scheint Panik auszubrechen. Man fragt sich, ob die denn überhaupt nichts zur Stützung des Euros unternehmen will. Die Äußerungen von Trichet (bis vor wenigen Wochen war alles im Griff) lassen Böses vermuten. Er sprach von der schwierigsten Zeit seit dem 2. Weltkrieg. Und was schlägt er als Lösung vor? Keine überfaÅNllige Aufspaltung der Union, sondern „... einen Quantensprung in der gegenseitigen Überwachung der Wirtschaftspolitik in Europa“. Dabei kann einem nur brechübel werden. Kontrolle ist das Ziel und keine Währungsreform über Nacht. Lassen Sie sich von diesen lächerlichen Meldungen nicht irremachen. Eine Währungsreform und eine neue Mark ist mit dieser Politikerkaste niemals zu erwarten! Immer mehr Leute begreifen, dass hier etwas schnell gegen die Wand läuft. Tatsächlich ist der Euro-Wirtschaftsraum wesentlich gesünder als England oder die USA, dem Trommelfeuer wird er aber nicht widerstehen können. Es ist zu vermuten, dass der Euro weiter an Wert verliert, bis die schwachen Länder irgendwie isoliert werden. Währenddessen geht im Medienrummel unter, dass die USA im April ein Defizit von 82,7 Mrd. USD verzeichneten und kurz davor stehen, die Marke von 13 Billionen USD Schulden zu reißen. In England ist eh „Land unter“. Alles fällt, bis auf die Edelmetalle. In dieser Woche wurden von diversen Händlern panikartige Käufe gemeldet. Aber bedenken Sie, wenn in einer Stadt wie München mit 1,4 Mio. Einwohnern einige hundert Leute bei Pro Aurum die Schalterhalle füllen und die Lager leeren, dann ist das längst keine Panik. Was ist, wenn wirklich Panik ausbricht? Vermutlich wird es bald wirklich so kommen, das Unvermeidliche wird geschehen. Stellen Sie sich darauf ein und nutzen Sie noch die Gelegenheit, relativ preiswertes Silber zu kaufen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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