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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 28.09.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 28.09.2011:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Das mittelfristige fundamentale Erholungspotenzial der Aktienmärkte ist ungeachtet der kurzfristigen Unsicherheiten gewaltig

Infolge der Belastung durch Schuldenkrise und Konjunkturangst liegen die Bewertungen der Aktienmärkte auf einem irrsinnig niedrigem Niveau. Damit ist die einzig kalkulierbare Asset-Klasse zugleich auch die billigste. Eine Ausgangslage, die kein Investor übersehen kann.

 

Die Aktienmärkte haben inhaltlich mit der Schuldenkrise der Staaten überhaupt nichts zu tun. Die Verbin- dung kommt dennoch über 3 Faktoren. 1. Über die Banken und deren Gewicht in den Indizes. 2. Die generelle Angst bezüglich der Konjunktur (die Frühin- dikatoren sind signifikant rückläufig) und 3. über Liquiditätsentzug von Investoren, um andere Verluste zu kompensieren. Dagegen stehen aber auch entlastende Faktoren, die dem Aktienmarkt in seiner Erholung stark unterstützen. Klar ist:

Jede Bank in Europa wird aufgefangen, wenn sie strauchelt. Die Notenbanken springen zunächst als unbegrenzte Finanzierungsquelle für sämtliche europäischen Banken ein, um ein zweites Lehman zu verhindern. Das wird wohl auch gelingen, wenngleich diese Lösung keinen dauerhaften Bestand haben kann. Mittelfristig müssen die Finanzierungsquellen durch den Interbankenhandel oder durch Geld- marktfonds wiederhergestellt werden. Durch die Haltung der Notenbanken ist aber zunächst das Risiko für die Banken deutlich geschmälert.

Der Liquiditätsabzug aus den Schwellenländer und BRIC-Staaten hat begon- nen. Sämtliche Währungen dieser Staaten sind in den letzten 7 Tagen massiv unter Druck gekommen, nachdem spekulatives Geld abgezogen wurde. Keine 3 Tage später sprangen die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte an. Zufall oder Zusammenhang? Wenn Geld aus den Schwellenländern flieht, in welche Asset-Klasse kann es dann fließen? Wir meinen, nur in Aktien.

Die Rohstoffmärkte sind ebenfalls gekippt. Von Kupfer bis Zink ist alles unter Druck. Auch hier wird Kapital abgezogen und umgeschichtet. Auch hier stellt sich die Frage, wo dieses Kapital hinfließt.

Kapitalanleger denken permanent neu nach. So entstehen neue Trends. Die Schulden- krise liegt nun ausschließlich in politischer Hand. Ob und inwiefern sich die Anleihenmärkte wieder gegenüber den Krisenländern öffnen, hängt an dem, was die Regierungen in den nächsten 6 Wochen verhackstücken. Der Markt selber kann hier nichts mehr tun. Eine Prognose ist unmöglich, man kann nur hoffen, dass die Politik das pragmatisch Richtige tut, sonst bleiben die Refinanzierungen für Staaten eingeschränkt bis verschlossen, mit den jeweiligen Konsequenzen. Deshalb ist eine seriöse kurzfristige Einschätzung des Aktienmarktes kaum machbar. Wichtiger ist, wo er in 12 Monaten stehen wird. Und das sollte doch deutlich über den aktuellen Niveaus sein. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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