Das leidige Thema „Altersvorsorge“: Anleger müssen heute umdenken!

Veröffentlicht von SWISSINVEST am 05.07.2016
Dies ist eine exklusive Leseprobe von:

BÖRSENSIGNALE

Leser der BÖRSENSIGNALE müssen wohl nicht mehr überzeugt werden, dass die einzig sinnvolle liquide Geldanlage als Altersvorsorge heute die Anlage in Aktien ist.


Freilich kann auch die Anschaffung einer Immobilie eine gute Geldanlage für den Ruhestand sein, zumal bei den derzeitigen Minizinsen. Aber dann ist man nicht mehr „flüssig“. Das Geld ist erst einmal weg. Auch Gold kann zu gewissen Zeiten eine Alternative sein, wenn Inflation droht und das Vertrauen in die eigene Währung immer mehr schwindet. Das ist derzeit am steigenden Goldpreis abzulesen. Wer gewohnt ist, Aktien zu kaufen und zu verkaufen, kann die Ängste der meisten Menschen vor dem Aktienmarkt nicht verstehen. Trotzdem sind diese Ängste durchaus nachvollziehbar.

 

Wenn man sich diese heftigen Schwankungen in den letzten 50 Jahren ansieht, in denen sich trotz der Steigerungen insgesamt das Kursniveau auch oft fast halbiert hat, kann man verstehen, warum so Viele von Aktien nichts wissen wollen. Die meisten Menschen kaufen, wenn die Stimmung gerade gut ist und die Kurse nach oben gegangen sind. Und wenn es dann eben plötzlich nach unten geht, aus Gründen, die dem Laien unverständlich sind (und oft auch tatsächlich unsinnig sind), dann ist doch klar, dass sich dann Viele sagen: „Nie wieder Aktien!“
 
Dass die Aktienkurse wegen des weltwirtschaftlichen Wachstums und der Inflationsraten langfristig steigen, das tröstet diejenigen wenig, die nach einem Kurssturz dann zunächst auf großen Verlusten sitzen und aufgrund der schlechten Stimmungslage auch nicht mehr auf Besserung hoffen. Aber denen müsste man auch sagen, dass sich eine gestreute Investition in mehrere gute Unternehmen letztlich immer gelohnt hat – im Gegensatz zum Bargeld, das im 20.Jahrhundert in Deutschland zweimal wertlos wurde.
 
20 Jahre Aktienkäufe von 1996 bis 2015 - Ergebnis
 
Nehmen wir mal eine Person, die von optimalen Kauf- und Verkaufszeitpunkten keine Ahnung hatte und einfach seit 1996 bis 2015 jährlich denselben Betrag – sagen wir, 10.000 Euro – in DAX-Käufe investierte, entweder durch den Kauf eines DAX-Zertifikats oder durch eine Auswahl, die etwa der DAX-Zusammensetzung entspricht. Es wären also insgesamt in 20 Jahren 200.000 Euro investiert worden. Nehmen wir zunächst an, man hätte jedes Jahr das riesenhafte Glück gehabt, die Aktien immer zum tiefsten DAX-Wochenschlusskurs des jeweiligen Kalenderjahres zu kaufen. Wie viel Geld hätte man heute? Das Anlagevermögen hätte sich fast verdoppelt; bei einem DAX-Stand von heute wären es 387.281 Euro.
 
Aber die interessante Frage ist nun die: Was wäre gewesen, wenn man das große Pech gehabt hätte, jedes Jahr beim höchsten Wochenschlusskurs des DAX zu kaufen? (Das ist auch ein wenig realistischer, denn die meisten Menschen kaufen am liebsten, wenn die Stimmung gerade bestens ist.) Sie meinen vermutlich, dass von den 200.000 Euro wohl nicht mehr viel übrig sind? Falsch geraten! Es wären heute ca. 40% mehr! Bei einem DAX-Stand von heute wären es 280.916 Euro. Woran das liegt? Einfach, weil Unternehmenswerte und damit auch der DAX und andere Aktienindizes aufgrund des Wirtschaftswachstums langfristig steigen!
Fazit: Sie sehen, die Anlage in Aktien erfordert gar nicht so viel Mut. Sie erfordert nur ein wenig Gelassenheit und manchmal gute Nerven, um die ständigen Schwankungen auszuhalten.

Uwe Lang
(Auszug aus den Börsensignalen Nr. 14/2016)

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