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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 26.11.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 26.11.2015:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Dänische Aktien bleiben ein Outperformer

Nach einem Zuwachs von rund 1,5 % im vergangenen Jahr dürfte das BIP 2015 um 2,0 % zulegen. Dabei setzen die Dänen noch stärker als Deutschland auf den Export und profi tieren dabei ebenfalls von einer permanenten Abwertung gegenüber dem Dollar. Gleichzeitig ist die Dänische Krone an den Euro gekoppelt. Die Wirtschaft ist zugleich deutlich breiter aufgestellt als die deutsche, also weniger abhängig von dominanten Branchen wie etwa der Autoindustrie und deren Zulieferern oder der Chemie- und Pharmabranche, die zusammen fast die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung darstellen. Was Dänemark darüber hinaus auszeichnet, ist der gute Zustand der Staatsfi nanzen. Während weite Teile Europas im Schuldensumpf stecken, kommen die Dänen auf eine Staatsverschuldung von rd. 40 % zum BIP.

Mit NOVO NORDISK und COLOPLAST sind Ihnen bereits zwei Top-Unternehmen aus Dänemark ein Begriff. Novo Nordisk ist der Weltmarktführer bei Diabetes-Produkten und Coloplast bei künstlichen Darm- und Harnausgängen. Beide Titel sind aufgrund der hohen Wachstumsdynamik hochattraktive Trendinvestments. Zwei weitere Titel aus Dänemark möchten wir Ihnen heute vorstellen:

NOVOZYMES (WKN: A1J P9Y; 44,85 €) - Weltmarktführer mit überragender Technik. Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei der Herstellung industriell nutzbarer Enzyme und wurde zur Jahrtausendwende von Novo Nordisk abgespalten. Seitdem hat sich der Kurs verachtfacht.

Enzyme finden Einsatz in vielen Branchen. Henkel ordert diese bei Novozymes und mischt sie seinen Waschmitteln bei, damit Flecken auch bei niedrigen Temperaturen verschwinden. Backwarenhersteller brauchen Enzyme, damit Brot und Brötchen länger frisch bleiben. Enzyme sorgen dafür, dass z. B. Schweine und Rinder die Nährstoffe im Futter auch verarbeiten und nicht wieder ausscheiden, was für die Mast in der Viehhaltung bedeutsam ist. Novozymes hat Mikroben entwickelt, die auf das Saatgut gesprüht werden. Pflanzen wachsen dann schneller und nehmen die Nährstoffe besser auf. So soll die Maisernte in den USA auf diesem Wege um 5 % gesteigert werden. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis 2050 70 % mehr Nahrungsmittel gebraucht werden als heute.

Novozymes kommt auf einen Weltmarktanteil von rd. 50 %. Jährlich investiert man bis zu 14 % der Umsätze in Forschung und Entwicklung. Daraus resultieren inzwischen über 6.000 Patente, die vor der Konkurrenz schützen. Die Kundentreue ist aufgrund der verbesserten Produktqualität enorm hoch. Die Unverzichtbarkeit von Enzymen sorgt deshalb auch für Preismacht und entsprechend hohe Margen.

Hohe Gewinndynamik nach neun Monaten. Der Nettogewinn stiegt rasant um 16,6 % auf 743 Mio. DKK. Die EBIT-Marge lag bei 28 % und damit 1,5 %-Punkte höher als 2014. Allerdings liegt das 2016er KGV bei rd. 30. Qualität hat ihren Preis.

Fazit: Hoch interessanter Weltmarktführer mit herausragenden Perspektiven. Platzieren Sie ein Abstauberlimit um 42 €.

Mit PANDORA (WKN: A1C 6JV; 110,78 €) stellen die Dänen den zweitgrößten Schmuckhersteller der Welt. Die Marke gilt als stark und die Margen sind gewaltig. Produziert wird in Thailand. Die Verkaufspreise liegen um ein Vielfaches über den Material- und Herstellungskosten. Daraus resultieren operative Margen von derzeit 37 %. Der Fokus des Geschäftes liegt auf Armbänder und Anhängern, die 75 % zum Konzernumsatz beisteuern. 50 % des Umsatzes werden dabei von Männern gemacht. Die Wachstumsgeschwindigkeit ist enorm hoch.

Jeder Tag ein neuer Laden. Am Ende des Jahres dürften 375 neue Läden eröffnet haben. Diese Flächenexpansion wird den Umsatz in diesem Jahr auf umgerechnet ca. 2,1 Mrd. € hieven. Das wäre ein Plus von etwa 33 % zum Vorjahr. Gleichzeitig trennt man sich von Handelspartnern wie Christ und Kraemer.

Die Zahlen zum dritten Quartal reflektieren dieses Wachstum. Nettogewinn + 39 % auf 1,01 Mrd. DKK. Allerdings lag diese Zahl etwas unter den Erwartungen (1,06 Mrd. DKK) der Analysten. Der Umsatz wuchs um ebenfalls 39 % auf 3,9 Mrd. DKK. Das 2016er KGV liegt um die 24.

Fazit: Ein Investment um 800 DKK oder 107 € ist empfehlenswert. Allerdings birgt die atemberaubende Expansion auch Risiken. Deshalb macht ein Stop-Loss um 95 € Sinn.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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