China: Mit Volldampf in die Inflation

Weimer Media Group GmbH
Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 22.01.2011
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BÖRSE am Sonntag

Die jüngsten Daten aus dem Reich der Mitte unterfütterten einmal mehr die Tatsache, dass China die weltweite Konjunkturflaute deutlich schneller und besser überstanden hat als andere Länder. Das hohe Wachstum hat jedoch eine Kehrseite: Inflation.


Die jüngst ebenfalls vorgelegten Zahlen machen dies klar deutlich. Im Dezember sind die Verbraucherpreise um 4,6% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das Tempo des Preisdrucks nahm damit gegenüber November, als es um 5,1% aufwärtsging, zwar etwas ab, von einer Entspannung kann jedoch nicht die Rede sein. Im Gesamtjahr wurde ein Preisanstieg von 3,3% ermittelt. Besonders Nahrungsmittel wurden teurer, legten um 7,2% zu. Ein deutlicher Preisauftrieb ist somit nicht zu leugnen. Dieser dürfte wahrscheinlich sogar noch größer sein, als die offiziellen Zahlen zeigen. Entsprechend verwundert es nicht, dass die Investoren wegen des Inflationsdrucks mit einer noch restriktiveren Geldpolitik in China rechnen und von einer weiteren Erhöhung der Leitzinsen ausgehen. 2010 hatte die People’s Bank of China (PBoC) bereits zweimal an der Zinsschraube gedreht und zudem sechsmal die Mindestreserveanforderungen für Einlagen der Geschäftsbanken verschärft. Am Freitag der Vorwoche wurde nun eine weitere Erhöhung der Reservesätze um 50 Basispunkte beschlossen. Die erwartete weitere Straffung der Geldpolitik bremste in der vergangenen Woche auch die Entwicklung an den chinesischen Aktienmärkten. Zwar gab es vor dem Wochenende am Freitag eine Erholung, zur Vorwoche blieb es aber bei deutlicheren Verlusten. Der Shanghai A-Share Index (siehe Chart) rutschte um 2,7% ab und setzte seine seit dem Zwischenhoch von November 2010 auszumachende Abwärtstendenz fort. Ähnlich sieht es beim Shanghai Composite (–2,7%) aus. Die starken Konjunkturdaten konnten somit nicht stützend wirken. Im Schlussquartal 2010 hatte sich das Wirtschaftswachstum wieder auf 9,8% beschleunigt, nach 9,6% im dritten Jahresviertel. Im Gesamtjahr ging es um 10,3% aufwärts, nach 9,2% im Vorjahr.
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