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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 09.10.2014

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 09.10.2014:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

China ist und bleibt eine Konsumstory der Extrak

Zuletzt wurde diese Story immer wieder infrage gestellt, da die hohen Wachstumsraten des chinesischen BIPs nicht mehr haltbar sind. Das färbt sich auch auf den Konsum ab. Die Luxusbranche reduzierte zuletzt die Wachstumsaussichten für China von rund 13 auf etwa 8 % pro Jahr, was aber immer noch über dem chinesischen Wirtschaftswachstum liegt. Grund für die nachlassende Wachstumsdynamik bei Luxusgütern ist aber auch die laufende Antikorruptionskampagne. Insgesamt steht der China-Konsum auf sehr robusten Füßen. Denn:

Die chinesische Konsumstory wird von Regierungsdirektiven umrahmt und gelenkt. Der Konsum wird durch direkte und indirekte Maßnahmen und Reformen gefördert. Die Wirtschaft dreht von „investitionsgetrieben“ zu „konsumorientiert“. Seit 2011 ist der jährliche Zuwachs der Konsumausgaben in China höher als in den USA. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte trugen im ersten Halbjahr 2014 mit 54,4 % erstmals auch mehr zum BIP-Wachstum bei als die Investitionen. Auch wenn das Konsumwachstum wegen der Wirtschaftsabkühlung etwas zurückgeht, wird sein Anteil am BIP steigen - da der Konsum schneller wächst als die Gesamtwirtschaft.

Zu den Reformen, die direkte Auswirkungen auf den Konsum haben, gehören der Ausbau des Pensionssystems und des Gesundheitswesens. Bessere Sozialnetze führen zu mehr Konsum, da die Menschen weniger für schlechte Zeiten sparen müssen. Ergänzt wird das Paket durch neue und günstige Konsumkredite und Steueranreize. 2013 hat Präsident Xi Jinping die umfassendsten Wirtschaftsreformen seit zwanzig Jahren angekündigt (wir berichteten), darunter das Ziel, die Einkommen bis 2020 zu verdoppeln. Derzeit steigen die Einkommen mit einer Dynamik von rund 10 % jährlich. Hunderte von Millionen Menschen in China werden jedes Jahr reicher. Daraus folgt:

Wer China-Aktien kauft, sollte mit dem Fokus auf konsumorientierte Titel über die nächsten Jahre glänzend fahren. Neben Alibaba sind folgende Titel interessant:

BAIDU (WKN: A0F 5DE; 217,20 $) ist Chinas Google. Werfen Sie dazu nochmals einen Blick auf die Grafik Seite 1 des Briefes der Vorwoche. Der Onlinehandel in China wird sich von 132 Mrd. $ in 2013 auf 527 Mrd. $ in 2018 vervielfachen. Was Google für die USA und Europa ist, ist Baidu für China. Der Marktanteil erreicht ca. 63 %. Die Gewinndynamik liegt bei rund 30 % jährlich. Dafür wird die Aktie mit einem KGV von 27 bezahlt. Urteilen Sie selbst, ob ein KGV von 27 in Anbetracht einer Vervielfachung des Onlinehandels bis 2018 bei 63 % Marktanteil im Suchmaschinenmarkt günstig ist. Wir meinen ja. Denn wer konsumiert, der informiert sich im Netz und wer verkauft, der wirbt im Netz. Dazu kommt eine Banklizenz, die den Verkauf von Finanzdienstleistungen wie Tagesgeld oder Konsumentenkredite erlaubt.

Fazit: Wir sehen deutliches Potenzial in der Aktie. Sie sollten 18 bis 24 Monate Zeit
mitbringen. Sollte es zu einer allgemeinen Marktkorrektur kommen, wäre eine Verbilligung
akzeptabel. Zielrichtung sind 350 $.

Der Geheimtipp aus China lautet derzeit HUABAO INT. (WKN: A0Y AVY; 0,60 €; 6,07 HK-$). Das Unternehmen gehört dort zu den größten Duft- und Aromaherstellern. Lag der Umsatz 2010 noch bei 2,4 Mrd. HK-$, so stieg er im Geschäftsjahr 2013/ auf 4,2 Mrd. HK- $. Der Gewinn je Aktie kletterte im gleichen Zeitraum von 0,42 auf 0,65 HK-$ und damit im Jahresdurchschnitt zweistellig. Das KGV für das laufende Jahr liegt bei knapp über 9. Die Eigenkapitalrendite erreicht knapp 25 %. An dem geschäftlichen Erfolg lässt man auch die Aktionäre teilhaben. So liegt die Dividendenrendite bei rund 3,2 %. Die Bewertung zum zweifachen Buchwert ist ebenfalls moderat. Verglichen mit der europäischen Konkurrenz ist Huabao gnadenlos unterbewertet. Symrise kommt auf ein KGV von 25 per 2014, Givaudan auf 23.

Fazit: 50 %-Chance auf 12 bis 18 Monate. Die Aktie ist auch in Deutschland handelbar. Wer einen liquideren Markt bevorzugt, sollte in Hongkong ordern. Fast alle Banken wickeln dies inzwischen kostengünstig ab.

AIRPORTS OF THAILAND (WKN: A0B 9EM; 5,77 €) ist zwar keine chinesische Konsumaktie, profitiert aber unmittelbar von der Konsumlust der Chinesen. Der Nummer Eins Flughafenbetreiber in Thailand deckt alle wichtigen Urlaubsziele in Thailand ab. Thailand bereitet sich derzeit für das bevorstehende chinesische Neujahrsfest vor, da mindestens 200.000 Touristen aus China erwartet werden, die im Land feiern wollen. Die Besucher werden meist über die drei großen Flughäfen Thailands einreisen. Derzeit arbeiten beide Regierungen an der Abschaffung der Visa-Pfl icht. Auch so nehmen die Besucherzahlen aus China jedes Jahr prozentual zweistellig zu. Kommt es zur Abschaffung der Visa-Pflicht, wird es einen regelrechten Tourismus-Boom in Thailand geben. Die Aktie ist zwar schon stark gelaufen, wird aber per 2014 mit einem KGV von 17 nicht sonderlich hoch bewertet. Die viel wachstumsschwächere Fraport kommt auf ein KGV von 19. Fazit: Kaufen und eine Nachkaufoption offen lassen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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