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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 14.02.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 14.02.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Big Rendite mit Big Data

Wir hatten das Thema in den letzten Wochen immer wieder angerissen. Im Fokus stand dabei unsere Kaufempfehlung für SAP. SAP ist aber nicht der einzige Profiteur dieses unumkehrbaren Trends, der die IT-Welt in den nächsten Jahren revolutionieren wird. Beispiel:

Beim Besuch ihres Einkaufszentrums werden Sie per Gesichtsscan identifiziert. Eine Software schaltet sich ein und ruft blitzschnell ihr Einkaufsverhalten der letzten Monate ab. Es wird eine Präferenzanalyse erstellt und wenige Sekunden später werden Sie über ihr Smartphone auf passende Angebote oder für Sie maßgeschneiderte Rabatte hingewiesen. Das klingt futuristisch, liegt aber nicht mehr in allzu weiter Ferne.


Datenvolumen verdoppelt sich alle zwei Jahre bis 2020. Die Beratungsfi rma IDC geht davon aus, dass sich die Menge der Daten, die innerhalb eines Jahres erstellt, vervielfältigt und konsumiert werden, bis 2020 alle zwei Jahre verdoppelt. Diese großen Datenmengen müssen besser und schneller verfügbar gemacht und analysiert werden. Daraus resultieren neue und innovative Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen. Das Geschäft ist skalengetrieben. Sind die Fixkosten verdient, stärkt jede zusätzlich verkaufte Softwarelizenz die Marge. Welche Softwareaktien haben hier langfristig neben SAP die besten Perspektiven?


EMC (WKN: 872 526; 24,63 $) - der Speicherspezialist. EMC verkauft Speicher, auf denen Terabytes von Informationen lagern, und Software, die den Datenwust analysiert. Mit dem Kauf von Greenplum hat EMC noch rechtzeitig den Aufsprung auf den Big-Data-Zug geschafft. Dadurch hat sich das Unternehmen Zugang zur Herstellung von Software-Produkten für die Realzeit-Analyse von Daten verschafft. EMC gilt bei amerikanischen Analysten als eine Top-3-Wahl unter den interessantesten Unternehmen für Big Data und Cloud Computing. Allerdings hat das Management zuletzt die Perspektiven für 2013 als relativ bescheiden dargestellt. Gleichwohl gehen Analysten davon aus, dass das Management bewusst tiefstapelt. Auch in den nächsten Jahren wird EMC sein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn fortsetzen können. Mit einem KGV von 12 ist die Bewertung moderat. Zuletzt haben sich bereits einige Hedgefonds positioniert. Technisch hängt die Aktie noch in der Luft. Ein Fall für die Watchlist.


TERADATA (WKN: A0M 0ZR; 62,26 $) ist der weltweit größte Anbieter von analytischen Datenbanksystemen. Das Unternehmen hat seine Kundenbasis in den vergangenen vier Jahren um mehr als 70 % erhöht. Teradata wird in den USA die Leistung zugeschrieben, Big Data aus der Nische der e-Commerce- und Handelskunden herausgeholt und für den Massenmarkt zugänglich gemacht zu haben. Die jüngsten Quartalszahlen des Unternehmens sprechen für sich. Über 10 %iges Umsatzwachstum und ein 14 %iges Gewinnwachstum lagen klar über den Erwartungen, dafür war der Ausblick mit einem Umsatzwachstum zwischen 8 und 14 % den Börsianern etwas zu konservativ. Mit einem KGV von 17 ist die Bewertung in Anbetracht des zweistelligen Wachstums nicht zu hoch. Inzwischen notiert Teradata rund 20 $ unter seinem Allzeithoch bei 80 $. Der lange Aufwärtstrend ist aber weiterhin intakt, sollte aber auch nicht gebrochen werden. Käufe um 60 $ sind akzeptabel, sollten aber um 57 $ per Stop Loss abgesichert werden.


SALESFORCE.COM (WKN: A0B 87V; 170,63 $) - die Wachstumsrakete. Das Unternehmen gilt als schlanker, wachstumsstarker Verfolger von SAP. Salesforce gilt als klassischer Cloud-Spezialist. Die sog. Sales Cloud wird über das Internet bereitgestellt. Damit entfällt die Komplexität herkömmlicher Software- und Hardwareprojekte, und der Kunde wird innerhalb weniger Tage Ergebnisse sehen. Allerdings gilt die Lizenzstruktur als wesentlich zyklischer im Vergleich zu SAP. Das birgt gewisse Risiken. Gleichwohl dürfte das Unternehmen seinen Umsatz im laufenden Jahr von 3,1 auf 3,9 Mrd. $ hochfahren. Der Gewinn je Aktie sollte von 1,52 auf 1,95 $ klettern. Daraus resultiert allerdings auch ein KGV von über 80. Die Aktie wird zudem mit ihrem achtfachen Umsatz an der Börse bewertet. Das ist sportlich.


Big Data braucht Big Security - da kommt SYMANTEC (WKN: 879 358; 22,64 $) ins Spiel. Big Data entwickelt sich mehr und mehr zu einer Herausforderung für die IT-Security-Abteilungen. Sie sehen sich konfrontiert mit immer komplexer werdenden Datenlandschaften, die geschützt werden müssen, sowie der zunehmenden Raffinesse und den immer besseren technischen Möglichkeiten der Hacker. Während das Unternehmen den Verbrauchern vor allem durch seine „Norton“-Antivirenprogramme bekannt ist, macht das Daten-Management inzwischen den größten Bereich aus. In dieser Sparte wuchs der Umsatz in dem Ende Dezember abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um 8 % auf 666 Mio. $. Insgesamt legten die Konzernerlöse um 4,4 % auf 1,79 Mrd. $ zu. Der Gewinn sank zugleich um 12 % auf 212 Mio. $, was dennoch über den Erwartungen lag. 2013 steuert man durch weitere Kosteneinsparungen dagegen. 2013 wird ein Gewinn je Aktie von 1,70 $ erwartet, für 2014 ca. 1,90 $. Das KGV von 11 sowie die zweifache Umsatzbewertung geben die positiven Aussichten in den nächsten Jahren kaum angemessen wieder. Wir gehen davon aus, dass Symantec in den nächsten Quartalen wieder zu einem zweistelligen Gewinnwachstum zurückkehren wird. Die Aktie ist ein Kauf.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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