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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 02.06.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 02.06.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Bei starken Schwankungen Kurs zu halten, kostete Nerven, ist aber strategisch richtig.

Entscheidend ist im Moment, aus der hohen Volatilität der Aktienkurse nicht die falschen Rückschlüsse zu ziehen. Stellen Sie sich die Frage, warum die Kurse schwanken und ob Sie deswegen Ihre Dispositionen ändern müssen.

Die Antwort lautet nein, denn: Ein Großteil der institutionellen Anleger befinden sich mit ihren Portfolios in einer Sackgasse, aus der sie nur schwer herauskommen. Ungeachtet der täglichen Nachrichtenlage bemühen sie sich um eine neue Aufteilung ihrer Anlagen, was erhebliche Umschichtungen mit sich bringt. Diese Umschichtungen verursachen im Moment die Turbulenzen der Kurse. Die herrschenden Ängste sind bedingt begründbar, aber nicht quantifizierbar. Wenn die Bonitäten einzelner Staaten in Frage zu stellen sind, dann ist der Kapitalmarkt gezwungen, dieses in neue Kurse und Konditionen umzusetzen. Das fällt ihm, wie schon vor zwei Jahren, sichtlich schwer. Per Saldo wird er aber angemessene Kurse für die jeweiligen Bonitäten finden. Selbst Griechenland ist finanzierbar, nur eben zu deutlich höheren Zinsen. Kapitalmärkte können nicht permanent fliehen und sich auch nicht andauernd in sicheren Häfen verstecken. So entsteht keine Tendenz. Diese entsteht nur aus einer kontinuierlichen Erwartungshaltung bezüglich einer künftigen Entwicklung. Deshalb sind die starken Schwankungen der Kurse im Moment zwar nervenaufreibend, geben aber so gut wie gar keine Orientierung über die mittelfristige Tendenz. Mithin ist der Aussagewert des täglichen Marktgeschehens gleich null. Die fundamentalen Daten sowohl der Konjunkturen in den einzelnen Wirtschaftsräumen als auch der Unternehmen sind wesentlich stabiler. Auch daran kann man sich besser orientieren als an den unmittelbaren Kursen. Die OECD hat gerade das Wachstum für die USA für 2010 und 2011 auf 3 bzw. 3,2 % erhöht und auch das deutsche Wachstum auf 3 % taxiert. Das deckt sich mit der Erwartungshaltung der Unternehmen, wie vor drei Wochen in den Quartalszahlen präsentiert. Beide Zahlen finden im Moment im Markt kein Gehör. Volatile Märkte bieten allerdings auch viel Opportunität. Angefangen von der Schnäppchenjagd bis hin zur Optimierung bestehender Positionen kann man die starken Kursschwankungen sehr gut nutzen. Dabei blendet man das allgemeine „Geschnatter“ der Märkte über Horror-Szenarien aller Art aus und fokussiert sich nur auf die Qualität der einzelnen Unternehmen. Vielleicht leichter gesagt als getan, aber im Moment die einzige sinnvolle Strategie. Insgesamt halten wir die Nervosität der Analysten für stark überzogen und mithin sogar realitätsfern. An dieser Hysterie beteiligen wir uns nicht.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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