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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 06.05.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.05.2016:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Apple - Aktie noch nicht tief genug

Ich kann Ihnen nicht sagen, ob die Korrektur der Apple-Aktie schon vorüber ist, oder ob es noch tiefer geht. Ich kann aber sagen, dass die Aktie inzwischen zu billig geworden ist und aus langfristiger Perspektive würde ich nun kaufen. Da wir jedoch zwei Drittel einer vollen Position haben, warte ich auf einen eventuell erfolgenden weiteren Ausverkauf, bevor wir unsere Position wieder voll machen.

Tim Cook zu sinkenden Verkaufszahlen

Gestern Abend hat CEO Tim Cook ein ausführliches Interview auf CNBC gegeben. Darin hat er nochmals die Erfolge Apples in China hervorgehoben und betont, dass die Wechselrate zum iPhone 6S höher sei als die, die man beim iPhone 5S beobachtet hatte. Die Kritik, dass die Verkäufe nicht mehr höher seien als die vom iPhone 6, was einen Quantensprung darstellte, ließ er gelten aber stellte immer wieder hervor, dass die S-Iteration keine große Neuerung mit sich bringe und daher nicht so viele Käufe nach sich zeihe. 

Sprich: Wir warten nun gespannt auf die Vorstellung des iPhone 7, die für diesen Herbst erwartet wird. Sodann, wie im vorhergehenden Update ausgeführt, könnte es schon im Jahr 2017 das iPhone 8 geben, so dass Apple zwei große iPhone-Iterationen hintereinander auf den Markt bringt und ggfls. der Umsatz entsprechend weiter anwächst. 



Indische Zukunftsmusik für Apple

Neben China sprach Tim Cook auch viel über Indien. im Jahr 2022 wird Indien das bevölkerungsreichste Land der Erde sein, wird also China überholen. In diesem Jahr beginn in Indien erst der Ausbau des LTE-Netzes, was für die Nutzung der datenfressenden iPhones elementar wichtig ist. So wird in Indien erst jetzt die Infrastruktur für moderne Smartphones geschaffen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die nächste Kursphantasie für Apple aus dem indischen Markt kommt. 

Ich fürchte jedoch, dass die Phantasie nicht von der Apple Watch kommt. Dazu habe ich eine interessante Analyse gelesen, in der Steve Jobs mit James Park verglichen wird, dem Gründer und CEO von Fitbit. Fitbit bietet eine Armbanduhr mit Tracking-Funktion an. Steve Jobs hat das Handy um einen MP3-Player erweitert. Die anderen Funktionen kamen erst viel später. Sprich: es wurde ein bekanntes Gerät genommen und um eine beliebte Funktionalität erweitert. Das ganze in schönem Design und extrem leicht zu nutzen. erst als die iPhone-Nutzer mit der Bedienung des Geräts ohne Tastatur vertraut waren, wurden mehr Funktionalitäten zugefügt. 

Apple Watch vs. Fitbit

Die Apple Watch ist bislang ein Mini-Smartphone für's Handgelenk, nicht aber eine Armbanduhr mit EINER zusätzlichen Funktion, wie bspw. das Tracking. Und weil die Apple Watch schon so viel können will, gibt es auch so viel Kritik an dem, was sie eben noch nicht perfekt kann. Nun ist das Rennen noch nicht entschieden, ob Fitbit einen Weg findet, seine loyalen Kunden mit immer mehr Funktionalität zu begeistern, oder ob Apple die erschlagende Vielfalt einfach nutzbar machen kann, bevor die Kunden zu Fitbit laufen. Ich weiß nicht, wer bei diesem Rennen die Nase vorn haben wird. 

der Kritikpunkt an der Apple Watch geht tief ins Herz von Apple: Seit Steve Jobs gestorben ist, ist die Apple Watch die erste wirkliche Innovation. Und die scheint hier nicht optimal zu laufen. Oder anders gesagt: Der ehemalige COO von Steve Jobs, Tim Cook, ist halt ein perfekter COO (Chief operative Officer), Chef des operativen Geschäfts. Das, was Apple hat, perfektioniert er. So auch das Smartphone auf die Größe einer Armbanduhr. Wirklich neue Ideen sind von ihm jedoch bislang noch nicht präsentiert worden. Und das ist der Kern der Apple-Kritik. 

Fazit

Meine Antwort: Richtig. Aber deswegen ist Apple bereits mit einem KGV 2017e von nur 9 bewertet, für einen Weltmarktführer viel zu günstig. Ich fürchte, dass eine Reihe von Analysten in den kommenden Tagen noch ihre Kursziele reduzieren werden, was nochmals Druck auf die Aktie erzeugen könnte. Entsprechend würde ich noch ein paar Tage mit dem Nachkauf warten, vielleicht rutscht die Aktie ja noch unter 80 Euro. Mittel- und langfristig jedoch sollte die Aktie wieder steigen. Nicht nur China und Indien werden meiner Ansicht nach für frisches Wachstum sorgen, sondern auch die bislang noch kleinen Geschäftsbereiche Services, wie der App-Store und auch Apple Pay.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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