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Veröffentlicht von Redaktion "fonds kompakt" am 28.01.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 28.01.2009:

Börsenbrief fonds kompakt
fonds kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Anleihen - die gewisse Portion Sicherheit?

Kapitalschutz ist derzeit „en vogue“. Sicherheit und Beständigkeit sind Schlagworte, die man vor gut einem Jahr an den Börsen eher als langweilig angesehen hat. Wo bleibt schließlich die Rendite? Inzwischen sieht das anders aus: Im Strudel der Finanz- und Wirtschaftskrise sind Anlagen, die eine gewisse Sicherheit versprechen, zum Verkaufsschlager geworden. Anleihen werden in aller Regel dazu gezählt.

Anleihen, auch Renten genannt, sind mittlerweile ein Renner geworden. Jeder will sie im Depot haben, „zur Sicherheit“. Auch wenn diese Annahme ihre Berechtigung hat, sollten sich Anleger näher mit Anleihen beschäftigen. Denn auch diese Investmentart kann bei Fehlinformation ihre Tücken und Gefahren haben. Generell versteht man unter einer Anleihe eine Schuldverschreibung. Der Schuldner, der die Anleihe begibt, verschuldet sich beim Käufer der Anleihe. Der Nennwert – in der Regel 100 – drückt den Preis aus, zu dem die Anleihe zurückgezahlt wird. Der Kupon benennt wiederum die Verzinsung, die die Anleihe abwirft. Diese im Voraus vereinbarten Zinsen sind in der Regel höher als bei einem Sparbuch. Die Verzinsung kann über die gesamte Laufzeit fix sein oder variieren. Variabel verzinste Forderungspapiere werden auch Floater genannt. In der Realität ist der Anleger, ähnlich wie bei Aktien, nur selten im physischen Besitz einer Anleihe. Der Inhaber einer Anleihe hat die Möglichkeit, die Anleihe entweder bis zur Rückzahlung (Tilgung) zu behalten oder sie vorher weiterzuverkaufen. Verändert sich das allgemeine Zinsniveau, das in erster Linie von volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängt, dann ändert sich auch der Preis der Anleihe bei einem vor der Tilgung liegenden Kauf oder Verkauf. Steigt das Zinsniveau, so fällt der Preis der Anleihe. Fällt allerdings das Zinsniveau, so steigt der Preis der Anleihe. Anleihen können somit zwar jederzeit verkauft werden, allerdings besteht auch ein gewisses Kursrisiko.


Die Laufzeit einer Anleihe

Ein Schuldner legt zudem bei der Ausgabe einer Anleihe genau fest, über welchen Zeitraum er sich verschulden möchte. Daher gibt es auch viele verschiedene Laufzeiten bei Anleihen, von einem Jahr bis zu 30 Jahren. Einjährige werden auch „kurzfristige Anleihen“ genannt, Anleihen hingegen mit einer Laufzeit bis zu acht Jahren „mittelfristige“, alles darüber hinaus wird als so genannte Langläufer bezeichnet. Gerade Letztere werden dann vom Schuldner aufgelegt, wenn dieser in den nächsten Jahren mit einem steigenden Zinsniveau rechnet. Man will dann das bis dato noch vorhandene niedrige Zinsniveau für einen möglichst langen Zeitraum sichern. Zum Ende der Laufzeit zahlt der Schuldner die Anleihe zum Nennwert zurück. Sollte man jedenfalls meinen …


Die Emittenten

Denn bei Anleihen spielt die Bonität des Emittenten eine wichtige Rolle. Daher ist nicht jede Anleihe qualitativ mit der anderen zu vergleichen. Die am meisten gehandelten Anleihen sind so genannte Government Bonds, dass heißt, Anleihen, die von der öffentlichen Hand begeben werden. Ein Beispiel dafür sind Bundesanleihen. Banking Bonds werden dagegen von Kreditinstituten begeben. Die Kreditinstitute stellen das aufgebrachte Kapital ihrerseits Kreditnehmern zur Verfügung. Eine weitere Variante sind die so genannten Unternehmensanleihen, die Corporate Bonds. Letztere werden von Konzernen als Finanzierungsalternative eingesetzt, die sich damit Kapital beschaffen, ohne dass sie bestehende Kreditlinien belasten müssen. Ein weiterer Vorteil: Das aufgenommene Kapital ist erst am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen, es müssen aber gleichzeitig keine Unternehmensanteile abgegeben werden. Denn anders als bei Aktien erwirbt der Käufer einer Anleihe keinen Anteil am Eigenkapital der Gesellschaft.


Die Frage nach der Bonität

Gerade seit Pleiten wie beispielsweise Lehman Brothers rückt die Frage nach der Bonität des Emittenten immer stärker in den Fokus. Schließlich wollen die Anleger wissen, ob der Schuldner fähig ist, während der Laufzeit der Anleihe alle finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen und den Nennwert am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Dafür gibt es die Ratings. Rating- Agenturen wie Moody‘s und Standard & Poor‘s untersuchen die entsprechenden Unternehmen, bewerten ihre Kreditwürdigkeit und ermitteln Kennziffern für Investoren, damit diese das Risiko einer Anleihe besser einschätzen können. Es erfolgen permanent Überprüfungen, die besonders auf Unternehmensentwicklungen in der Zukunft gerichtet sind und gegebenenfalls Bonitätsanpassungen nach oben oder unten bewirken. Eines sollten Anleger aber immer bedenken: Eine hohe Verzinsung signalisiert auch ein entsprechend hohes Ausfallrisiko. Auf Sicherheit bedachte Anleger sollten daher eine Anleihe mit einer moderaten Verzinsung von 4% bis 6% einer Anleihe mit einer Verzinsung von über 10% unbedingt vorziehen, denn um das Bonitätsrating dürfte es bei der letzteren Version schlechter bestellt sein. Solide Anleihen sind eigentlich Produkte, die beste Qualität und das geringste Ausfallrisiko beinhalten und somit die Bestnote „Triple A“ haben. So genannte „Junk Bonds“ gehören dagegen in die Abteilung „Zocken“, denn hier werden Anlegern zwar die höchsten Zinsen im Anleihemarkt geboten, es droht aber auch jederzeit der Zahlungsausfall.


Fazit

Anleihen sind eine gute Ergänzung für jedes Depot und können zur Risikominimierung eingesetzt werden, keine Frage. Man sollte aber wie bei allen Investments nicht nur auf ein Pferd setzen. Eine gesunde Mischung aus Sicherheit und Rendite stellen derzeit Bundesanleihen dar. Nähere Informationen finden Sie unter www.deutschefinanzagentur. de.   


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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