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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 03.02.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 03.02.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Alles dreht sich um den US-Dollar

Er wird der wichtigste Indikator für die Verfassung der Kapitalmärkte in den nächsten Monaten. Seine derzeitige Erholung ist nicht temporär, sondern tendenziell. Damit ändern sich auch die Rahmenbedingungen an den Aktien- und Anleihenmärkten.

Im wesentlichen wird die Dollar-Tendenz von drei unabhängigen Kräften angeschoben, die sich gegenseitig verschärfen. Der steigende Dollar ist in erster Linie ein Indikator für den Verlauf der US-Konjunktur. Wenngleich die positiven Zahlen für das vierte Quartal zu relativieren sind (siehe Seite 2), wird die US-Konjunktur die höchste Dynamik aller Industriestaaten in diesem Jahr ausweisen. Daraus ergibt sich eine relative Stärke der Währung, weil sich auch die Handels- und Leistungsbilanz der USA weiter verbessern wird. Zweitens hat der Euro bzw. der Euroraum ein ernstes Glaubwürdigkeitsproblem. Natürlich wird Griechenland von den übrigen Eurostaaten aufgefangen wie EU-Kommisar Baroso bestätigte. Die Frage ist aber, wie. Führt diese Krise dazu, daß schwache Länder wie Griechenland, Italien oder Spanien ernsthaft einen Weg konsolidierter Haushalte einschlagen, dann wird dies mittelfristig die Eurozone stärken. Zieht Griechenland Brüssel über den Tisch, tritt genau das Gegenteil ein. Im Moment ist das Ergebnis offen und belastet den Euro. Drittens machen die ausländischen Investoren im Euroraum Kasse. Zum einen wegen der Währung und zum anderen wegen der bevorstehenden Regulierung der Banken, wie von Präsident Obama vorgeschlagen. Angelsächsische Private Equity- und Hedge-Fonds-Investoren realisieren ihre Gewinne in der Eurozone und repatriieren ihre Liquidität in den Dollar-Raum. Dieser Effekt kann sich verstärken, je nachdem, wie drastisch und schnell Obama seine Vorstellung eines Trennbanken- Systems in den USA vollzieht. Viertens sieht das US-Budget glaubhaft aus. Eine Neuverschuldung von 1,3 Bio. Dollar ist eine griffige, glaubwürdige Größe, mit der die Kapitalmärkte arbeiten können. Zeitgleich hat die FED bestätigt, die Interventionen am Anleihenmarkt per März zu beenden. Beides zusammen gibt dem Anleihenmarkt eine Perspektive über das künftige Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Damit wird der amerikanische Anleihenmarkt zur berechenbarsten Größe. Fazit: Ein fester Dollar ist für die Kapitalmarkttendenz grundsätzlich positiv. Er wird gegenüber dem Euro nicht gleich 1:1 laufen, aber die 1,25 Dollar je Euro werden wir in diesem Jahr sehen. Interessant wird, wie sich das Gold verhält, weil sich andeutet, daß es trotz der schwachen Dollar-Tendenz nicht schwächer notiert. Aus Sicht der Anleger ergibt sich sicherlich auch eine Präferenz des Dollar-Raumes, weil die Dynamik der Unternehmensgewinne der US-Unternehmen US-Aktien interessanter werden lassen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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