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Veröffentlicht von Redaktion "Conservativer Effectenbrief" am 12.09.2013

AfD - Mobilisierung der Nichtwähler

AfD - Mobilisierung der Nichtwähler

Das Mobilisierungspotential von Nichtwählern bei der kommenden Bundestagswahl, welche ihre Stimmen der Alternative für Deutschland (AfD) geben könnten, wird anhand der Studie „Nichtwähler in Deutschland“ der Friedrich-Ebert-Stiftung verdeutlicht.

Man betrachte die Gesamtheit der befragten Nichtwähler (Abk.: NWges) im Vergleich zu zwei bedeutenden Nichtwählergruppen (vgl. Güllner (2013), S. 16 ff.), die an mindestens zwei der insgesamt vier Bundestagswahlen seit 1998 teilgenommen und jeweils ausschließlich für eine Volkspartei (SPD bzw. CDU/CSU) gestimmt haben (Abk.: NWSPD bzw. NWUnion).

Acht von zwölf politischen Themen werden von nahezu der Hälfte der Studienteilnehmer als sehr wichtig eingestuft (vgl. ebd., S. 62 ff.) und nachfolgend in absteigender Zahl der Gesamtnennungen in Prozent als modifizierte Rangliste aufgeführt:

 

1 (NWges: 83% NWUnion: 86% NWSPD: 83%) Gutes Schul- und Bildungssystem

2 (NWges: 68% NWUnion: 69% NWSPD: 64%) Gutes Gesundheitssystem

3 (NWges: 68% NWUnion: 69% NWSPD: 69%) Sicherung der Altersversorgung

4 (NWges: 63% NWUnion: 62% NWSPD: 64%) Sicherung der Arbeitsplätze

5 (NWges: 54% NWUnion: 58% NWSPD: 55%) Sicherung der Energieversorgung

6 (NWges: 52% NWUnion: 62% NWSPD: 53%) Sicherung der Geldwertstabilität

7 (NWges: 50% NWUnion: 55% NWSPD: 50%) Lösung der Eurokrise

8 (NWges: 49% NWUnion: 39% NWSPD: 55%) gesetzlicher Mindestlohn

 

Darstellung in Anlehnung an Güllner (2013), S. 63

 

Die Themen 3, 6 und 7 werden von der Öffentlichkeit inhaltlich stark mit der AfD verbunden. Sie bilden somit das größte Stimmenpotential unter den Nichtwählern für diese Partei und die größte Gefahr von Wechselwählern in der Union (überdurchschnittlich häufige Nennung der Themen 6 und 7 mit +10/+5 Prozentpunkten bei NWUnion).

 

[...]die Politiker wieder ein Ohr für die Sorgen und Nöte haben“, „[...]die Parteien wieder klarer unterscheidbar würden“, „[...]es zwischen den Parteien ein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt und es auf jede Stimme ankommt“ (ebd., S. 79) sind diejenigen drei von sechs am häufigsten genannten Aussagen zur Erhöhung der Wahlbereitschaft , die für alle Parteien gleichermaßen von enormer Bedeutung sind. Es besteht ein überdurchschnittliches Wechselwählerpotential beider Volksparteien hin zu der AfD (überdurchschnittlich häufige Nennung der drei Aussagen: +4/+9/+9 Prozentpunkte bei NWUnion, +5/+5/+7 Prozentpunkte bei NWSPD ), da diese Kleinpartei von der Wahlmüdigkeit, Wahlverdrossenheit sowie der aktuellen Stimmungslage in der Bevölkerung bzgl. der Eurokrise, ihrer stärkeren Profilschärfung und Ausrichtung auf wenige Kernthemen profitieren könnte.

 

 

 

Quelle:

Güllner (2013) Güllner, Manfred; Molthagen, Dieter (Hrsg.): Nichtwähler in Deutschland, bub Bonner Universitäts- Buchdruckerei, Berlin 2013

 

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