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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 05.09.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 05.09.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

YAHOO, GOOGLE, FACEBOOK - ein gewinnbringendes Trio?

Nachdem die Zahlenwerke der drei Internetgiganten vom Markt ausreichend im Kurs verarbeitet sind, ist es an der Zeit, eine mittel- bis langfristige Perspektive zu formulieren. Beginnend mit dem Unternehmen, dass die Analysten in Jubelstimmung versetzte - Facebook.

FACEBOOK (WKN: A1J WVX; 41,29 $) - das Comeback des Jahres. Der katastrophale Kurssturz nach der Emission im vergangenen Jahr machte die Aktie unter Analysten lange Zeit zu einer Lachnummer, die zu einem völlig utopischen Preis an die Börse ging. Die Zahlen zum zweiten Quartal haben indes die Qualität, die bislang negativen Einschätzungen grundlegend neu zu ordnen. Was hat sich geändert?

Facebook hat das Wachstumstempo dank höherer Werbepreise deutlich erhöht. Der Umsatzanstieg von knapp 50 % im zweiten Quartal ist bemerkenswert. Solch ein Sprung gelang zuletzt im vierten Quartal 2011. Viel wichtiger aber noch war der Sprung beim mobilen Geschäft, welches bislang als Achillesferse des Konzerns galt. Hier stieg der Umsatz sogar um 75 % auf 656 Mio. €. Damit erlöst Facebook rund 41 % (erstes Quartal 30 %) seiner Werbeerlöse auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Aufgrund dieses rasanten Wachstums rechnen wir damit, dass die mobilen Werbeerlöse bereits zum Jahresende das Gros der Erlöse ausmachen wird. Der Nachweis, im mobilen Geschäft Geld zu verdienen und überproportional zu wachsen, ist gelungen.

Sind 100 Mrd. $ Börsenwert zu teuer? Der Umsatz zum ersten Halbjahr lag bei nur 3,3 Mrd. $. Zum Jahresende werden es 7 bis 8 Mrd. $ sein. Der Gewinn je Aktie per 2013 wird zwischen 60 und 70 Cent erwartet. Das macht ein KGV von 60. Auf den ersten Blick ist das ambitioniert. Aber:

Das Potenzial bei den Werbeerlösen ist gigantisch. Facebook kommt derzeit auf eine Nutzerzahl von rund 1,1 Mrd. Menschen (700 Mio. aktive Nutzer pro Tag) - Tendenz weiter steigend. Google schafft es auf etwa 2 Mrd. User. Während die Werbeerlöse je Nutzer bei Google um 20 $ liegen, kommt Facebook in Nordamerika erst auf 3,67 $, in Europa auf 1,67 $ und in Asien auf 68 Cent. Brancheninsider rechnen hier mit einer rasanten Aufholjagd und hohen Skaleneffekten, die das KGV in den nächsten Jahren schnell schmelzen lassen. Und denken wir einen Schritt weiter:

Angenommen, Facebook würde seinen Dienst in den USA und Europa kostenpflichtig machen. Und wären es nur 1 $ im Monat, so wäre dies ein gigantischer Ertragstreiber, selbst dann, wenn sich die Nutzerzahl halbieren würde, wovon wir aber nicht mal ausgehen würden. Bei 1,1 Mrd. Facebook-Nutzern sind die Möglichkeiten, neue Geldquellen zu erschließen, fast unbegrenzt groß. Wir würden uns nicht wundern, wenn die Aktie in 12 Monaten rund 30 % höher notiert.

Die Marktführerschaft von GOOGLE (WKN: A0B 7FY; 846 $) bei den Suchmaschinen ist erdrückend. Mehr als vier von fünf Suchanfragen werden laut dem Internet-Portal Netmarketshare an Google gestellt - in einigen Ländern sind es noch mehr. So besuchen - Schätzungen zufolge - hiesige Surfer bei neun von zehn Fragen Google.de. Das entwickelte Betriebssystem „Android“ ist mittlerweile zum führenden Betriebssystem für Smartphones avanciert. Zudem hat sich Google nicht weniger zum Ziel gesetzt, als alle Informationen dieser Welt zu digitalisieren, auch die privaten. Selbstfahrende Autos, Computer in Form einer Brille, das Internet auf dem Fernseher, ein Handy, das auf’s Wort gehorcht - das sind nur einige der Neuerungen, die das Unternehmen kürzlich vorgestellt hat. Das bläst die Kosten zunächst auf, wird sich aber langfristig auszahlen. Wir geben zu bedenken:

Trotz Milliardeninvestitionen wird Google 2013 rund 11 bis 12 Mrd. $ verdienen bei knapp 50 Mrd. $ Umsatz. Da steckt deutliches Margenpotenzial drin, sobald sich die neuen Geschäftsfelder etablieren. Felder, die sich als nicht rentabel erwiesen haben, lässt Google inzwischen konsequent schließen. Mit einem cashbereinigten KGV um die 16 ist die Aktie moderat gepreist. Das verspricht ein Aufwärtspotenzial von 15 bis 20 % p. a. über die nächsten drei Jahre. Abstauberlimit 775 $.

YAHOO! (WKN: 900 103; 27,12 $) hat mehr amerikanische Internet-Nutzer als Google. Die Yahoo!-Seiten in den USA sind im Juli auf über 196 Mio. Besucher gekommen. Der große Rivale Google lag mit 192 Mio. Besuchern erstmals seit über zwei Jahren nur auf Platz zwei. Dennoch - Yahoo! ist zwar klar profi tabel, verzeichnet aber kaum Wachstumsdynamik. Und dennoch könnte Yahoo! zu einem richtigen Börsenkracher avancieren.

Die Explosivität der Aktie liegt in der 24 %-Beteiligung an Alibaba. Alibaba ist der führende ECommerce- Anbieter in China, vergleichbar mit Amazon und Ebay. Mit einem Transaktionsvolumen von 180 Mrd. $ in 2012 (+ 70 %) wurden Amazon und Ebay in den Schatten gestellt. Branchenexperten taxieren den fairen Wert im Zuge des kommenden IPO´s auf 120 Mrd. $. Damit würde die Alibaba-Beteiligung den kompletten Börsenwert von Yahoo! abdecken. Die eigentliche Yahoo! gäbe es gratis dazu. 50 %-Chance auf 12 bis 18 Monate. Abstauberlimit 25 $.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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