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Veröffentlicht von Der Goldreport Ltd am 23.01.2014

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 23.01.2014:

Börsenbrief Der Goldreport
Der Goldreport

Der Goldreport Ltd - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2003

Wie lange werden die Goldpreise noch über die COMEX bestimmt?

Heute wollen wir einmal etwas tiefer in den Goldmarkt blicken. Wie Sie alle wissen, wird der Preis für Gold hauptsächlich über den Handel an der US- Terminbörse COMEX bestimmt. Mit Papiergoldkontrakten wird dort Gold gehandelt, welches nur zum Bruchteil physisch den Besitzer wechselt und im Ernstfall überhaupt nicht verfügbar ist.

Die Goldpreismanipulation ist ein tägliches Geschäft der Großbanken, doch langsam wird die Luft dünner. Nach LIBOR-Skandal und der aufgedeckten Manipulation des Fremdwährungshandels steht der Goldhandel inklusive dem Londoner Gold-Fixing nun auf der Überwachungsliste der BaFin und anderer Finanzregulatoren: DIE WELT über die aktuellen Prüfungen

Die DEUTSCHE BANK will (muss?) sich als Teilnehmer beim Londoner Gold-Fixing verabschieden und auch andere Terminbörsen, wie die Shanghai Gold Exchange, werfen Pläne über den Haufen, einmal am Tag ein Fixing durchzuführen.

Betrachten wir uns aktuell die Situation an der COMEX beim Gold, so sehen wir eine Extremsituation beim Vergleich von physisch hinterlegter Ware und dem Open-Interest, also den offenen Positionen aller Marktteilnehmer. 

Im folgenden Chart sehen Sie oben den Goldpreis, darunter das Open- Interest und die physisch hinterlegten Goldbestände an der COMEX. Ganz unten sind die theoretischen Besitzer je hinterlegter Unze aufgeführt. 


 

Seitdem der Goldpreis in 2013 unter die Marke von 1.500 USD gefallen ist, haben diverse Marktteilnehmer ihre, bei der COMEX hinterlegten, Goldunzen abgezogen. Dies sehen Sie im zweiten Chart von unten. Waren es Anfang 2013 noch rund 3 Millionen Unzen, sind es aktuell nur noch 370.000 Unzen Gold (Marktwert aktuell ca. 457 Millionen USD). Rund 2,7 Millionen Unzen Gold wurden also innerhalb eines Jahres aus den Lagern abgezogen!

So explodierte die Ratio vom hinterlegten Gold zum Open-Interest an der COMEX. In den vergangenen 10 Jahren war der bisherige Rekord von knapp 40 Besitzern (Mitte 2011). Aktuell hat jede Unze mehr als 111 Besitzer!

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei einer größeren physischen Auslieferung der Markt von heute auf morgen leergefegt werden würde. Wir sprechen jetzt nicht mehr über 3 Millionen Unzen im Gegenwert von 3,7 Milliarden USD sondern lediglich über 370.000 Unzen im Gegenwert von weniger als einer halben Milliarde USD!

Die Goldpreise werden also in einem Markt bestimmt, der rein gar nichts mit der Angebots- und Nachfragesituation im physischen Markt zu tun hat. An der COMEX werden tagtäglich, je nach Marktlage, zwischen 50.000 und 200.000 Goldkontrakte gehandelt. Ein Kontrakt stellt 100 Unzen Gold dar. Wir sprechen also über ein Volumen von 5 – 20 Millionen Unzen Gold, die täglich als Papiergold über die COMEX bewegt werden (siehe Chart folgende Seite).

Welche Aussagekraft hat also ein Markt, der von wenigen Wall-Street und Bankengrößen diktiert wird, wenn nicht einmal 10% des täglichen Handelsvolumens im Ernstfall ausgeliefert werden könnte? 


 

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch einen Chart zeigen, der aus meiner Sicht ausreicht, um die Manipulation des Goldpreises in einem Bild nachzuweisen. Sie sehen in dem folgenden Chart den durchschnittlichen Goldpreisverlauf innerhalb eines Tages. Die Datenbank für die Ermittlung wurde über 6 Jahre angelegt bzw. 1.700 Handelstage und ist somit sehr Aussagekräftig.

Im Chart sehen Sie den Goldpreis im Tagesverlauf über den Handel in HONG KONG am Anfang des Tages bis hin zum Schluss in New YORK. Markiert sind die beiden Fixings in London. Sowohl beim morgendlichen Fixing als auch beim abendlichen Fixing lag der Goldpreis im Durchschnitt dieses 1.700 Handelstage an einem Tief!



 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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