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Veröffentlicht von Redaktion "Aktionärsbrief" am 20.01.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 20.01.2010:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Wer besitzt die deutschen Aktien?

Diese Frage ist nicht theoretisch zu sehen, sondern spielt eine sehr praktische Rolle in der Einschätzung der Börsentendenz deutscher und letztlich auch europäischer Aktienmärkte in diesem Jahr. Was in den letzten Tagen an Zahlen zu diesem Thema herausgekommen ist, liefert ein gemischtes Bild ab.

Denken Sie bitte über folgendes nach: Die Ausländer spielen weiter eine dominierende Rolle. Zwischen 70 und 80 % der täglichen Umsätze an den deutschen Börsen werden durch ausländische, vorwiegend angelsächsische Investoren getätigt. Wie schon seit 2003 sind das sehr aktive und bewegliche Investoren (Hedge-Fonds), die einen ungewöhnlich hohen Einfluß auf die Kurstendenz haben. Sie haben auch 2009 im Wesentlichen die feste Börsentendenz ermöglicht und bleiben bislang dominierend. Die deutschen institutionellen Anleger halten sich weiter zurück. Entgegen unserer Erwartung führen die vor kurzem geänderten Bilanzierungsregeln noch nicht zu höheren Aktienquoten seitens der Versicherungen. Im Gegenteil: Der Finanzchef des größten deutschen Versicherungskonzerns weigert sich, seine Aktienquote zu erhöhen, und setzt stattdessen weiterhin auf Anleihen und sogenannte alternative Investments. Er vertritt ca. 400 Mrd € Anlagekapital direkt, dürfte aber für die gesamte Versicherungsbranche, die circa 1 Billionen € verwaltet, sprechen. Das ist für den deutschen Aktienmarkt ein wesentliches Handicap. Die Privatanleger kommen zurück. Zwar nicht in großen Mengen, aber in der Tendenz bemerkenswert. Derzeit halten mit 3,6 Mio Deutschen gut 230.000 mehr Aktien als noch im Jahr zuvor. Sie wechselten im Wesentlichen aus den Fondsanlagen, deren Zahlen etwa im gleichen Umfang im letzten Jahr fielen. Die obenstehenden Grafik verdeutlicht die Tendenz der letzten 10 Jahre, die im Wesentlichen darstellt, wie sich die Deutschen von der Aktie verabschiedet haben und damit den Markt in seiner Struktur und seiner Richtung anderen überlassen hat. Wo liegt die Bewandtnis? Im Moment dominiert kurzfristig angelegtes Kapital. Es ist sehr schwer einzuschätzen, wie langfristig sich ausländisches Kapital in deutschen Aktien engagiert. Hedge-Fonds suchen aber Performance und Performance ergibt sich nur aus hoher Volatilität. Dabei ist es dem Anleger gleich, wie diese Volatilität zustande kommt. Institutionelle Anleger wie Versicherungen wären dagegen ein stabilisierender Faktor. Auf diesen haben wir für 2010 auch gebaut, um der Tendenz deutscher Aktien Nachhaltigkeit und Stabilität zu verleihen. Das bleibt das entscheidende Kriterium. Die Privaten sind nicht stark genug, um eine Tendenz zu bestimmen, können aber das Bild mitprägen. Aus Sicht der privaten Vermögensbildung ist die Direktanlage mit Sicherheit zu begrüssen. All dies ergibt noch keine DAX-Prognose, aber die Gewichtung der jeweiligen Aktionäre erhöht die Wahrscheinlichkeit, daß die bisherigen Prognosen eintreffen.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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