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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 05.02.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 05.02.2015:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Welche US-Aktien Sie jetzt noch kaufen können

Das Dilemma vieler US-Unternehmen haben wir in den letzten Wochen hinreichend beschrieben. Dass der Gegenwind schärfer wird, steht außer Frage. Neben den rückläufi gen Gewinntaxen spielt auch eine Rolle, dass der US-Markt mit einem KGV von 17 zu 18 auf der einen Seite relativ zu den Europäern teuer, auf der anderen Seite relativ zum Zinsniveau fair bewertet ist. Die Hausse der letzten Jahre wurde zu einem guten Teil von der steigenden Bewertung getragen. Seit sechs Jahren hat der amerikanische Aktienmarkt ununterbrochen Gewinne verzeichnet. Sieben Jahre am Stück hat es dies noch nie gegeben. Wer sein Portfolio diversifi zieren möchte, kommt an US-Titeln dennoch nicht vorbei. Bei neuen Käufen sollte die Auswahl aber wohlüberlegt sein.

Fokussieren Sie sich auf US-Unternehmen, die ihr Geld hauptsächlich in den Vereinigten Staaten verdienen. Trotz spürbarer Probleme vieler exportorientierter Unternehmen wird die US-Wirtschaft auch 2015 beim Wachstum stark bleiben. Ökonomen erwarten eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts um 3,3 %. Das ist im Vergleich zu Europa und Japan attraktiv, wo nur mit einem Zuwachs von rund 1 % gerechnet werden darf. Der starke Dollar sowie die niedrigen Energiepreise treiben den privaten Verbrauch (s. Seite 2) an. Amerikanische Unternehmen erwirtschaften ca. zwei Drittel ihres Umsatzes im Heimatmarkt. Viele Gesellschaften sind ausschließlich in den USA tätig. Darauf sollte der Fokus bei US-Investments liegen. Unsere aktuellen Vorschläge lauten:

AT&T (WKN: A0H L9Z; 32,92 $) bleibt die Alternative zum Bondmarkt für institutionelle Investoren. Über 5,3 % Dividendenrendite sind kaum zu toppen. Die Aktie ist kein Sprinter, sondern volatilitätsarm, verlässlich und kaum zyklisch. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg im vierten Quartal um 0,9 % auf 0,55 $, der Umsatz um 3,7 % auf 34,3 Mrd. €. Das Minus von netto 4 Mrd. $ war Folge von neu berechneten Pensionsverpfl ichtungen und Abschreibungen auf Vermögenswerte. Im laufenden Jahr dürfte der Gewinn um 3 bis 4 % zulegen. Gleiches gilt für den freien Cashfl ow, was die Dividende felsenfest untermauert. Die Analysten geben grünes Licht. Nomura hat nach den Zahlen ein Ziel von 38 $ ausgegeben, Oppenheimer liegt bei 36 $ und Morgan Stanley bei 34 $. Fazit: Da AT&T fast nur auf den Heimatmarkt fokussiert ist und zugleich eine hohe Dividende abwirft, sollte sich das institutionelle Interesse an der Aktie weiter verfestigen. Die Aktie ist auch fester Bestandteil in unserem „Passiven Einkommen Portfolio“, welches demnächst aktualisiert wird.

DELTA AIRLINES (WKN: A0M QV8; 47,31 $) profitiert gleich doppelt vom aktuellen Gemengelage. Zum einen sind da die niedrigen Kerosinkosten durch den halbierten Ölpreis. Zum anderen sorgt die gestiegene Kaufkraft der Amerikaner auf dem Heimatmarkt (mehr als 50 % der Umsätze) für eine hohe Nachfrage nach Inlandsfl ügen. Da es auf dem Inlandsmarkt kaum Überkapazitäten gibt, kann Delta Airlines die Preise stabil halten. Das, was bei den Kerosionkosten gespart wird, kommt auch zu 100 % beim Gewinn an. Die Zahlen zum vierten Quartal waren schon beeindruckend und lagen weit über den Erwartungen. 2015 dürften über 2 Mrd. $ niedrigere Kerosinkosten anfallen als 2014. Nach einem Gewinn je Aktie von 3,31 $ in 2014 liegen die durchschnittlichen Konsensschätzungen per 2015 bei etwa 5 $ je Aktie. Das macht ein KGV von 9,4. Positive Überraschungen sind möglich. Denn:

Die Ölpreise dürften 2015 noch unter Druck bleiben. So stiegen die US-Lagerbestände zuletzt auf ein 80-Jahreshoch. Allein in den letzten zwei Wochen stiegen die Lagerbestände so stark wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Fazit: Die Aktie bleibt ein klarer Kauf. Erstes Kursziel sind 63 $. Der Wert ist zwar auch in Deutschland handelbar, wir raten aber zum Kauf an der NYSE.

PAYCHEX (WKN: 868 284; 44,76 $) punktet mit solider Gewinndynamik und Dividendenrendite. Paychex ist quasi wie Datev in Deutschland. Bei Lohn- und Gehaltsabrechnungsdiensten sowie Personaldienstleistungen für kleine bis mittelständische Unternehmen in den Vereinigten Staaten ist man Marktführer. Der Umsatz wird zu 100 % in den USA generiert. Der robuste Arbeitsmarkt in den USA kommt dem Unternehmen zugute. Die jährliche Gewinndynamik liegt bei rund 8 bis 10 %. Zuletzt hat das Unternehmen eine Quartalsdividende von umgerechnet 0,337 € ausgeschüttet. Das entspricht einer Dividendenrendite von 3,3%. Für das vergangene zweite Quartal (Geschäftsjahr 2014/15) meldete Paychex einen Umsatzanstieg um 10 % auf 676,3 Mio. $. Der Nettogewinn legte um 9 % auf 173 Mio. $ oder 47 US-Cent je Aktie zu. Da der 2015er Ausblick leicht unter den Erwartungen blieb, kam es zuletzt zu einem Rücksetzer. Fazit: Eine hohe Dividendenrendite und ein solides nachhaltiges Gewinnwachstum überzeugen uns. Wir legen uns mit einem Abstauberlimit um 42 $ auf die Lauer. Zielrichtung dann 52 bis 54 $.

WELLS FARGO (WKN: 857 949; 52,19 $) wird die Gewinne Jahr für Jahr weiter steigern. Der amerikanische Finanzdienstleister profi tiert von der starken Inlandskonjunktur und der guten Konsumstimmung der Amerikaner. Die Nachfragen nach Bank- Versicherungs-, Investment- und Hypothekendienstleistungen sind weiterhin hoch. Das Konsumentenkreditgeschäft brummt und der Gewinn je Aktie wird bis 2016 um weitere 10 % steigen. Im letzten Quartal wurden die Gewinnerwartungen exakt getroffen. Das KGV von 12 ist moderat und die Dividendenrendite von knapp 2,5 % überdurchschnittlich. Fazit: Wer eine solide amerikanische Bankaktie sucht, ist hier richtig aufgehoben. Platzieren Sie ein Kaufl imit bei 50 $ mit Zielrichtung 62 $.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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