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Veröffentlicht von Performaxx-Anlegermedien GmbH am 21.09.2009

Wacker Neuson: Krise als Einstiegschance

Wacker Neuson: Krise als Einstiegschance

Wegen der noch anhaltenden Krise der Maschinenbaubranche – im Juli lag der Auftragseingang weiterhin mehr als 40 % unter dem Vorjahresniveau – sind Investoren hier nach wie vor eher zurückhaltend, so dass viele Aktien noch vergleichsweise günstig zu haben sind. Dies gilt trotz eines beachtlichen Kursaufschwungs in den letzten Monaten auch für den Baumaschinenproduzenten Wacker Neuson, den wir im Folgenden näher betrachten wollen.

Schwerpunkt in Europa

Die erst seit 2007 börsennotierte Gesellschaft hat sich auf leichte und kompakte Baumaschinen wie Rüttler, Radlader oder kleine Bagger spezialisiert und adressiert damit vor allem das Bauhauptgewerbe und die Landwirtschaft. Unmittelbar nach dem IPO, das noch unter dem Namen Wacker Construction Equipment absolviert wurde, erfolgte durch den Zusammenschluss mit der österreichischen Neuson Kramer Baumaschinen AG eine synergetische Erweiterung der Produktpalette sowie ein Ausbau der internationalen Präsenz. Heute ist der Konzern mit 30 Tochtergesellschaften und insgesamt 180 Standorten auf allen Kontinenten vertreten und produziert in Deutschland, Österreich, den Philippinen und den USA. Nichtsdestotrotz wird mit einem Anteil von mehr als drei Viertel (HJ 2009) der Großteil der Erlöse immer noch in Europa erwirtschaftet.

Überraschender Überschuss im zweiten Quartal

Während wir zum Börsenstart wegen eines zu hohen Ausgabepreises skeptisch waren – und durch einen rasanten Kursverfall bestätigt wurden –, überwogen in unserer letzten Analyse im Juli auf einem stark reduzierten Niveau trotz sehr schwacher Quartalszahlen die Chancen. Diese Einschätzung wurde von der Börse im Nachhinein bestätigt, der Anstieg der Aktie hat sich sogar früher und rapider vollzogen, als von uns zuvor vermutet. Der Grund dafür waren die vom Markt sehr positiv aufgenommenen Zahlen zum zweiten Quartal. Trotz eines Umsatzrückgangs um 35,9 % auf 156,5 Mio. Euro ist es der Gesellschaft wieder gelungen, einen Überschuss von 1,4 Mio. Euro auszuweisen.
Damit deutet sich an, dass die eingeleiteten umfangreichen Sparmaßnahmen, u.a. Kurzarbeit und Investitionskürzungen, ihre Wirkung sehr schnell entfaltet haben.

Hoher Hebel bei Umsatzsteigerung

Infolgedessen konnte der Halbjahresverlust auf 15,2 Mio. Euro begrenzt werden. Nach diesem Resultat gehen wir davon aus, dass das Jahresergebnis eher am oberen Ende der von uns zuvor genannten Spanne von -15 bis -5 Mio. Euro liegen wird. Denn angesichts weltweit seit Monaten anziehender Frühindikatoren und umfangreicher Konjunkturpakete, die im Bereich der Bauwirtschaft erst jetzt ankommen, dürften die zweiten sechs Monate erfreulicher ausfallen als die ersten. Wir gehen zudem davon aus, dass es dem Unternehmen gelungen ist, die Profitabilitätsschwelle nun nachhaltig gesenkt zu haben. Insofern würde eine Trendwende bei der Einnahmenentwicklung vermutlich eine hohe Hebelwirkung auf das Ergebnis ausüben. Als Wachstumstreiber sehen wir dabei vor allem die Märkte außerhalb von Europa. Insbesondere in Asien, wo die Gesellschaft bislang nur einen kleinen Teil der Erlöse generiert, besteht angesichts des staatlich forcierten Infrastrukturausbaus und der sich abzeichnenden Rückkehr zu hohen BIP-Steigerungsraten noch ein immenses Potenzial.

Strohfeuer als zentraler Risikofaktor

Als wesentlichen mittelfristigen Risikofaktor sehen wir hingegen die Möglichkeit an, dass die Impulse der öffentlichen Hand aufgrund des derzeitigen enormen Angebotsüberhangs nur zu einem Strohfeuer führen, das von einem erneuten Einbruch in 2010 abgelöst wird (Double-Dip). Wegen der Zugehörigkeit zur Investitionsgüterindustrie würde sich dies auch entsprechend in den Geschäftszahlen von Wacker Neuson niederschlagen. Bislang können wir allerdings noch keine signifikanten Belege für das von einigen Volkswirten vertretene pessimistische Szenario erkennen. Die Verbesserung der Frühindikatoren hat zuletzt in den Industrieländern eher noch an Dynamik zugelegt, was nicht für eine rasche Trendumkehr spricht.


Fazit

Wacker Neuson hat sowohl an der Börse als auch operativ die Talsohle durchschritten. Ausgehend von einer niedrigen Basis in 2009 dürfte das Unternehmen in den nächsten Jahren im Fahrwasser einer weltweiten Konjunkturerholung wieder stark wachsen. Die Tatsache, dass der Konzern schon im zweiten Quartal trotz eines Umsatzrückgangs von 35,9 % wieder einen Überschuss ausweisen konnte, werten wir als Indiz dafür, dass sich eine Trendumkehr bei den Erlösen überproportional im Ergebnis niederschlagen wird. Trotz der zuletzt positiven Entwicklung der Aktie sehen wir dies im Kurs noch nicht vollständig eskomptiert und erwarten mittelfristig weiterhin zweistellige Notierungen. Nach einem steilen Anstieg besteht kurzfristig aber zunächst Konsolidierungsbedarf. Wir empfehlen einen Einstieg bzw. Nachkäufe daher mit einem Abgreiflimit zwischen 7,50 und 8,00 Euro.

Für den Inhalt dieses Artikels ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 686 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen.

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