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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 23.09.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 23.09.2010:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Verbraucheraktien rücken für 2011 in ein besonderes Licht

Sie gehörten in diesem Jahr nicht zu den ausgesprochenen Favoriten, Ausnahme Luxus. An der deutschen Börse sind sie nur relativ schwach vertreten. Sie spielen kaum eine Rolle, und wenn, dann im 3. Glied, z. B. SDAX. Nur eine Aktie steht im DAX und 6 im MDAX. Das ist etwas dürftig.

Im Europarahmen sieht es nicht wesentlich anders aus, aber in französischen und Schweizer Aktien sowie den Engländern schon deutlich umfangreicher. Paradebeispiel dafür sind Aktien wie NESTLE, BARRY CALLEBAUT in Zürich oder CARREFOUR und DANONE in Paris. Schließlich: Die Amerikaner bieten das breiteste Spektrum vor gleichem Hintergrund, jedoch der größten Volatilität, weil darin die berühmte Verbraucherstimmung am besten sichtbar wird und der Markt darauf aus dem Stand reagiert. Beachten Sie jedoch Seite 2! Der Verbrauch/Konsum ist der größte Teil des Bruttosozialproduktes in jedem Industrieland. Ihm fehlt es aber an der nötigen Dynamik. Bei einer Tendenz zu Einsparungen aller Art inklusive begrenzter Schulden ist eine ähnliche Dynamik dieses Verbrauches wie in den vergangenen Jahrzehnten schwer denkbar. Dazu kommt die Neigung, die Sparquote eher zu erhöhen als zu „entsparen“. Die ist eher eine deutliche Eigenart. Die dynamischste Volkswirtschaft Europas steht dennoch vor einem Schlüsselereignis. Kein Industrieland bewältigte die Krise so erfolgreich wie die Deutschen. Das Einkommensniveau hielt sich sehr stabil Dank der besonderen Arbeitsmarktmaßnahmen und der ebenso erfolgreichen Industriepolitik. Kündigt sich bei stabiler Konjunktur und dem hohen Erwartungen für das BIP ein neuer Konsumschub an? Das deutsche Konsumklima steht offensichtlich an dieser entscheidenden Trendmarke. Es würde sofort neue Höhen erreichen, wenn die künftige Lohnrunde zu einer entscheidenden Verbesserung der Nettoeinkommen führt. Dafür gibt es mehrere Anzeichen, und selbst die Bundesarbeitsministerin plädiert dafür. Die Unternehmen werden sich verteidigen, aber am Ende deutlich zulegen müssen. Die Folgen sind in allen Sektoren spürbar, die damit zusammenhängen, z. B. dass die Deutschen etwas optimistischer werden. Lohnt es sich, darauf eine Börsenspekulation aufzubauen? Das ist die strategische Frage. METRO und CELESIO sind die 2 Schwestern unter einem Holdingdach (Haniel), die dies im Moment am Besten abbilden. Bei METRO klingen die Handelskassen, bei CELESIO die Rezeptkassen. METRO baut sich neu auf oder um, wie vielfach beschrieben. CELESIO hatten wir kürzlich empfohlen. In beiden Aktien steckt damit aus der jetzigen Situation heraus ein durchschnittliches Potenzial für METRO und ein überdurchschnittliches für CELESIO. FIELMANN ist der bekannte Überflieger, der eine Sonderrolle spielt und weder von Finanzkrise noch anderen Einflüssen irgendwie berührt wird. Es ist das Erfolgsmodell in einem Trend, der alle zu allen Zeiten angeht: Die Sichtweite. FIELMANN ist damit ein klassisches Trendinvestment. DOUGLAS führt vor, wie man in einem schwachen Umfeld wenigstens den Markt schlägt, a) im Umsatz und b) im Ertrag! Typischerweise werden beide familiengeführt. DOUGLAS ist deshalb ebenfalls ein Trendinvestment für risikoscheue Investoren, die mit einem durchschnittlichen Kursgewinn von etwa 11 % pro Jahr zufrieden sind, nebst Dividendenrendite lassen sich auch 15 % in der Summe als Ziel darstellen. Zwischenbilanz: In diesen Werten fahren Sie im Trend der DAX-Indizes gleich welcher Art, ohne dass es für jede einzelne eine ganz besondere Eigenart gibt. Indirekt gehört dazu: GERRY WEBER und AHLERS sind zwei graue Mäuse im SDAX, über die so gut wie nie berichtet wird, die jedoch eindrucksvoll belegen, wie man in einem als gesättigt geltenden Markt sehr erfolgreich arbeiten kann. 1. GERRY WEBER macht sich schrittweise zum Selbstverwerter. Mit einer eigenen Kette, die über Jahre aufgebaut wurde, wird GERRY WEBER Schritt für Schritt zu einem selbsttragenden Modeunternehmen mit einer permanent verbesserten Marge. Die vier Kerndaten dazu: Umsatz 610 Mio €, Börsenwert nur 85 %, EK-Quote 48,2 % und Verschuldungsgrad 6 % lassen sich kontinuierlich hochrechnen, aber enthalten keine Brisanz. WEBER ist deshalb ein ruhiges Investment, aber mit Trendcharakter. 2. AHLERS marschiert unter jugendlicher Führung in ähnlicher Form mit einer Diversifikation der Marken, was in der Auswahl zum Gegenteil von GERRY WEBER führt. Pierre Cardin erwähnen wir nur als eine der bekanntesten Namen. Auch damit lässt sich mit geschicktem Mix aus Modell und Marketing im anspruchsvollen deutschen Markt ein interessantes Textilgeschäft aufbauen. In MEDION steckt spekulativ mehr. Als Händler von elektronischen Produkten mit Schwergewicht Aldi ist auch ein Umsatzziel von 2 Mrd € in den kommenden zwei bis drei Jahren keine Utopie. PC-Multimedia bringen es auf 72 % des Umsatzes und Unterhaltungselektronik auf 27 %. Die richtige Produktwahl und der Aldi-Vertrieb sind für Überraschungen stets gut. MEDION erzielte vor sieben Jahren immerhin schon Umsätze von 2,9 Mrd €. Die alten Margen lassen sich vermutlich nicht mehr realisieren, aber ein Cash flow um 35 Mrd € ist eine realistische Größe. Dann notiert eine solche Aktie sehr schnell beim doppelten Niveau. 17/18 € sind also eine realistische Spekulation.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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