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Veröffentlicht von Redaktion "Antizyklischer Börsenbrief" am 13.01.2011

Telegate: Wende gegen den Trend?

Telegate: Wende gegen den Trend?

Wenn eine Aktie gegen einen schwachen Trend läuft, dann sollte man als Kontra- Anleger genauer hinsehen. Die Papiere der telegate AG (WKN 511880, ISIN DE0005118806) mit Firmensitz in München-Martinsried, konnten sich von der allgemeinen Börsenschwäche zu Jahresbeginn leicht abkoppeln. Im langfristigen, wie auch im kurzfristigen Kursverlauf zeigen sich jetzt Ansätze einer nahenden Trendwende.

Mit einem Bekanntheitsgrad von rund 54 Prozent ist die 11 88 0 die bekannteste Telefonnummer Deutschlands, das zumindest hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) herausgefunden. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent bei der Telefonauskunft ist telegate damit der führende Anbieter in Deutschland. Telefonauskunft? Das klingt nicht besonders aufregend. Aber da war doch mal was? Richtig: „Da werden Sie geholfen“. Mit diesem flapsigen Werbespruch von Verena Pooth hatte es telegate geschafft, das Unternehmen nicht nur bekannt zu machen. Tatsächlich suchen die Leute von der Auskunft heute nicht mehr nur nach einer Telefonnummer: Sie verbinden weiter, finden den nächsten Taxistand, einen Friseur oder Bankautomaten. Sie kennen die Öffnungszeiten vom Rathaus oder den Zustand der Langlaufloipen im anvisierten Wintersport-Revier. Das Ganze kostet natürlich... Doch telegate macht noch mehr: Als Vermarktungspartner bietet das Unter - nehmen maßgeschneiderte Werbeberatung für alle modernen Auskunfts me - dien. Kleine und mittelständische Unternehmen erhalten über die Vertriebs - marke "telegate MEDIA" eine zeitgemäße Möglichkeit, ihre Kunden anzusprechen: Etwa über Branchenwerbung in fünf Auskunftskanälen, kombiniert mit der Vermarktung über reichweitenstarke Partner wie Nokia, Vodafone oder Freenet. Mit allen drei Anbietern bestehen seit 2010 strategische Kooperationen. Damit sollte telegate vom rasant wachsenden Internet- und Smartphone-Business profitieren können. Neben Deutschland hat sich das Unternehmen in Österreich und Spanien etabliert. Recht interessant ist die fundamentale Verfassung: Im Jahr 2009 hat der Konzern mit knapp 3.000 Mitarbeitern 153,9 Millionen Euro umgesetzt. Daraus errechnet sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,1. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis ist mit 6,6 ebenfalls günstig. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von mehr als neun (!) Prozent. Barbestände in Höhe von 60 Millionen Euro geben dem Investment zusätzliche Sicherheit. Der Börsenwert des Konzerns notiert aktuell bei 163 Millionen Euro. Das heißt, allein die Barreserven decken den Unternehmenswert zu mehr als einem Drittel ab. Weitere Einnahmen stehen sozusagen schon vor der Tür: In der Vergangenheit hat der Konzern der Deutschen Telekom (WKN 555750) offenbar zu viel an Datenkosten überwiesen. Rund 100 Millionen Euro könnten dem Unternehmen aus Rückerstattungen in diesem Jahr zufließen. Der Konzern selbst scheint bei den eigenen Aktien gerade eine Unterbewertung zu erkennen: Im Dezember hat telegate zehn Prozent seines Grundkapitals oder 2.123.454 Aktien zu einem Preis von 7,00 Euro je Aktie zurück gekauft. Im kurzfristigen Chartbild ist die jüngste Rally gut zu erkennen: Die Januar- Schwäche an den Börsen konnte dem Papier nichts anhaben. Die wichtige 200- Tage-Linie wie auch der bedeutende Widerstand bei 7,00 Euro (blauer Linie in Abbildung 35) wurden zu Jahresbeginn bei steigenden Umsätzen schwungvoll überwunden. Sehr interessante ist auch der langfristige Verlauf der vergangenen fünf Jahre in Abbildung 36: Hier zeigt sich eine mögliche Trendwende-Formation in Form eines Doppelbodens im Bereich von 7,00 Euro. Der jüngste Anstieg über diese Zone war von steigenden Umsätzen begleitet (grüne Markierung). Unserer Ansicht nach bieten die Papiere von telegate derzeit ein interessante Depotbeimischung für risikofreudige Anleger. Einen Stopp-Loss würden wir knapp unterhalb des gleitenden 50-Tage-Durschnitts platzieren, der derzeit bei 6,97 Euro verläuft.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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