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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 01.06.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 01.06.2012:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Strategie-Zertifikate – Investieren mit Plan

Die Umsetzung von Strategien erfordert in vielen Fällen einen hohen zeitlichen Aufwand. Darüber hinaus können Handelskosten die Renditen beträchtlich minimieren. Daher ist es für Anleger oft die attraktivere Variante, Strategien, die von den jeweiligen Emittenten als Zertifikat verbrieft werden, zu wählen.

 

Ein bekannter Investmentansatz ist die „Dogs of the Dow“-Strategie. Diese hat ih- ren Ursprung in den USA und bezieht sich ursprünglich auf den wohl am meisten be- achteten US-amerikanischen Aktienindex, den Dow Jones Industrial 30. Am Anfang eines Jahres werden die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite gewählt. Jede der Aktien wird mit einem Zehntel gleich gewichtet. Die Zusammensetzung bleibt ein Jahr unverändert, unabhängig davon, wie sich die Einzeltitel entwickeln. Nach Ablauf des Jahres wird das Portfolio betrachtet, und jene Aktien werden entfernt, die nicht mehr zu den Titeln mit der höchsten Dividenden- rendite gehören. Im Gegenzug werden die- jenigen Titel ins Portfolio genommen, die es bei diesem Kriterium unter die Top Ten geschafft haben.

Auf den Hund gekommen

Die Namensbezeichnung „Dogs oft the Dow“ ist etwas irreführend. „Dogs“ bezeich- net neben Hunden auch eine minderwerti- ge Sache. So könnte man meinen, dass mit dieser Strategie Aktien gekauft werden, die in einem gewissen Zeitraum eine schlechte Performance erzielt hatten. Später wurde die Strategie vom Dow auch auf andere Märkte übertragen. Sie erfordert beim Anleger einen längeren Zeithorizont, da es auch Börsenphasen gibt, in denen divi- dendenstarke Titel eher weniger gefragt sind. Das war beispielsweise in der Zeit der Technologieblase der Fall. Entwickelt wurde die Stra- tegie von Michael O ́Higgins, der auf Ansätze des bekannten Value- Investors und Lehrmeisters von Warren Buffett, Benjamin Graham, aufgebaut hat. Die Société Générale hat auf diese Anlagestrategie das SG Dividend Stars USA-Zertifikat begeben (WKN: SG0EDH). Das ursprüngliche Konzept wurde dabei etwas modifiziert: So er- folgt eine Beobachtung nicht jährlich, sondern halbjährlich. Darüber hinaus müssen die Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives Nettoergebnis vorweisen.

Richtige Richtung mit dem MACD

Mit dem OnVista DAX Long/Short MACD-Zertifikat der Com- merzbank (WKN: 590909) setzen Anleger sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse beim DAX. Der MACD ist ein in der technischen Analyse viel beachteter Indikator und wird vor allem als Trendfolger genutzt. Entwickelt wurde er Ende der 70er Jahre von Gerald Appel. Der MACD besteht aus zwei Linien, der eigentlichen MACD-Linie und einer Signal-Linie. Die MACD-Linie selbst wird aus der Differenz zweier exponentiell gewichteter gleitender Durch- schnitte berechnet. Die Signalgeber-Linie ist wiederum ein exponen- tiell gewichteter gleitender Durchschnitt der MACD-Linie. Kreuzt die MACD-Linie die Signal-Linie von unten nach oben, entsteht ein Kaufsignal, umgekehrt entsteht ein Verkaufssignal. Die Signale wer- den beim Zertifikat jeweils auf Wochensicht betrachtet.

Vier Indikatoren entscheiden

Das Merrill Lynch Börsenindikator-Zertifikat (WKN: ML0BDM) kombiniert vier verschiedene Indikatoren, um die börsliche Wetterlage für Deutschland auszumachen. Die Strategie geht auf Thomas Gebert zurück, der als erster diese Indikatoren kombiniert hat. Sie basiert auf einem Punktesystem. Wenn die letzte Zinsentscheidung der EZB eine Zinssenkung war, ergibt das einen Punkt. Ebenfalls einen Punkt ergibt es, wenn der US-Dollar gegen- über dem Euro höher notiert als vor einem Jahr. Darüber hinaus wird beobachtet, ob die europäische Inflationsrate unter dem Wert von vor einem Jahr liegt. Falls ja, wird ein Punkt gutgeschrieben. Der vierte und letzte Aspekt ist ein saisonaler. Hier ist zu klären, ob der Investitionszeitpunkt in den häufig at- traktiven Monaten November bis April liegt. Falls ja, wird ein weiterer Punkt gutgeschrie- ben. Liegt die Summe der Punkte nun bei 0 oder einem Punkt, erfolgt ein Investment in den Geldmarkt. Bei zwei Punkten wird das eingegangene Investment (DAX oder Geld- markt) beibehalten. Bei drei oder vier Punk- ten wird in den DAX investiert.

Aktienauswahl mit CROCI

Von der Deutschen Bank wurden Zertifikate emittiert, die Aktien nach dem so genannten CROCI-Modell aussortieren. Die Abkür- zung steht für Cash Returned on Capital Invested. Das Modell wurde auch schon vor Emission der Zertifikate im Eigenhandel der Bank verwendet. Dahinter versteckt sich ein Bewertungsraster, das Aktien mit funda- mental attraktiver Bewertung selektiert. Das CROCI-Modell errechnet ein ökonomisches KGV, das verschiedene Branchen und Märkte vergleichbar macht. Bei dem CROCI-Zertifikat auf den US-ame- rikanischen Markt (WKN: DB091X) wird in 40 US-amerikanische Aktien investiert. Monatlich wird die Zusammensetzung des Pro- dukts überprüft.

Auf Insider setzen

Eigentlich ist das Nutzen von Insiderwissen bei Börsentransaktio- nen verboten. Allerdings gibt es auch legale Varianten. In Zusam- menarbeit mit einem Forschungsinstitut hat die Commerzbank ein Zertifikat auf einen Insider-Index (WKN: CK1598) emittiert. Das mögliche Anlageuniversum sind die Aktien des DAX 30. In den Insider-Index werden Aktien aufgenommen, bei denen von Mana- gern der dreißig deutschen Top-Werte Transaktionen bei den Akti- en des eigenen Unternehmens vorgenommen wurden. Die Idee, die sich dahinter verbirgt, ist, dass die jeweiligen Führungskräfte am besten die Unternehmensentwicklung beurteilen können und sich dann entsprechend positionieren. Die Indexkomponenten können unterschiedlich gewichtet sein. Gegenwärtig ist die Beiersdorf-Aktie mit 33,33% Indexschwergewicht, gefolgt von der Münchner Rück, die 22,22% des Insider-Index ausmacht. Die Deutsche Telekom, RWE, Lufthansa und Metro sind mit jeweils 11,11% vertreten. Falls es keine Insidertransaktionen seitens des Managements gibt, kann das Zertifikat in Cash investieren. Das Konzept berücksichtigt nur Insiderkäufe, die voraussichtlich für die Aktienentwicklung von Be- deutung sind. So spielen beispielsweise Optionsprogramme für Füh- rungskräfte keine Rolle.

Fazit:

Mit konkreten Strategien fällt es Anlegern leichter, schwere Börsen- stürme zu überstehen. Bauchgefühle sind auf Dauer selten gewinn- bringend. Überzeugende Strategien im Zertifikatemantel können eine sinnvolle Depotbeimischung darstellen. Dabei ist zu beachten, dass Investoren auch unter den Strategiekonzepten streuen sollten. Keine Strategie funktioniert zu jedem Zeitpunkt gleich gut. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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