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Veröffentlicht von Redaktion "Actien-Börse" am 12.11.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 12.11.2009:

Börsenbrief Actien-Börse
Actien-Börse

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1963

Stecken im Dollar und den Zinsen nachhaltige Risiken für die Aktienmärkte der nächsten Monate?

Beide bestimmen indirekt die Preisbildung für Kapital bzw. die Erholung der Firmenerträge. Deshalb prägen sie das Marktverhalten mit, weil beide auch durch die Finanzkrise entscheidend berührt wurden.

Wie groß ist das Dollar-Risiko?

Für die Amerikaner ist ein fallender Wechselkurs ein Vorteil, für den Rest der Welt ein Nachteil. Die USA entschulden sich indirekt und verbessern ihre Wettbewerbsfähigkeit. In den Schwäche-Phasen früherer Jahre (1979/90 bzw. 1991/94) war es ähnlich, wenn auch vor anderem Hintergrund. Die aktuelle Dollarschwäche ist Folge der Finanzkrise.


Der Dollar ist zur Zeit eine Carry-Trade-Währung.

Man verschuldet sich im Dollar und investiert in Öl, Gold oder Rohstoffe bis zu Bonds/Aktien. Er ist damit vergleichbar mit dem Yen. Mit 0 Kreditzinsen läßt sich jede Spekulation steuern, allerdings nicht ewig. Der Dollar als Weltwährung mit jeweils 60 % als größte Währungsreserve und Valutawährung ist davon kaum berührt, jedoch tangiert. Der Yen verlor als Carry-Trade-Währung rd. 50 % seit 2000!


Wie viel Zinsrisiko steckt in den Geld- und Kapitalmärkten?

Die Niedrigzinsen der Notenbanken als Folge der Finanzkrise gelten nicht ewig. Die Fed wird als erste auf Gegenkurs gehen, dem die EZB folgt. Doch sie kann nur die kurzen Leitzinsen verteuern, dem der Bond-Markt folgen muß, kann oder es ignoriert. In diesem Falle verändert sich die Zins-Struktur-Kurve. Denkbar ist sogar, daß die Leitzinsen steigen, aber die Bondrendite auf der Stelle steht.


Das effektive Zinsrisiko liegt bei rund 200 Basispunkten.

Eine solche Verteuerung des Kapitals führt zu einer reduzierten Bewertung der Gewinne (KGV). Dieses KGV stellt eine Bremse dar. In der Finanzkrise wurde massiv aus Aktien in Bonds gewechselt. Ein großer Teil dieses Kapitals wird wieder von Anleihen in Aktien zurückwandern. Darin liegt zweifellos ein „Kapitalswing“ mit spekulativen Begleiterscheinungen.


Dollar und Zinsen weisen keine sehr hohe Korrelation auf.


Das gilt für die vergangenen 40 Jahre. Also läßt sich eine Dollarschwäche mit einem steigenden Zins nur zeitweise nachweisen. Auch die Korrelation Dollarkurs zu Aktienkurs ist nur zeitweise nachweisbar und wenn, dann nur sehr indirekt. 200 Basispunkte sind zu wenig, um nachhaltige Folgen zu zeigen. In Prozent kann das spektakulär klingen, aber darin liegt nur ein Basiseffekt. Erst eine Explosion der Zinsen um 400 oder gar 550 Basispunkte in Dollar und Euro wären eine echte Begrenzung aller Möglichkeiten im Aktienmarkt. Eine solche Prognose ist zur Zeit nicht möglich.


Fazit:

Erst ab dem Punkt, an dem die kurzen Zinsen deutlich über den langen Zinsen stehen, ergäbe es eine massive Bremsung für alle Aktienmärkte und teilweise Bondmärkte, wofür der Sachbegriff heißt: Inverse Zinskurve. Davon sind alle Märkte und Währungen noch weit entfernt.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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