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Veröffentlicht von Redaktion am 11.01.2012

Starbucks: Wenn Kaffee trinken zum Börsen-Kult wird ...

Starbucks: Wenn Kaffee trinken zum Börsen-Kult wird ...

Wer kennt das nicht oder hat es vielleicht selbst auch schon zu Genüge getan: In allen Teilen der Welt schnappen sich Menschen ein Smartphone, iPad oder ein sonstiges mobiles internetfähiges Gerät und besuchen damit einen Starbucks Store. Dort genießt man dann in freundlicher Atmosphäre einen in manchen Augen zwar überteuerten, aber auf jeden Fall leckeren Kaffee. Nebenbei entspannt man beim Lesen eines guten Buches oder beim Surfen im Internet. Alternativ kommt man mit anderen Menschen in Kontakt, die das gleiche Lebensgefühl mit einem teilen, was Starbucks in der heutigen Zeit verkörpert – und die Story ist so gut, dass sie an der Börse voll ankommt, wie ein der Blick auf den Chart der Starbucks-Aktie verrät.

Vom kleinen Kaffee-Laden zu einer weltweiten Marke

Was 1971 in Seattle noch als kleines, von drei Studienfreunden aus San Francisco gegründetes Kaffee-, Tee- und Gewürzgeschäft begonnen hatte, ist heute eine auf der ganzen Welt bekannte Marke für Kaffeegenuss geworden. Starbucks kann täglich mehrere Millionen Kunden an über 17.000 Standorten in mehr als 50 Ländern dieser Welt verzeichnen. Die weltweite Ausbreitung des Phänomens Starbucks startete im Jahre 1981 mit dem Einstieg des damaligen Vizepräsidenten und Verkaufsleiters der Haushaltsgerätefirma Hammarplast, Howard Schultz. Diese Firma hatte bis dahin Starbucks mit Kaffeemaschinen versorgt, wodurch Howard Schultz überhaupt erst auf das Unternehmen aufmerksam wurde. Nachdem Schultz zwischenzeitlich aufgrund von Zerwürfnissen mit den damaligen Eigentümern über seine Expansionspläne aus der Firma ausgeschieden war, kaufte er das Unternehmen im Jahr 1987 mit Hilfe lokaler Investoren für 3,8 Mio. US-Dollar und startete die bis heute andauernde Expansion des Unternehmens. Längst hat Starbucks sein Angebot über Kaffee hinaus verbreitert und bietet mittlerweile zum Beispiel Erfrischungsgetränke, frische Speisen, Konsumgüter und auch Merchandise-Artikel an. Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt mittlerweile stolze 11,7 Mrd. US-Dollar. Starbucks ist heute zu etwas mehr geworden als zu einem Ort, an dem man sich nur seinen Kaffee kauft. Es ist eine Art Lifestyle um die Marke entstanden. Nicht nur für die jüngere Generation sind die Starbucks Stores zu einem Treffpunkt geworden, wo man prima Kontakte knüpfen und pflegen kann.

Starbucks übertrifft Analystenerwartungen

Etwas mehr als die Hälfte der Starbucks-Geschäfte gehören dem Unternehmen selbst, für den Rest wurden Lizenzen für den Betrieb vergeben. Der Konzern konnte zuletzt hervorragende Geschäftszahlen präsentieren. Im vierten Quartal 2011 betrug der Umsatz 3,0 Mrd. US-Dollar, was einen Anstieg von 7% gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal bedeutete. Der Umsatz lag damit 50 Mio. US-Dollar über dem Schnitt der Analystenschätzungen. Der Gewinn für den gleichen Zeitraum betrug 359 Mio. US-Dollar, was sogar einen Anstieg von 29% im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal bedeutete. Hier sind allerdings noch Einmaleffekte zu berücksichtigen, die durch getätigte Immobilienverkäufe aufgetreten sind. Die Erwartungen für die Zukunft sehen für Starbucks ebenfalls rosig aus. Kürzlich wurden die Gewinnerwartungen für das Unternehmen nach oben korrigiert. Ging man für das Geschäftsjahr 2012 noch von einem Ergebnis von 1,82 US-Dollar je Aktie aus, liegt die Erwartung nun bei 1,85 US-Dollar. Auch für das Jahr 2013 wurde die Prognose erhöht, nämlich von bisher 2,30 US-Dollar je Aktie auf nun 2,35 US-Dollar.

Die Expansion geht weiter

Bei Starbucks darf man sich als Anleger wohl auch für die kommenden Jahre auf positive Geschäftszahlen einstellen. Der Konzern treibt weiterhin seine Expansionsstrategie voran. Auch in Deutschland ist die Eröffnung vieler neuer Stores geplant. Deutschland ist übrigens eines der wenigen Länder, in denen sich Starbucks bisher aufgrund stärkerer Konkurrenz, eines späteren Markteintritts und der Errichtung von Stores in Premiumlagen – was natürlich mit höheren Anfangsinvestitionen verbunden ist – nicht so stark präsentieren konnte. In Europa ist Großbritannien der nächste wichtige Expansionsmarkt für das Kaffeehaus. Hier ist die Schaffung einer Reihe von Drive-In-Cafés geplant. Das Hauptaugenmerk bei der Expansion liegt aber auf dem heimischem US-Markt und natürlich dem Wachstumsmarkt schlechthin, China. Der heimische US-Markt ist immer aber noch der mit Abstand wichtigste Markt für Starbucks, da das Unternehmen dort etwa 70% seiner Absätze tätigt. China bietet dagegen mit seiner Milliardenbevölkerung einen sehr lukrativen Zukunftsmarkt. Da aber in China traditionell sehr viel Tee getrunken wird, versucht Starbucks hier nicht, die Chinesen vom Tee weg hin zum Kaffeegenuss zu bewegen, sondern bietet in den chinesischen Stores stattdessen auch Tee an ...

Starke Konkurrenz und hohe Kaffeekosten

Starbucks ist allerdings nicht nur bestrebt, neue Märkte mit seinem bisherigen Angebot von Kaffee zu erobern. Der Erwerb des kalifornischen Herstellers von natürlichen und gesunden Fruchtsäften, Evolution Fresh, für 30 Mio. US-Dollar, soll den großen Einstieg für Starbucks in den Gesundheits- und Wellnessmarkt darstellen. Vorstandsvorsitzender Schultz sieht in diesem Markt in den USA erhebliche Wachstumschancen. Starbucks muss in Zukunft aber auch mit einigen Widrigkeiten rechnen. Als Konkurrenten stehen Starbucks große Unternehmen wie Nestlé, aber vor allem McDonald’s gegenüber, die ebenfalls ihre Kunden mit frisch aufgebrühtem Kaffee versorgen wollen. Ebenso hat Starbucks mit hohen Kaffee- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. Die hohen Kaffeepreise drückten schon im vergangenen Jahr kräftig auf die Gewinne des Unternehmens aus Seattle. Diese hohen Rohstoffkosten sind es auch, die Starbucks zur Begründung der jüngsten Preiserhöhungen im Nordosten und Süden der USA für seine Produktpalette herangezogen hat. 

Charttechnik mit aussichtsreichen Signalen

Ungeachtet der Konkurrenz kann sich das Unternehmen zuletzt an der Börse vieler Fans erfreuen. Das Papier ist eine wahre Trend-Aktie. Mit einem 2012er-KGV von mehr als 25 und einer eher mageren Dividendenrendite von knapp über 1,4% ist wohl mehr die aktuelle Charttechnik das Argument für ein Investment in die Kaffeehaus-Kette: Der Kurs des Papiers steht deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten – und auch die Bollinger-Bänder geben grünes Licht. Das hatte zur Folge, dass jüngst ein neues Rekordhoch bei bei 47,28 US-Dollar markiert wurde. Wird es übersprungen, stehen einem weiteren Kursanstieg aus charttechnischer Sicht keine Widerstände mehr entgegen, zumal der Langfristtrend intakt zu sein scheint (man schaue sich nur den Chart an). Kurse oberhalb von 50 US-Dollar sollten dann kurzfristig keine Utopie darstellen, da das Papier nach unten solide durch die seit Anfang Oktober gültige Aufwärtstrendgerade und den GD200 abgesichert ist.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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