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Veröffentlicht von Redaktion "zertifikate kompakt" am 13.03.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.03.2009:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Sprint-Zertifikate - Doppelte Chancen bei einfachem Risiko

Ausgerechnet die zuletzt viel gescholtenen Zertifikate stellen in der aktuellen Marktlage aufgrund der verschiedensten Strukturen einige der besten Anlageinstrumente dar. So lassen sich kleine Kursanstiege mit den speziellen Sprint- Zertifikaten in schöne Gewinne verwandeln.

Eine ideale Anlagealternative für Anlagezeiträume, in denen Aktien nur moderat ansteigen, bieten Sprint-Zertifikate, die je nach Emittent auch Sprinter-Zertifikate oder Double Chance-Zertifikate genannt werden. Diese Zertifikatsart hat gegenüber der Direktanlage in dem jeweiligen Basiswert, aber auch gegenüber Hebelzertifikaten deutliche Vorteile. Denn Sprint-Zertifikate vereinen sozusagen die Vorteile von Hebelzertifikaten mit den Vorteilen der Aktienanlage (mit Ausnahme der Dividendenzahlung). Bei Sprint-Zertifikaten partizipiert der Anleger mit einem Hebel überdurchschnittlich stark an einem Kursanstieg des Basiswerts. Anstatt eines einfachen Anstieges von 1:1 zum Basiswert, steigen Sprint- Zertifikate mit einem Hebel von zwei deutlich stärker an. Wenn der Basiswert also 5% ansteigt, dann legt das Sprint-Zertifikat im selben Zeitraum gleich um 10% zu.


Das Beste zweier Anlagewelten

Ähnlich wie bei Hebelzertifikaten ist dies ein deutlicher Vorteil gegenüber der Direktanlage in einen Basiswert. Denn so können Anleger selbst bei nur kleinen Kursanstiegen lukrative Renditen erzielen. Das Problem bei Hebelzertifikaten ist, dass dieser Hebel natürlich auch gilt, wenn der Basiswert fällt. Gibt der Basiswert um 4% nach, dann fällt das Zertifikat bei einem Hebel von zwei gleich um 8%. Hier fährt der Anleger mit dem Direktinvestment in die Aktie besser, denn die Verluste sind dann niedriger. Zumal es bei einem Direktinvestment keine gefährliche Knock-out-Barriere gibt, die bei Hebelzertifikaten im schlimmsten Fall zum Totalverlust führen kann. Diese Vorteile der Direktanlage wurden neben dem Hebel bei steigenden Kursen beim Sprint-Zertifikat ebenfalls eingebaut.


Der Spezialist für die „Kurzstrecke“

Das bedeutet: Bei steigenden Kursen profitiert der Anleger gehebelt (meist im Verhältnis 2:1), aber bei fallenden Kursen partizipiert der Anleger nur im einfachen Verhältnis von 1:1. Sprint-Zertifikate bieten also eine doppelte Gewinnchance bei einem einfachen Risiko. Notiert der Basiswert bei Ablauf der Zertifikatslaufzeit im Verlust, dann erhält der Anleger je nach den Emissionsbedingungen entweder einen Barausgleich zum aktuellen Wert des Underlyings oder aber bei einigen Sprint-Zertifikaten den Basiswert selbst als Aktie. Anleger sollten sich deshalb vor dem Kauf den Prospekt genau durchlesen, um über die jeweiligen Modalitäten im Bilde zu sein, damit es am Ende keine Überraschung gibt.


Gehebelte Partizipation nur bis zum Cap

Allerdings hat diese attraktive Partizipationsstruktur von doppelter Gewinnchance bei einfacher Verlustchance auch ihren Preis: Sprint-Zertifikate sind mit einem vorher festgelegten Cap (Gewinnobergrenze) ausgestattet. Der Anleger partizipiert also nur bis zu einem gewissen Kursanstieg des Basiswertes mit dem eingebauten Hebel. Die Differenz zum Cap wird sehr häufig als Sprintstrecke bezeichnet, woher sich der Name dieser speziellen Zertifikatsgattung ableitet. Denn wie der Leichtathlet entwickelt auch das Sprint-Zertifikat auf einer kurzen Strecke eine überdurchschnittliche Performance- Schnelligkeit. Steigt die Aktie über das Cap an, dann partizipiert der Anleger nicht mehr an den weiteren Kursanstiegen des Basiswertes. Sprint-Zertifikate sind damit also Nischenprodukte für eine ganz bestimmte Marktentwicklung.


Für volatile Seitwärtsphasen

Für starke Hausse-Phasen sind Sprint- Zertifikate ungeeignet. Dann fährt der Anleger mit traditionellen Bonus-Zertifikaten, Long-Hebelzertifikaten oder auch mit der Direktanlage in den Basiswert besser. Bei Baisse-Einbrüchen sind Short- Hebelzertifikate und Reverse-Zertifikate, sowohl normale Reverse-Zertifikate als auch Reverse Bonus-Zertifikate, zu bevorzugen. Denn damit verdient man in fallenden Märkten Geld. Beim Sprint-Zertifikat verliert man lediglich im einfachen Verhältnis Geld. Die Stärke von Sprint-Zertifikaten liegt vielmehr in volatilen Seitwärtsphasen, in denen Aktien nur leicht – zumeist im einstelligen Prozentbereich – ansteigen. Dann sind Sprint-Zertifikate den oben genannten Alternativen deutlich überlegen, da sie eben bei normalem Risiko überdurchschnittlich stark von einem moderaten Anstieg des Basiswerts profitieren.


Dividende entfällt

Nehmen wir als Beispiel ein neues DoubleChance-Zertifikat der Deutschen Bank auf den Versorger RWE, welches am 24. Februar emittiert wurde. Dieses DoubleChance-Zertifikat (so nennt dieser Emittent Produkte aus der Kategorie der Sprint-Zertifikate) besitzt eine kurze Laufzeit von nicht einmal sechs Monaten bis zum 21. August 2009. Das Zertifikat besitzt ein Cap von 18%. Innerhalb dieser Laufzeit profitiert der Anleger also von einem moderaten Anstieg der RWE-Aktie von bis zu 9% mit dem Hebel zwei. Steigt die RWE-Aktie aber stärker als 9%, dann bleibt die Performance des Zertifikates jedoch bei 18% bestehen. Ein wichtiger Punkt bei Sprint-Zertifikaten auf Aktien, auf den man aufgrund der begrenzten Gewinnchance unbedingt achten muss, ist die Dividende. Denn die kommt dem Anleger beim Sprint- Zertifikat nicht zugute.


Kurz- bis mittelfristige Trading- Produkte

Da die Hauptversammlung von RWE beispielsweise am 22. April stattfindet, läuft das Zertifikat über die Dividendenausschüttung, an welcher der Anleger eben nicht partizipiert. RWE will für das abgelaufene Geschäftsjahr 2008 eine Dividende von 4,50 Euro pro Aktie zahlen, was einer Dividendenrendite von gut 9% entspricht. Das bedeutet: Wenn die Aktie von RWE in der kurzen Laufzeit über 9% im Kurs ansteigt, dann fährt der Anleger aufgrund der zusätzlichen Dividendenrendite mit der Direktanlage in die Aktie besser als mit dem Sprint-Zertifikat. Geht man aber davon aus, dass sich der Aktienkurs aufgrund der großen Unsicherheit an den Börsen in den kommenden Monaten nicht sehr dynamisch entwickeln und nur leicht ansteigen wird, dann schlägt die Stunde des Sprint-Zertifikates. Sprint-Zertifikate sind also kurz- bis mittelfristige Trading-Produkte, mit denen der Anleger eine ganz spezielle Marktentwicklung spielt. Anders als Index- oder Themenzertifikate sind Sprint-Zertifikate nicht dazu konzipiert, eine langfristige Kernposition in einem Depot einzunehmen.  


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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