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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 11.04.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 11.04.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Sicherheitssoftware für Smartphones: Ein Wachstumsmarkt par excellence!

Mittlerweile ist in das Bewusstsein fast sämtlicher PC-Nutzer vorgedrungen, dass sie ihr Gerät gegen Schadsoftware schützen müssen. Moderne Smartphones sind nichts anderes als Mini-Computer. Hier allerdings gibt es noch massiven Nachholbedarf, da die Bedrohung explosiv ansteigt, während noch die wenigsten Nutzer bereits Maßnahmen dagegen ergriffen haben: Während 92 % aller PC per Sicherheitssoftware geschützt sind, ist das nur bei 9 % aller Smartphones der Fall.

Der Aufwand, um über mobile Geräte an finanziell verwertbare Daten zu kommen, ist deutlich geringer als noch vor einigen Jahren. Mit der sprunghaften Verbreitung von Smartphones und ihrer gestiegenen Rechenkapazität, die früher zu niedrig war, um Schadsoftware ausführen zu können, sind Handys mittlerweile aber ein gefundenes Fressen für Kriminelle. Der technische und finanzielle Aufwand, die „Malware“ über mobile Geräte zu verbreiten, ist zudem drastisch gesunken.


Die Bedrohungen sind vielfältig. SMS-Trojaner z. B. verschicken vom Anwender unbemerkt teure Kurznachrichten, Werbemodule wie „Plangton“ oder „Hamob“ platzieren ungefragt Werbung und verändern die Startseiten der Webbrowser, wiederum andere schädliche Software-Codes sichern sich sogar den Komplettzugriff auf das System. Malware wird aber auch dazu benutzt, um sogenannte „Botnetze“ aufzubauen, die aus abertausenden ferngesteuerten Geräten bestehen und zentral kontrolliert werden. Andere Schädlinge zielen darauf ab, Bankverbindungsdaten auszuspionieren.


Hauptangriffsziel sind Smartphones, die auf dem Betriebssystem Android basieren. Zum einen sind Handys mit diesem Betriebssystem weltweit am meisten verbreitet, zum anderen handelt es sich anders als bei Apples iOS um ein offenes System, was zwar viele Vorteile hat, das System aber auch von außen angreifbar macht. Laut Kaspersky, einem der marktführenden Anbieter von Software zum Schutz gegen Viren, zielten Ende letzten Jahres 94 % aller erfassten Schadprogramme auf Android-Geräte ab. Kaspersky hat mittlerweile 46.415 Versionen von mobilen Schadprogrammen registriert, wovon allein 86 % erst im vergangenen Jahr in Umlauf gebracht worden sind.


Mit einer exponentiell steigenden Bedrohung von Smartphones durch Schadsoftware steigen auch die Geschäftsaussichten von Unternehmen, die geeignete Schutzsoftware anbietet. Das Marktforschungsunternehmen ABI Research geht davon aus, dass dieser Sektor bis 2018 durchschnittlich um 40 % p. a. wächst. Davon werden natürlich Startup-Unternehmen wie Zimperium, Lookout Mobile Security und Veracode profitieren, die aber allesamt durch Wagniskapital finanziert und noch nicht börsennotiert sind. Doch es gibt auch aussichtsreiche börsennotierte Unternehmen:


• SYMANTEC (879 358; 24,49 $) ist einer der größten Wettbewerber auf dem Markt für Sicherheitssoftware. Da der Wachstumstrend bei Anti-Viren-Software für PCs stark abgefl aut ist, will man vermehrt auf den mobilen Sektor setzen. Zudem sollen Management und Produktpalette gestrafft werden. Die Aktionäre sollen zukünftig unmittelbarer am Erfolg beteiligt werden. Zukünftig will man 50 % des freien Cash Flows als Dividende ausschütten. Zudem wurden Aktienrückk.ufe für weitere 1 Mrd. $ beschlossen. Mit einem KGV von knapp 13 ist die Aktie verhältnismäßig preiswert. Symantec bleibt also ein Kauf! (Siehe zuletzt Ausgabe 7/13)


• AVG TECHNOLOGIES (A1J TQ7; 13,34 $) ist deutlich kleiner als Symantec, aber ebenfalls ein wichtiger Anbieter von Sicherheits-Software für Smartphones. Mit dem Ausblick für Gewinn und operativen Cash Flow übertrafen die Niederländer im Februar die Markterwartungen. Software für mobile Lösungen und für die Optimierung von PCs verspricht weiterhin ansehnliches Wachstum, während es im Plattformgeschäft (Google, Yahoo!) etwas holprig läuft. Analysten sehen das Kursziel für AVG im Durchschnitt bei 18 $. Auf aktuellem Niveau würden wir allerdings nicht zugreifen. Legen Sie sich mit einem Kaufl imit bei 12,20 $ auf die Lauer!


• NQ MOBILE (A1J AF6; 8,34 $) ist einer der kleineren Branchenvertreter mit überproportionalen Wachstumsaussichten. Wir hatten die Aktie bereits in der letzten Ausgabe kurz vorgestellt. Das Unternehmen hat mit den USA und China zwei Hauptstandorte. Man kann auf eine breite Basis von 283 Mio. registrierten Privatkunden in 150 Ländern bauen. Zudem vertrauen rund 1.200 Unternehmen auf Lösungen von NQ Mobile. Besonders die starke Präsenz in China macht das Unternehmen interessant. Erst kürzlich hatte Apple mitgeteilt, dass China schon sehr bald der wichtigste Absatzmarkt sein werde. NQ Mobile hat auf dem chinesischen Smartphone-Markt einen Marktanteil von 60 %. Die Wachstumsperspektiven sind also überproportional groß. Zudem ist die Aktie mit einem KGV von 10 recht günstig bewertet. Das Papier bleibt also ein Kauf, allerdings nur für nicht allzu konservative Anleger. Es bleibt beim Stop Loss-Limit von 7,20 $.
 

• F-SECURE (928 744; 1,65 €) ist eine noch spekulativere Variante, um auf mobile Sicherheitssoftware zu setzen. Das finnische Unternehmen entwickelt sich vielversprechend. Für das laufende Jahr erwartet man ein Umsatzwachstum von 5 % bei einer operativen Marge von 15 %, die in Zukunft weiter zulegen soll. Allerdings gibt es ein gewisses Klumpenrisiko bei F-Secure, rekrutiert man doch seinen Umsatz schwerpunktmäßig in Europa bei nationalen Telekommunikationsgesellschaften. Dieses Klientel leidet aber unter chronisch leeren Kassen, massivem Wettbewerb und hohem Investitionsbedarf in die technische Infrastruktur. Solange die Telekom-Konzerne aber nicht gerade bei Sicherheitssoftware massiv den Rotstift ansetzen, dürfte F-Secure einer vielversprechenden Zukunft entgegenblicken. Je nach Gewinnschätzung liegt das KGV zwischen 10 und 12, was vertretbar ist. Risikofähigen Anlegern schlagen wir ein Kaufl imit von 1,52 € vor. Stop Loss: 1,28 €.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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