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Veröffentlicht von Redaktion "Geldbrief" am 02.12.2009

Sichere Geldanlagen ?

Sichere Geldanlagen ?

Was ist schon wirklich sicher? Viele hielten es für sichere Geldanlagen: Investments bei der staatlichen Finanzholding der Ölscheichs in Dubai. Vor einigen Tagen vermeldete eben die staatliche Finanzholding Zahlungsprobleme. Die Ölscheichs betonten, dass es gleichwohl keinerlei staatliche Garantien geben werde. Die Börse in Dubai stürzte erst einmal in den Keller. Sturm im Wasserglas? Die weltweiten Aktienmärkte sind zunächst einmal wieder zur Tagesordnung übergegangen.

Rettung durch öffentliche Gelder

Noch zur rechten Zeit sollten Kapitalanleger aus der „Dubai-Krise“ mit auf den Weg nehmen, dass die Regierungen weltweit nicht zwangsläufig und immer bereit sind, bei Pleiten wichtiger, selbst halbstaatlicher Institutionen die Rettung durch den Staat, also mit öffentlichen Geldern, zu garantieren. Es wird demnächst Pleiten durch Schuldenexzesse geben, die schlicht und einfach von denen zu tragen sind, die dort investiert sind - ohne dass dort mit öffentlichen Geldern eingesprungen wird!


Mögliche Staatsbankrotte

„Es gibt eine Reihe gefährdeter Länder. Ich sehe keine unmittelbare Gefahr, aber auch auf mittlere Sicht das Risiko, dass ein oder zwei mittel- oder osteuropäische Länder den Staatbankrott erklären, bei über 50 Prozent. Und es ist sogar eine Möglichkeit für Irland, Griechenland und Österreich.“ Panikmache? Kein geringerer als der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff äusserte sich jüngst ebenso in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Er erwartet für die nächsten Jahre unausweichlich hohe Inflationsraten und schliesst auch einen Staatsbankrott der USA nicht aus. Letzteres vor allem deswegen, weil sich die Staaten bedingt durch niedrige Zinsen aktuell sehr kurzfristig verschuldeten, sodass vorprogrammiert sei, dass auf Grund inflationsbedingt höherer Zinsen bei Anschlussfinanzierungen der Kollaps drohe. Deswegen muss man nicht in Panik verfallen, aber: Wir wiederholen unsere dringende Warnung, sich auf Sicht der nächsten zehn Jahre in Staatsanleihen wie generell in Zinspapieren keinesfalls absolut „sicher“ zu wähnen.


Sichere Pleitekandidaten

An dieser Stelle warnen wir regelmässig vor von uns so bezeichneten Schrottaktien. Zuletzt warnten wir im September 2009 vor der Empfehlung (Cavitation Technologies Inc. / WKN A0RP4T / WTC). Gepusht von einem dubiosen Swiss MoneyReport wurde bereits für die „nächsten vier Wochen“ ein Kursanstieg auf 0.75 – 1.00 Euro prognostiziert. Unsere damalige Warnung („Totalverlust vorprogrammiert“) hat sich fast schon bewahrheitet: Bei aktuellen Kursen (und auch die halten wir für getürkt) von 0.17 Cent ist die Aktie bereits tief im Keller. Unsere Warnungen vor unsicheren Schrottaktien bleiben somit bislang hundertprozentig sicher! Daher gleich unsere nächste Warnung:


Der „1000 % TopTipp des Jahres“

Mit der Aktie von Premier Energy habe man angeblich einen „Verzehnfacher“ im Depot, „wenn man jetzt einsteigt“. So jedenfalls wirbt „Alexander Schneider“ (wer genau hinter dieser Werbung steckt, bleibt ohnehin unklar) in einem ganzseitigen Inserat in der deutschen Euro am Sonntag. Die Aktie, so heisst es in der Werbung, kenne seit Wochen „kein Halten mehr“. Bei aktuellen Kursen von 60 Cent erwarteten „die Öl-Experten“ bei Premier Energy bereits bis zum nächsten Jahr Kurse im Bereich von vier bis fünf Euro usw. Ok, um es kurz zu machen: Wir rechnen hier mit ziemlicher Sicherheit mit einem „Verzehnfacher“ nach unten. Erstaunlich ist eigentlich immer nur, dass Euro am Sonntag sich mit ganzseitigen Inseraten für solchen „Schrott“ zur Verfügung stellt. Keine Frage: wir haben eine traditionell saisonal starke Zeit bis zum Jahresende. Das kann ich nicht ignorieren. Aber solche saisonalen Muster wiederholen sich nicht in jedem Jahr, zumal der Markt seit März schon sehr gut gelaufen ist. „Sell in May“ hat dieses Jahr ja auch nicht funktioniert, denn dann hätten Sie die Sommerrallye verpasst. Ein neues Jahreshoch beim DAX werde ich zwar auch nicht ausschliessen, aber ich bezweifle stark, dass es nachhaltig sein wird.


Verdoppeln Sie Ihr Kapital in nur vier Jahren

Und zwar mit Gold in Abu Dhabi mit einer Beteiligung an der grössten Goldraffinerie des Mittleren Ostens. So wirbt „Selfmade Capital“ und im übrigen wird auf eine hundertprozentige Staatsgarantie verwiesen. Wir haben hier unsere Recherchen noch nicht abgeschlossen. Niemand braucht Fremdgeld, wenn sein Geschäftskonzept wirklich risikolos höhere Renditen erzielt. Ganz vorsichtig möchten wir schon einmal vor einer solchen Beteiligung warnen.


Investments in Gold

Nochmals, unsere These war und ist, dass man zehn bis fünfzehn Prozent seines Vermögens in Gold anlegen sollte (in erster Linie nicht aus Gründen eines fragwürdigen Inflationsschutzes, sondern eher deswegen, dass Gold auf Sicht der nächsten Jahre wegen schwacher Weltwährungen die Funktion einer Reserve- Währung übernehmen könnte). Zu bevorzugen sind physische Goldinvestments (siehe hierzu ausführlich Geldbrief 8/2008 und Geldbrief 10/2008). Gewarnt haben wir seinerzeit vor dem Super-Fund-Gold-A-Zertifikat, welches angeblich die sicherste Geldanlage (Gold) mit einem der erfolgreichsten Anbieter von Managed-Future- Fonds (Superfund) verbinde. Wir warnten insbesondere vor den (versteckten) Kosten solcher ohnehin fragwürdigen Papier-Gold-Zertifikate. Falsch haben wir damit nicht gelegen: Während physisches Gold seither (in Euro) um ca. vierzig Prozent gestiegen ist, konnte das Index-Zertifikat von Superfund nur um bescheidene sechs Prozent zulegen, „dank“ den offenen und versteckten Kosten - aus dem Schwund konnte „Der Absolut Return-Macher“ Christian Baha daher locker seine offensichtlich notwendigen Englisch-Kurse (siehe die Werbung im Nachrichtensender NTV) und natürlich auch seine aufwändigen Road-Shows finanzieren! Also nochmals: Keine Gold-Investments in fragwürdige Papier-Gold-Zertifikate, sondern ausschliesslich Investments in physisches Gold oder Gold-ETFs.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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