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Veröffentlicht von Weimer Media Group GmbH am 18.12.2011

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 18.12.2011:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Schott hat bei Glas den Durchblick

Ist von Mainz die Rede, so fallen den meisten Menschen spontan zwei Dinge ein: die Fastnacht und das ZDF. Weniger bekannt ist, dass mit der Schott AG einer der weltweit bedeutendsten Hersteller von Spezialglas seinen Sitz in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt hat.

 

Dabei kommt das über 125 Jahre alte Unternehmen eigentlich nicht aus der Stadt am Rhein. Gegründet wurde Schott 1884 in Jena, wo es bis 1945 als Jenaer Glaswerk Schott firmierte. Erst 1952 wurde Mainz der neue Sitz des Hauptwerks. Der Umzug war nötig geworden, weil das Stammwerk in Jena 1948 enteignet und in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt worden war. Immerhin musste man nicht bei null anfangen. Bereits 1945 hatten US-Streitkräfte die Geschäftsleitung und Fachleute in den Westen Deutschlands gebracht.

Im Nachkriegsdeutschland entwickelte sich Schott rasant. Schon 1954 wurde die erste ausländische Produktionsgesellschaft in Brasilien gegründet, der eine rasche Expansion in weitere Staaten folgte. Heute ist der Konzern in 42 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Als echter Global Player haben die Mainzer im Geschäftsjahr 2009/10 rund 77% ihres Umsatzes von 2,85 Mrd. Euro außerhalb Deutschlands erzielt und nur 6.400 der 17.500 Mitarbeiter arbeiten an deutschen Standorten. Zuletzt konnte der Konzern damit ein Betriebsergebnis (EBIT) von 263 Mio. Euro vorweisen.

Seinen Erfolg verdankt Schott einer hochwertigen Palette von Produkten. Zunächst mit Glastechnik für Mikroskope und Fernrohre gestartet, produziert das Unternehmen heute Materialen und Komponenten für so unterschiedliche Bereiche wie Hausgeräte, Automobilund Luftfahrtindustrie, Medizintechnik, Kosmetik und Rüstung. Dazu kommen Produkte zum Schutz empfindlicher Elektronik sowie Spezialglasröhren und pharmazeutische Verpackungen. Vom Boom der erneuerbaren Energien profitieren die Mainzer mit Lösungen zur besseren Nutzung der Sonnenenergie. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Glasprodukte. Mittlerweile gehören zum Angebot auch Erzeugnisse aus dem Kunststoff Polymer.

Entwicklungen von Schott finden sich in einer Vielzahl von Produkten, die in fast jedem Haushalt vorkommen. Am bekanntesten sind wahrscheinlich die ceran-Kochfelder. Mit der 1973 entwickelten Technologie haben die Mainzer einen Standard für Küchen weltweit gesetzt. Andere Innovationen sind Amiran, ein entspiegeltes Glas, das beispielsweise in Schaufensterverglasungen eingesetzt wird, und Pyran, ein Brandschutzglas. Bei faseroptischen Komponenten für

Lichtund Bildleiter, einem weiteren technologischen Meilenstein, ist das Unternehmen seit 1964 aktiv. Die Hintergrundbeleuchtung von Displays, die dank Handy und Smartphone eine immer größere Rolle spielt, wird durch Backlighting-Glasröhren ermöglicht. Weitere Anwendungsgebiete von Schott-Produkten sind Lösungen für die Kabinenund Sitzbeleuchtung in Flugzeugen sowie LEDKomponenten für die Innenund Außenbeleuchtung von Kraftfahrzeugen. Sogar bei der Eroberung des Mondes hat das Unternehmen mitgemischt. Dank optischer Gläser von Schott konnte die Apollo-11-Mission die berühmten Bilder von der ersten Mondlandung aufnehmen.

Stark in der Forschung

Die vielen Innovationen verdankt der Konzern intensiver Forschung und Entwicklung. Das Otto-Schott-Forschungszentrum in Mainz bündelt die Kompetenzen und hält Verbindungen zu Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen in aller Welt. Ständig wird nach neuen Lösungen gesucht und an der Weiterentwicklung bestehender Produkte gearbeitet. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Umweltverträglichkeit. So kommen die ceranKochflächen seit 2002 ohne giftige Schwermetallzusätze aus. Die Entwicklungen finden auch außerhalb der Wirtschaft Anerkennung. 2008 wurden die Solarreceiver der Firma für den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten als eine von drei herausragenden Innovationen nominiert. 

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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