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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 22.07.2016

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 22.07.2016:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

SAP: Q-Zahlen kompensieren Q1-Ausrutscher, Verkaufen

Die Quartalszahlen zum ersten Quartal waren schwach ausgefallen. CEO Bill McDermott hatte damals einige wenige Großaufträge verantwortlich gemacht, die nicht rechtzeitig vor Quartalsende abgeschlossen worden waren. Das Lizenzgeschäft war daher um 13% eingebrochen.

Nun ist diese Scharte ausgewetzt

Mit 10% Umsatzplus im Lizenzgeschäft sind Anleger und Analysten zufrieden. Noch besser sieht es im Cloud-Geschäft aus, wo der Umsatz um 30% angewachsen ist. 

Insgesamt ist der Umsatz um 5,4% auf 5,24 Mrd. Euro angestiegen, das ist etwas mehr als erwartet. Der Gewinn ist um 9% auf 0,82 EUR je Aktie gestiegen, ebenfalls mehr als erwartet. 

Die Sorgen um negative Auswirkungen des Brexits wischte McDermott mit einer Bemerkung vom Tisch: "Any time there’s a pressure point where things are changing, business leaders are looking for a solution" - In schweren Zeiten schauen Unternehmenslenker nach Lösungen. Es versteht sich von selbst, dass McDermott die Unternehmenssoftware von SAP als "Lösung" versteht. 

Das Umsatzwachstum der Cloud findet in Europa (+38%) und Asien/Pazifik (+44%) statt. Aber auch die 26% in Amerika sind nicht zu verachten. der Anteil des Cloud-Geschäfts bei SAP ist von 13,7% vom Vorjahresquartal auf nunmehr 16,5% gestiegen. 

SAP hält an seiner Prognose für 2016 fest

33% Umsatzwachstum in der Cloud, 6-8% Wachstum im Konzernumsatz und 8% Gewinnwachstum. 

Seit Ende Juni ist die SAP Aktie nun von 65 auf 76 Euro gesprungen. das KGV 2017e liegt bei 16, passt also zum avisierten Gewinnwachstum (zweifache Wachstumsgeschwindigkeit = faires KGV). Der Cashflow ist weiter angestiegen, der Konzern zahl seine Kredite rasend schnell zurück. 2018 wäre SAP, wenn der Konzern nicht neue Übernahmen finanziert, schuldenfrei. 

Mit dem Kurssprung der vergangenen Tage ist SAP zum wertvollsten Unternehmen Deutschlands aufgestiegen (94 Mrd. EUR). Analysten haben ihre Kursziele reihenweise angehoben:
Commerzbank 95 EUR
Deutsche Bank 80 EUR
Credit Suisse 90 EUR
UBS 80 EUR
Jeffries 63,50 EUR
Goldman 96 EUR

Stimmung versus Bewertung:

Aus Bewertungssicht würde ich die SAP Aktie nun langsam aus dem Depot entfernen. Ein faires Bewertungsniveau ist erreicht. Der Konzern muss schon seine eigenen sowie auch die inzwischen optimistischen Prognosen der Analysten übertreffen, um ein höheres Kursniveau fundamental zu rechtfertigen. 

Auf der anderen Seite ist SAP zu einer der DAX-Aktien geworden, die ausländische Anleger kaufen, wenn sie am Exporterfolg Deutschlands teilhaben wollen. Und diese deutsche Aktie hat gerade gute Quartalszahlen geliefert sowie den Brexit als Chance herausgestellt während sich Europa noch die Wunden leckt. Es ist also durchaus möglich, dass SAP im Rahmen einer andauernden DAX-Rallye noch weiter steigt. 

Doch unter'm Strich halte ich das Kurspotential für die kommenden Wochen für begrenzt, wohingegen ein Rücksetzer die Aktie nach den jüngsten Kursgewinnen um so heftiger treffen würde. Ich würde SAP daher verkaufen und auf deutlich günstigere Kurse warten, bevor wir dort wieder einsteigen. 

Die Aktie ist sehr liquide, ein Limit brauchen Sie daher nicht. 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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