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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 12.08.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 12.08.2015:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Royal Dutch Shell - China kollabiert: Nachkaufen

Mit einer überraschenden Wechselkursanpassung hat China gestern die Märkte schockiert. Der Yuan wurde gegenüber dem US-Dollar um 1,9% abgewertet. Es sei eine einmalige Abwertung, versprach man. Doch nur einen Tag später wird diese Zusicherung bereits als Lüge entlarvt: Heute Nacht wurde der Yuan um weitere 1,6% abgewertet.

Ich hatte Ihnen angekündigt, dass China die Aufnahme des Yuan als Wetlwährungsreserve des IWF anstrebte. Neben US-Dollar, Euro, Yen und britischem Pfund sollte der Yuan die fünfte akzeptierte Weltwährungsreserve werden. Doch vor wenigen Tagen veröffentlichte der IWF eine Stellungnahme zu diesem Thema, in dem die fehlende freie Handelbarkeit des Yuan kritisiert wird. Der Yuan ist seit 2006 an den US-Dollar gekoppelt und die chinesische Notenbank pumpt Milliarden in den Markt, um das Wechselkursverhältnis konstant zu halten. 

Damit hat sie nun aufgehört, der Yuan darf nun täglich bis zu 2% ab- oder aufwerten. Nach 1,9% gestern und 1,6% heute fragen sich Anleger nun, wie lange diese Anpassung nun andauern wird. Die Folge wird sein, dass Exporte aus China auf den Weltmärkten billiger werden, Exporte aus Deutschland im Umkehrschluss erhalten also neuen Preiswettbewerb.  Hatte man bislang darauf gesetzt, dass China die eigene Wirtschaft durch gezielte Liquiditätsspritzen aufpeppeln werde, wird den Finanzmärkten nun bewußt, dass China auch bereit ist, die eigene Wirtschaft zu Lasten der Weltkonjunktur aufzupeppeln. 

Es ist ein Schock und entsprechend ist der Kurseinbruch im DAX um 5% durchaus nachvollziehbar. Im Heibel-Ticker vom Freitag hatte ich zu Vorsicht gemahnt, denn zumindest das nochmalige Erreichen der 11.000er Unterstützung hielt ich für wahrscheinlich. Das wir nun so schnell auf dieses Niveau heruntergerauscht sind überrascht auch mich. 

dennoch möchte ich an meiner Strategie festhalten und auf diesem Kursniveau Zukäufe tätigen. Ich werde die Entwicklungen in China beobachten und gegebenenfalls reagieren, sollte sich die Situation dort zuspitzen. Doch grundsätzlich halte ich die Situation nun für bekannt: China wächst nicht mit 7% sondern deutlich schwächer (vielleicht 4-5%?). Die kommunistische Partei bekommt es mit der Angst zu tun und greift zu sehr überraschenden Maßnahmen, um die Wirtschaft - und durch die Wechselkursanpassung insbesondere die Exporttätigkeit, die zu letzt um 8% eingebrochen war - zu stützen. Der Wechselkurs kann nun täglich um bis zu 2% einbrechen und täglich für neue negative Schlagzeilen sorgen. Doch auch daran wird man sich gewöhnen. 

Wir hatten Royal Dutch erst am Montag nachgekauft, ich würde heute nochmals zugreifen. Der Ölpreis ist trotz dieses Ausverkaufs bei 43 USD/Fass WTI abgeprallt und entsprechend dürfte Royal Dutch schon bald davon profitieren, wenn der Ölpreis eben nicht weiter einbricht. Für uns winkt derzeit eine attraktive zu erwartende Dividendenrendite von 6,3%. 

Ich würde also zu Kursen unter 26,40 Euro nochmals nachkaufen. 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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