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Veröffentlicht von Redaktion am 30.03.2011

Recht vertraulich: Wann geht unser Geld kaputt?

Recht vertraulich: Wann geht unser Geld kaputt?

lässt das deutsche Wirtschaftsmagazin Focus Money, aufreisserisch wie immer, die „Anleger-Legende“ Marc Faber fragen. Der Anlage-Profi Marc Faber beklagt sich über Fehler im kapitalistischen System („Schwächere müssen auch pleitegehen können.“) und kommt zu dem Ergebnis, dass ein „Gesamtzusammenbruch“ (was auch immer das sein mag) stattfindet, nachdem zuvor die Staaten weltweit noch einmal kräftig die Gelddruck-Maschine angeworfen haben. Schliesslich, so Faber, sei es einfacher, die Schulden durch Geldpolitik „wegzumonetarisieren“, als einen Staatsbankrott zu deklarieren.

 

Hyperinflation?: Wir sehen das nicht ganz so, wie mehrfach an dieser Stelle erwähnt. Allein durch Inflation wird man – aus verschiedenen Gründen – die Schulden nicht wegmonetarisieren können. Irgendwann wird für Pleiteländer ein geordneter Schuldenschnitt hinzukommen. Insoweit werden dann auch die (privaten) Gläubiger beteiligt. Im Übrigen: Mit dem Schuldenschnitt (z. B. im Falle Griechenland) lässt man sich doch ohnehin nur Zeit, um den dadurch betroffenen Banken (einschliesslich Pensionskassen etc.) Gelegenheit zu geben, ihre faulen Kredite noch rechtzeitig zu entsorgen.

Bargeld, Staatsanleihen oder Aktien?: Egal ob nun Hyperinflation oder „nur“ (hohe) Inflation drohen, für das richtige Anlegerverhalten dürfte es insoweit keinen Unterschied machen. Auf die Frage, wie sich Anleger angesichts solcher Szenarien verhalten sollten, antwortete Marc Faber wie folgt: „Noch einmal: Wenn ich für die nächsten 10 Jahre nur eine Anlageklasse wählen dürfte und es stünden nur Bargeld, Staatsanleihen oder Aktien zur Auswahl, würde ich Aktien kaufen.“ Diese Meinung teilen wir voll und ganz. Aktien anstatt Bargeld und Staatsanleihen, ergänzt durch Sachwerte wie Gold und Immobilien. Das war und ist unser Credo ohne Wenn und Aber seit der Finanzkrise 2008 – und genau mit diesen Asset-Klassen hat man seither gutes Geld – trotz allem verdient.

„Ein ganzes Portfolio aus Discount-Zertifikaten“: Dazu riet jüngst der uns durchaus als kompetent bekannte Finanzexperte Dr. Peterreins einem sicherheitsorientierten Anleger im deutschen Finanzmagazin Börse Online. Mit diesem Ratschlag haben wir so unser Problem. Ein ganzes Portfolio aus Discount-Zertifikaten – das bedeutet ja eben auch ein ganzes Portfolio mit Emittentenrisiko/Gegenparteirisiko. Und die Gegenpartei bei Discount-Zertifikaten sind ausschliesslich Banken/Finanzinstitute. Und eben diese wären im Jahr 2008 wie die Fliegen umgekippt, wenn viele von ihnen nicht staatlich gerettet worden wären. Und eben dieser Finanzsektor ist noch immer Lichtjahre von einer soliden Restrukturierung entfernt! Wir haben das an dieser Stelle schon mehrfach betont: Wir nehmen aktuell verwundert zur Kenntnis, wie arglos wieder mit dem Thema Emittentenrisiko umgegangen wird. Vereinfacht gilt: Wer Aktien, Gold und Immobilien besitzt, hat kein Emittentenrisiko. Ansonsten gilt der Grundsatz: Emittentenrisiken sind immer und überall. Wir werden uns in diesem Jahr verstärkt diesem Thema widmen.

Im Übrigen: Die Zeiten sind schwierig, aber keinesfalls hoffnungslos. Halten Sie es mit dem deutschen Humoristen Karl Valentin: „Heute ist die gute alte Zeit von morgen"

 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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