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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 16.08.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 16.08.2009:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

QIAGEN: Auf dem Weg in den DAX?

Die niederländische Biotechnologiefirma bleibt auf Wachstumskurs. Nach den jüngst veröffentlichten Quartalszahlen sieht sich QIAGEN auf dem besten Weg, im Gesamtjahr 2009 währungsbereinigt erstmals die Umsatzschwelle von 1 Mrd. US-Dollar zu knacken. Aber nicht nur die Geschäfte laufen gut. Die Aktie wird auch als potenzieller DAX-Aufsteiger gehandelt.

Finanzchef Roland Sackers sieht einem möglichen Aufstieg in den wichtigsten deutschen Aktienindex jedoch gelassen entgegen. Er sprach in einem Interview davon, dass sich QIAGEN an der NASDAQ wie auch im TecDAX sehr wohl fühlt. Ein Aufstieg in die oberste deutsche Aktienliga wäre seinen Worten zufolge aber eine Bestätigung des eigenen starken profitablen Wachstums. Basis dafür ist das aussichtsreiche Geschäftsmodell sowie die glänzende Marktposition.


Probenvorbereitung und Tests

QIAGEN ist eigenen Angaben zufolge weltweit führender Anbieter von sogenannten Probenvorbereitungs- und Testtechnologien. Erstere werden eingesetzt, um Nukleinsäuren wie DNA und RNA oder Proteine aus biologischen Proben wie Blut oder Gewebe zu isolieren und für Analysen vorzubereiten. Die Testtechnologien dienen dann zum Sichtbarmachen solcher isolierten Biomoleküle. Zum Sortiment des Unternehmens gehören insgesamt mehr als 500 verschiedene Produkte, Verbrauchsmaterialien und Geräte sowie Lösungen zu deren Automatisierung. Abnehmer sind molekulardiagnostische Labore, die akademische Forschung, pharmazeutische und biotechnologische Firmen sowie Kunden in Märkten für angewandte Testverfahren, wie beispielsweise der Forensik, der Veterinär- und Lebensmittelkontrolle oder der pharmazeutischen Prozesskontrolle. QIAGEN nimmt für sich in Anspruch, eines der weltweit breitesten Portfolios von Tests in der Molekulardiagnostik zu besitzen. Die Tests gibt es für fast alle Infektionserkrankungen, darunter Aids, Grippe und Hepatitis. Zudem bietet der Konzern den ersten in den USA und Europa zugelassenen Test auf humane Papillomaviren (HPV), der primären Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Aktuell populär sind die Lösungen für die Beobachtung der Ausbreitung von H1N1-Infektionen („Schweinegrippe“).


Außergewöhnliche Wachstumschancen

Bei Vorlage der Halbjahresbilanz in der vergangenen Woche zeigte sich Firmenlenker Peer Schatz zufrieden mit dem Verlauf im zweiten Quartal 2009. Er erläuterte, dass die von QIAGEN adressierten Märkte eine stabile wirtschaftliche Entwicklung und Nachfrage zeigten. Er sprach daher von weiterhin außergewöhnlichen Wachstumsmöglichkeiten, vor allem in der molekularen Diagnostik und in den Märkten für angewandte Testverfahren. Seiner Ansicht nach ist der Konzern bestens aufgestellt und gerüstet, um die aktuellen Entwicklungen und Möglichkeiten in eine signifikante Wertschöpfung für QIAGEN umzuwandeln. Die Ergebnisse im Zeitraum April bis Juni untermauern diese Zuversicht.


Steigende Ergebnisse

Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterte der Umsatz um 10% auf 240,2 Mio. US-Dollar. Bereinigt um negative Wechselkurseffekte wären die Erlöse um 19% gewachsen. Die Steigerung bei den Kunden aus der molekularen Diagnostik, die etwa 48% zu den gesamten Einnahmen beisteuerten, war am stärksten, gefolgt von den Märkten für angewandte Testverfahren, der akademischen Forschung und der pharmazeutischen Industrie. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um 38% auf 46,9 Mio. US-Dollar. Um Sondereffekte bereinigt, wie Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte oder Kosten im Zusammenhang mit der Integration von Akquisitionen, verbesserte sich das EBIT um 19% auf 71,8 Mio. Euro. Nach Steuern verdiente QIAGEN 30,9 Mio. US-Dollar und damit 33% mehr. Bereinigt wurde hier ein Plus von 19% auf 48,3 Mio. US-Dollar erzielt. Im ersten Halbjahr insgesamt legte der Umsatz um 8% auf 461,1 Mio. US-Dollar zu. Das EBIT verbesserte sich um 25% auf 83,9 Mio. US-Dollar und der Nachsteuerprofit um 28% auf 55,6 Mio. US-Dollar. Bereinigt erreichten die Steigerungsraten 10% und 14%. Das Ergebnis je Aktie (EPS) kletterte in den ersten sechs Monaten von 0,21 auf 0,27 US-Dollar. Ohne Sondereffekte nahm es von 0,38 auf 0,44 US-Dollar zu.


Gute Aussichten

Nach den Steigerungen im ersten Halbjahr zeigte sich QIAGEN weiterhin optimistisch hinsichtlich der Wachstumsaussichten für das Gesamtjahr. Laut Vorstand scheint sich das laufende dritte Quartal bisher gut zu entwickeln, und er rechnet hier mit einem organischen Umsatzwachstum über den 12% des zweiten Jahresviertels. Dazu dürften die Tests auf „Schweinegrippe“ beitragen, die im zweiten Quartal den Angaben zufolge Umsätze von einigen Millionen US-Dollar in die Kasse spülten. Der Konzern erwartet, dass hier die Einnahmen im dritten und vierten Quartal angesichts der in diesem Zeitraum traditionellen Grippesaison zunehmen werden. Für das Gesamtjahr erhöhte QIAGEN die Erwartungen für Umsatz sowie das bereinigte EPS. Bisher Erlöse von 920 bis 970 Mio. US-Dollar angepeilt, werden nun 930 bis 970 Mio. US-Dollar erwartet. Nach 893 Mio. US-Dollar im Vorjahr entspräche dies einem Zuwachs zwischen 4,1% und 8,6%. Bei konstanten Wechselkursen für beide Geschäftsjahre soll der Umsatz 2009 zwischen 11% und 16% wachsen und erstmals die Marke von 1 Mrd. US-Dollar knacken. Beim bereinigten EPS geht das Unternehmen von 0,90 bis 0,94 US-Dollar aus, nach bislang 0,88 bis 0,94 US-Dollar.


Fazit:

Die angehobenen Prognosen sind laut QIAGEN ein Beleg dafür, dass der Konzern in seinen Märkten sehr gesunde Trends sieht, die sich im zweiten Halbjahr fortsetzen sollten. Dies rundet unserer Ansicht nach das insgesamt positive fundamentale Bild aus starkem Geschäftsmodell, guten Ergebnissen sowie den langfristigen vielversprechenden Aussichten ab. Hervorzuheben ist ferner die stattliche operative Marge, die, gemessen am bereinigten EBIT, mit mehr als 28% im ersten Halbjahr nach wie vor auf sehr hohem Niveau liegt und im nächsten Jahr auf über 30% klettern könnte. Legt man ferner das erwartete EPS von 0,90 bis 0,94 US-Dollar zugrunde, errechnet sich bei einem aktuellen Kurs ein KGV von etwa 15, was angesichts der soliden profitablen Wachstumsraten nicht zu hoch ist. Die Aktie könnte zudem die Aussicht auf eine Aufnahme in den DAX weiter antreiben. Langfristig orientierte Investoren könnten daher Kurskorrekturen nutzen, um sich langfristig zu positionieren. Charttechnisch betrachtet hat die Aktie zuletzt ihre seit dem Zwischenhoch von November 2007 gebildeten Abwärtstrendlinien überwunden. Innerhalb der übergeordneten Aufwärtsbewegung seit dem Allzeittief von Oktober 2002 könnte nun deren obere Begrenzung von aktuell 18,18 Euro ein mittelfristiges Kursziel darstellen. Auf dem Weg dorthin finden sich horizontale Widerstände bei 14,84 und 16,44 Euro.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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