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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 10.01.2013

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 10.01.2013:

Börsenbrief Aktionärsbrief
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Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Nippon - das war der strukturelle Wendepunkt

Das japanische Endspiel hat begonnen. Es gleicht einem Drama, in dessen Verlauf wir aller Wahrscheinlichkeit nach einen sehr festen Nikkei 225 und einen nachhaltig schwachen Yen sehen werden.

• Nippon - das war der strukturelle Wendepunkt. Das japanische Endspiel hat begonnen. Es gleicht einem Drama, in dessen Verlauf wir aller Wahrscheinlichkeit nach einen sehr festen Nikkei 225 und einen nachhaltig schwachen Yen sehen werden.


Punkt 1: Neue Regierung. Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe hat von der Notenbank seines Landes gefordert, das Infl ationsziel von 1 auf 2 % zu erhöhen, um die Aufwertung des Yen zu unterbinden. Gleichzeitig soll die Bank of Japan im großen Stil neue japanische Staatsanleihen kaufen, mit denen die Regierung ein großes Konjunkturpaket schnürt. Dabei geht Abe einen Schritt, der deutschen Notenbankern Schweißperlen auf die Stirn treibt. Per Gesetz will er die Unabhängigkeit der Notenbank beschneiden. Wir rechnen mit der Lancierung eines massiven Quantitative-Easing-Programms noch in diesem Frühjahr.


Punkt 2: Dramatische Yen-Abwertung. Die Handelsbilanz ist seit Ende der 70er Jahres erstmals nachhaltig ins Minus gedreht. Das hilft dabei, die Trendwende im Yen erfolgreich einzuleiten. Dazu kommt: Japan ist stärker verschuldet als Griechenland (236 % zum BIP). Trotz der rekordtiefen Zinsen beanspruchen die Zinszahlungen Japans 25 % des Staatsbudgets. Ein massiver Zinsanstieg würde Japan an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen. Bereits im Oktober hatte Standard & Poor´s eine weitere Abstufung Japans in Erwägung gezogen. Ein Griechenland-Szenario droht jedoch nicht. Denn Japan hat eine eigene Notenbank und kann das fehlende Geld drucken. Das würde die Abwertung des Yens dramatisch beschleunigen. Wie solch ein Prozess ablaufen kann, zeigt das Beispiel der Türkei in den 90er Jahren (s. Grafik Rand).


Punkt 3: So profitieren Sie. Als Anleger können Sie von diesem Szenario profitieren. Zum einen über die Währung. Wir hatten diesem Szenario bereits Anfang Dezember mit einem entsprechenden Endlos-Turbo-Call auf USD/JPY (DZ9 DVN; 10,23 €) vorgegriffen. Zwischengewinn bereits rd. 70 %. Zwischenzeitliche Erholungen im Yen rechtfertigen neue Käufe. Ein schwacher Yen, bei einer gleichzeitig sich erholenden Weltwirtschaft, dürfte den Tokioter Aktienmarkt in Euphorie versetzen. Eine signifikante Abwertung des Yens sollte eine Gewinnexplosion bei exportlastigen Unternehmen zur Folge haben. Da der Nikkei nahe Buchwert notiert, resultiert daraus ein erhebliches Bewertungspotenzial. Dies lässt sich über ein Index-Zertifikat (am besten ein währungsgesichertes Zertifikat) abbilden. Hier empfehlen wir das UNLIMITED INDEX-ZERTIFIKAT AUF NIKKEI 225 (WKN: 702 976; 10,58 €) der Commerzbank. Die Laufzeit ist unbegrenzt. Sie partizipieren 1:1 an der Entwicklung des Nikkei.


Alternativ besteht die Möglichkeit, sich direkt in japanischen Aktien zu engagieren. Allerdings sollte solch eine Spekulation auf der Währungsseite durch eine entsprechende Short-Spekulation gegen den Yen (s. oben) begleitet werden. Folgende Aktien halten wir für aussichtsreich:


Im Bereich der Industrieelektronik macht HITACHI (WKN: 853 219; 4,65 €) den besten Eindruck. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich auf Hardware für Industriefirmen spezialisiert. Das Zahlenwerk stimmt und die Bewertung mit einem KGV von 9 ist für den japanischen Aktienmarkt sehr preiswert. Auch das Kurs-/Buchwert-Verhältnis mit Faktor 1,3 ist günstig.


KOMATSU (WKN: 854 658; 20,20 €) - Wachstum trotz starkem Yen. Der Baumaschinenhersteller macht offensichtlich vieles richtig. Trotz des starken Yen gelang es in der Vergangenheit im Ausland stetig zu wachsen - vor allem in den benachbarten Schwellenländern. Kaum auszudenken, wie das Wachstum und die Gewinnmargen aussehen, wenn der Yen signifikant abwertet. Dann kann das aktuelle KGV von 13 schnell unter 10 sinken. Die Aktie sollte ihren Aufwärtstrend weiter fortsetzen.

 

TOYOTA (WKN: 853 510; 36,50 €): Beeindruckendes Comeback. Nachdem das Unternehmen 2011 wegen der Katastrophe von Fukushima in der Rangliste der weltgrößten Autobauer auf Platz drei abgerutscht ist, ist man 2012 wieder die Nummer Eins der Branche gemessen am Autoabsatz geworden. Zwar schwächelt derzeit der Absatz in China, dafür gibt man in den USA Vollgas. Eine Yen-Abwertung wäre der Gewinntreiber Nummer Eins. Denn: Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich die Gewinnmarge aufgrund des starken Yens halbiert. Die Aktie notiert gerade mal auf Buchwertniveau.


BRIDGESTONE (WKN: 857 226; 20,30 €) gibt Gummi in Europa. Der weltweit größte Reifenhersteller will seinem Rivalen Continental die Spitzenposition auf dem europäischen Markt abjagen. Zuletzt hat man wieder damit begonnen, die Produktionskapazitäten in Europa hochzufahren. 2012 dürfte ein Rekordjahr für Bridgestone gewesen sein. Das ursprüngliche Margenziel von 10 % in 2017 könnte man mit etwas Glück schon 2013, aber spätestens 2014 erreichen. Ein schwächerer Yen ist in dieser Prognose noch nicht einmal berücksichtigt. Das KGV von 8,8 ist deutlich ausbaufähig.


Fazit: Der japanische Aktienmarkt hat das Zeug, 2013 überdurchschnittliche Kursgewinne einzufahren. Kurzfristige Korrekturen bieten eine Kaufbasis.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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