Das unabhängige Börsenbriefportal
Dummy user
Veröffentlicht von Der Goldreport Ltd am 06.06.2014

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.06.2014:

Börsenbrief Der Goldreport
Der Goldreport

Der Goldreport Ltd - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2003

Neues Zeitalter angebrochen!

Kaum eine EZB-Sitzung war wichtiger, wie die gestrige. Da Draghi im Mai wichtige Maßnahmen für die Euro-Zone angekündigt hatte, waren die Erwartungshaltungen hoch.

Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, da das Medien-Echo enorm war, hat Draghi erstmals in der Geschichte negative Einlagezinsen (-0,10%) für die europäischen Banken beschlossen und den Leitzins von 0,25% auf 0,15% gesenkt.

Viele Medien sprachen gestern von einem neuen „Zeitalter“ der Währungspolitik und Draghi hat das getan, was vor einigen Jahren noch unvorstellbar war.

Ein negativer Einlagezins soll bewirken, dass die europäischen Banken ihre Überschussliquidität nicht mehr bei der EZB parken, sondern an die Realwirtschaft ausleihen und Kredite vergeben. So zumindest die Theorie.

Wir glauben, dass dieses geldpolitische Experiment nicht funktionieren wird. Die Reaktionen der deutschen Bankensprecher waren eindeutig, wobei ich besonders diese Aussage von Michael Kemmer (Bundesverband deutscher Banken) beachtenswert finde:

"Ein negativer Zins auf die Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB wird kaum zur gewünschten Belebung der Kreditvergabe und des Interbankenmarktes führen. An Liquidität zur Kreditvergabe mangelt es im Eurosystem nicht. Es sind eher überschuldete Unternehmen beziehungsweise hohe Kreditrisiken, die in den Peripherieländern eine Ausweitung der Kreditvergabe verhindern."

Das nenne ich mal klare Worte!

Die Banken haben einfach keinen „Bock“, Geld auszuleihen, da die Risiken zu hoch sind. Er spricht von überschuldeten Unternehmen (faule Kredite der Banken) und hohen Kreditrisiken in den Peripherieländern!

Ich habe selten eine Aussage von einem Bankensprecher gesehen, die in wenigen Worten die wirkliche Situation in Europa derart auf den Punkte bringt!

Doch Draghi wäre nicht ein Goldman Sachs Banker und Verfechter des Keynesianismus, wenn er sich mit Zinsen nahe Null und negativen Einlagezinsen zufrieden geben würde.

Es wurde weiter beschlossen, dass die EZB den Banken unbegrenzte Liquidität bis Ende 2016 bereitstellt. Eigentlich war das Ende dieses Programms für Mitte 2015 vorgesehen!

Doch es geht noch weiter. Auch das von uns beschriebene Programm zum Aufkauf von „toxischen Krediten“ wurde beschlossen! Die EZB will verbriefte Kredite der Banken im Gegenwert von bis zu 400 Milliarden Euro aufkaufen! Es sind die bekannten ABS (Asset Backed Securities), die, nur zur Erinnerung, einer der Hauptgründe waren, warum die Märkte 2008 eingebrochen sind. Dieser Markt ist der EZB zu „eingeschlafen“ und sie will ihn wiederbeleben. Die Banken können also die faulen Kredite verbriefen und dann an die EZB verkaufen!

Die Banken werden gestern wieder gefeiert haben, denn mit diesem Beschluss kann man die Bilanzen erneut für sehr billiges Geld bereinigen. Die EZB will für den Ankauf der Papiere nämlich nur 0,10% über dem Leitzins haben (0,25% p.a.) und der Zins ist fest für vier Jahre!! 

Abschließend sagte Draghi noch, dass die gestern beschlossenen Maßnahmen noch nicht das Ende seien. Die EZB wird noch weitere Maßnahmen ergreifen können. Hier seine Aussagen:

„Es wird eine Reihe von Maßnahmen geben, um abzusichern, dass diese Mittel der Realwirtschaft zugute kommen."

und

"Sind wir fertig? Die Antwort ist: nein. Wir sind hier noch nicht fertig. Im Notfall sind wir - im Rahmen unseres Mandats - hier nicht fertig.“

Fazit:

Das ist krank. Was gestern beschlossen wurde, ist die endgültige Vernichtung der Sparer. Viele Deutsche werden sich die Augen reiben, wenn sie aus ihren jahrelang laufenden Kapitallebensversicherungen oder Riester-Renten weniger heraus bekommen, als sie eingezahlt haben!

Es sind Verzweiflungstaten, die die EZB an den Tag legt, um die katastrophale Situation vieler Euro-Südländer zu retten. Doch das wird nicht funktionieren. Liquidität ohne Grenzen und künstlich niedrig gehaltene Zinsen werden zur Inflation führen und nicht zu einer strukturellen Veränderung!

Gold zahlt keine Zinsen, doch bei der EZB müssen Sie noch Geld mitbringen! 
 

Der Goldpreis legte nach diesem Maßnahmenpaket rund 10 USD zu. Eigentlich ein lächerlicher Anstieg, doch aufgrund der hohen Short- Positionen der Spekulanten darf keine Euphorie entstehen. Erst müssen diese Shorts gedeckt werden.

Technisch hat sich die Situation aufgehellt:


 


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


Börsenbrief Der Goldreport
PDF
Kostenlose Leseprobe- Ausgabe als PDF
Jetzt downloaden

© Lettertest.de - Alle Rechte vorbehalten. Datenschutz Impressum Gütesiegel