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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 22.01.2015

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 22.01.2015:

Börsenbrief Aktionärsbrief
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Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

Nasdaq - was kommt 2015?

Anleger, die im vergangenen Jahr in den Nasdaq 100 investiert haben, haben gutes Geld verdient: 2014 hat der Nasdaq 100 immerhin 18 % zugelegt und damit den S&P 500 deutlich geschlagen.

Damit haben Nasdaq-Werte auch 2014 ihren Trend der Outperformance fortgesetzt. In den vergangenen fünf Jahren hat der Nasdaq 100 jedes Jahr zugelegt und zudem den S&P 500 übertrumpft. Seit Anfang 2009 ist der Nasdaq 100 über 200 % gestiegen, während der S&P 500 im selben Zeitraum „nur“ 110 % zugelegt hat. Der Dow Jones hat dagegen gerade mal + 94 % geschafft.

2014 gab es allerdings auch einige Flops mit prominenten Namen im Nasdaq 100. Von den 107 im Index enthaltenen Werten haben 19 das Jahr mit negativer Bilanz abgeschlossen. Den größten Abschlag zeigte mit 68 % VIMPELCOM, ein Mobilfunkanbieter, der sein Hauptgeschäftsfeld in Russland hat. Wegen der Krise in Russland musste das Unternehmen im November eine Gewinnwarnung abgeben.

Zu den 19 Verlierern gehört mit AMAZON auch ein sehr prominenter Vertreter. Der ehemalige Top-Wert avancierte 2014 mit einem Minus von 22 % zu einem der größten Verlierer. Aber auch Unternehmen wie Vodafone, Tripadvisor, Priceline, Netflix und Google gehörten zu der Phalanx der schwächsten Nasdaq-Werte. Twitter hätte sich mit einem Jahresverlust von 44 % fast an die Spitze der Flop-Liste katapultiert, ist aber in der Statistik gar nicht enthalten, weil die Aktie an der NYSE und nicht an der Nasdaq gehandelt wird.

Ein großer Teil des Misserfolgs der Verliererwerte basiert auf dem Erfolg eines der Index-Schwergewichte, nämlich APPLE. Nachdem die Aktie 2013 schwach notiert hatte, folgte 2014 eine dynamische Gegenbewegung. Zum Jahresschluss lag der Kurs um 38 % über dem zum Jahresbeginn. Das lag vor allem an Produktneuheiten wie dem Bezahldienst „Apple Pay“ und der Smartwatch „Apple Watch“. Durch das hohe Indexgewicht von 10 % gehen allein 170 von 666 Punkten, die der Nasdaq 100 im vergangenen Jahr zugelegt hat, auf das Konto von Apple. Anders ausgedrückt: Das Jahresplus des Nasdaq 100 wurde zu einem Viertel von Apple generiert. 2013 war der Einfluss allerdings noch sehr viel höher gewesen, hatte damals doch das Apple-Gewicht im Index mit 20 % doppelt so hoch gelegen wie 2014.

Die Flops des vergangenen Jahres könnten aber zu den Tops des laufenden Jahres avancieren. Häufig folgt auf das Jahr des Kursniedergangs ein Jahr der Gegenbewegung. Das ist aber nicht immer und bei allen Werten so. Welche der Flops des Jahres 2014 könnten also 2015 zu den Gewinnern zählen?

AMAZON (906 866; 289 $) steht natürlich im besonderen Fokus der Schnäppchenjäger. Das Weihnachtsgeschäft dürfte wieder mal gebrummt haben, aber an anderen Ecken kriselt es, was man in den letzten Jahren von Amazon nicht gewohnt war. So liegt beispielsweise das im Sommer 2014 vorgestellte „Fire Phone“ wie Blei in den Regalen. Auf der anderen Seite schwächt sich das bisher stets sehr dynamische Umsatzwachstum ab, sodass nun vermehrt der Gewinn in den Fokus rückt, aber da sieht es nicht sehr erfreulich aus. Weiterhin hält CEO Jeff Bezos an der Politik fest, einen Großteil des Gewinns zu reinvestieren. Das hat im vergangenen Jahr aber erstmals zu einem ernsthaften Murren der Anleger geführt, was sich dann auch im Kursniedergang manifestiert hat. Mit den jetzigen Kursen von unter 300 $ mag für nervenstarke Anleger bereits schon wieder eine Einstiegsgelegenheit vorliegen, aber das Risiko dürfte nun höher sein als bei früheren Kurskorrekturen.

NETFLIX (552 484; 348 $) ist 2014 vom stolzen Schwan zu einem hässlichen Entlein mutiert. Viele Monate stand die Aktie der Online-Videothek hoch in der Gunst der Anleger, aber die Kosten für eine Expansion in das europäische Ausland sorgte zunehmend für Stirnrunzeln. Der Kurs hat von seinem Top bei gut 480 $ mittlerweile rund ein Drittel nachgegeben. Damit hat sich auch das KGV nun zumindest etwas normalisiert, liegt aber mit 66 sicherlich immer noch nicht in einem günstigen Bereich. Dennoch können mutige Anleger versuchen, bei weiter nachgebenden Kursen in einer Bandbreite von 280/300 $, eine erste Position ins Depot zu nehmen.

Wird TWITTER (A1W 6XZ; 37,57 $) zum zweiten Facebook? Auch die Aktie des sozialen Netzwerks hatte zunächst schwach tendiert. Als es dem Unternehmen aber gelang, den Wandel hin zu mobilen Endgeräten für sich zu nutzen, legte der Kurs wieder nachhaltig zu, sodass die Aktie seit ihrem IPO im Sommer 2012 per saldo nun doch eine sensationelle Erfolgsstory ist. Gelingt es Twitter ähnlich wie Facebook die Lücke bei der Monetarisierung des eigenen Dienstes zu schließen, winkt hier sicherlich ein Kursgewinn von mindestens 50 %. Gelingt das aber nicht, ist die Aktie auch auf dem jetzigen Kursniveau immer noch deutlich überbewertet. Also hohe Chance bei hohem Risiko.

GOOGLE (A0B 7FY; 510 $) hat von Apple die Rolle des technischen Innovationsführers übernommen. Nach dem Tode von Steve Jobs sprudeln die Ideen aus Cupertino nicht mehr ganz so reichlich. Google dagegen probiert sich in allem aus, wo man Zukunftspotenzial sieht, seien es internetfähigen Brillen, fahrerlose Autos oder Kontaktlinsen, die den Blutzucker messen. Das verschlingt zwar zunächst viel Geld, aber wenn es nur ein Projekt zur Marktreife schafft, dürfte das die Kosten um ein Vielfaches wieder einspielen. Das Problem: Derzeit verdient Google immer noch den Hauptteil seines Geldes mit Werbung. Wie lange die erfolgreiche Transformation in andere Geschäftsfelder dauert, steht in den Sternen. Positiv hingegen ist die mit einem KGV von 17 für einen Wachstumswert recht moderate Bewertung. Kurse unter 500 $ offenbaren eine erste Einstiegschance.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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