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Veröffentlicht von Redaktion "BÖRSE am Sonntag" am 06.06.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 06.06.2010:

Börsenbrief BÖRSE am Sonntag
BÖRSE am Sonntag

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Mit Shoprite Holdings auf Afrikas wachsenden Konsum setzen

Nur noch wenige Tage, dann wird die Fußball-WM angepfiffen. Für einige Wochen wird Südafrika dann ganz besonders im Fokus der weltweiten sportbegeisterten Öffentlichkeit stehen. Grund genug, mit Shoprite Holdings eine südafrikanisches Firma vorzustellen, deren Aktie nicht nur in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Performance ablieferte, sondern auch künftig aussichtsreich erscheint.

In den vergangenen sechs Jahren stieg die Aktie des Einzelhändlers um mehr als 700%. Sie gehört damit zu den stärksten südafrikanischen Werten, seit der Weltfußballverband FIFA im Mai 2004 entschied, dass Südafrika die WM 2010 austrägt. Allerdings dürfte das satte Kursplus nicht allein durch die Erwartung guter Geschäfte im Zusammenhang mit dem Sportereignis zu begründen sein. Das Unternehmen dürfte von dem insgesamt positiven wirtschaftlichen Umfeld profitiert haben. Südafrika gilt angesichts des Rohstoffreichtums als zukunftsträchtiger Markt. Die vor der weltweiten Wirtschaftsflaute global stark wachsende Nachfrage sowie der zuletzt wieder anziehende Bedarf an Bodenschätzen wie Kohle, Eisenerz, Platin oder Gold haben die ohnehin stärkste Volkswirtschaft Afrikas weiter nach vorn gebracht. Der globale Rohstoffhunger, insbesondere von Schwellenländern wie Indien und China, sollte sich auch künftig positiv auf das Wirtschaftsgefüge des Landes auswirken. Durch den Rohstoffsektor steigen die Beschäftigungszahlen, was sich auch in anderen Sektoren und Branchen fortsetzt, was wiederum den Konsum stützen dürfte. Auch die Marktforscher von yStats.com rechnen damit, dass die Konsumlaune der Südafrikaner in den nächsten Jahren weiter steigt. Sie prognostizieren ein Umsatzwachstum im Einzelhandel von 64 Mrd. US-Dollar (2009) auf 106 Mrd. US-Dollar (2014). Gründe sind neben Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit die steigende Anzahl von Touristen. Bei Letzteren hat sich 2009 der Aufwärtstrend zwar verlangsamt, allerdings gewinnt er 2010 durch die Fußball-WM wieder an Dynamik. Von den genannten Faktoren profitieren Einzelhändler, wie Shoprite Holdings. Führend in Afrika Entstanden 1979, ist der Konzern heute der größte Lebensmitteleinzelhändler, nicht nur in Südafrika, sondern auf den gesamten afrikanischen Kontinent. Mit verschiedenen Supermarktkonzepten und Marken, die vom Niedrigpreis- bis zum Hochpreissegment reichen, deckt er dabei sämtliche Einkommensschichten ab. Die Gesellschaft führt außerdem eigene Märkte, in denen Möbel, elektronische Geräte sowie Unterhaltungselektronik angeboten werden. Firmencredo ist es, sämtlichen Bevölkerungsschichten in Afrika Lebensmittel und Haushaltsprodukte in einem „Erste-Welt-Ambiente“ anzubieten und das bei niedrigen Preisen. Insgesamt betreibt die Gesellschaft 1.146 Supermärkte und Geschäfte in Eigenregie, davon die meisten unter der Marke Shoprite, sowie 276 durch Franchisepartner. Abgerundet wird das Sortiment durch Ticketverkaufsstellen, 100 Apotheken und 73 Schnapsläden. Abgesehen vom Heimatmarkt Südafrika ist das Unternehmen in 15 weiteren Ländern präsent, beispielsweise in Namibia, Sambia, Botswana und Lesotho. Anhaltende Expansion Künftig will das Unternehmen die Expansion weiter vorantreiben. Erklärtes Ziel ist es, die führende Position in Afrika auszubauen. Weil zu Hause der Bedarf an großen Supermärkten gedeckt ist, zieht es Shoprite daher insbesondere ins Ausland. Im Jahr 2004 wagte die Gesellschaft sogar den Schritt nach Indien, zog sich 2010 von dort aber wieder zurück. Künftig will sie sich nun voll und ganz auf Afrika konzentrieren. Chancen wittert der Vorstand insbesondere in den rohstoffreichen Ländern Westafrikas. Das Vorhaben klingt einleuchtend, dürfte in diesen doch am ehesten der Konsum anziehen. Für seine Vorhaben hat der Konzern beste Voraussetzungen, angesichts der inzwischen erreichten mit Abstand führenden Marktposition sowie der finanziellen Stärke. Kräftige Steigerungen Basis für die Finanzkraft sind auch die Geschäftszahlen, die klare Aufwärtstrends offenbaren. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz beinahe verdoppelt. Seit dem Geschäftsjahr 2004/05 (bis Ende Juni) kletterten die Einnahmen bis zum vergangenen Jahr von 29,81 auf 59,32 Mrd. Südafrikanische Rand (ZAR). Umgerechnet entsprach dies seinerzeit etwa 5,4 Mrd. Euro. Überproportional zu den Erlösen stiegen die Erträge. Seit 2004/05 schnellte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 0,92 auf 2,91 Mrd. ZAR (rund 263 Mio. Euro) und damit um mehr als 200%. Unter dem Strich legte der Profit um mehr als 250% auf 2,02 Mrd. ZAR (etwa 183 Mio. Euro) zu. Starkes Halbjahr An die positive Entwicklung knüpfte Shoprite auch im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 an. Trotz Rezession gab es im ersten Halbjahr steigende Ergebnisse. Der Umsatz erhöhte sich im Zeitraum Juli bis Dezember um 11,9% auf 33,14 Mrd. ZAR. Besonders gut lief das Supermarktgeschäft im Heimatmarkt, der Haupteinnahmequelle des Konzerns. Hier legten die Umsätze um 14,6% auf 26,3 Mrd. ZAR zu und entwickelten sich damit besser als der Gesamtmarkt, der um 9% zulegte. Zu der besseren Performance haben die 53 neu eröffneten Supermärkte beigetragen, die 5,5 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum beisteuerten. Auf den bestehenden Flächen waren es 9,1% Plus. In Südafrika konnte der Konzern zudem eigenen Angaben zufolge seinen Marktanteil um 1,2 Prozentpunkte auf 29,8% ausbauen. In den Auslandsmärkten belastete indes der starke Südafrikanische Rand, wurden dadurch doch die Importe aus Südafrika vergleichsweise teurer. Entsprechend sanken die Umsätze um 4,3% auf 3,61 Mrd. ZAR. Legt man konstante Währungen zugrunde, waren es indes 16,3% Plus. Erfreulich entwickelte sich auch die Möbelsparte. Trotz der Zurückhaltung bei den Konsumenten verbuchte die Gesellschaft hier einen Zuwachs um 11,5% auf 1,54 ZAR. Die übrigen Bereiche, zu denen unter anderem die Apotheken gehören, legten um 13,3% auf 1,69 Mrd. ZAR zu. Neben den steigenden Einnahmen verbesserten sich auch die Konzernerträge. Das EBIT stieg um 13,7% auf 1,62 Mrd. ZAR. Der Nachsteuergewinn nahm um 11% auf 1,07 Mrd. ZAR zu. Fazit Die Geschäfte liefen in den vergangenen Jahren prächtig, Shoprite ist kontinuierlich und dabei profitabel gewachsen - selbst während der Rezession. Dabei zahlte sich aus, dass der Konzern auf sämtliche Einkommensschichten setzt und somit die breite Bevölkerung zum Kundenkreis zählt. Profitiert hat er ferner von den insgesamt verbesserten Handelsbedingungen auf dem Kontinent sowie dem tendenziell wachsenden afrikanischen Konsum. Für diesen werden in den nächsten Jahren weitere Zuwächse erwartet. Die sich bietenden Chancen will die Gesellschaft nutzen. Plausibel ist dabei, sich bei der Expansion auf die rohstoffreichen Länder zu konzentrieren, sind doch hier am ehesten steigende Einkommen zu erwarten. Zwar bergen die unterschiedlichen Bedingungen in den jeweiligen afrikanischen Ländern das Risiko, dass man sich dort verzettelt, die Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren jedoch bewiesen, damit klar zu kommen. Bei ihren Wachstumsplänen kann sie zudem auf eine sehr starke Marktposition im Heimatmarkt Südafrika bauen, in dem das nötige Kleingeld für die Expansion erwirtschaftet wird. Alles zusammen genommen erscheint Shoprite somit nicht nur wegen der Fußball-WM, die die Geschäfte ankurbeln dürfte, sondern auch langfristig aussichtsreich. Sollte der Euro zudem weiter gegenüber dem Südafrikanischen Rand abwerten, sind zudem Währungsgewinne möglich, was zusätzlich für ein Investment sprechen könnte.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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