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Veröffentlicht von Redaktion "Rohstoff-Spiegel" am 19.04.2010

Mit Griechenland zum Euro-Sozialismus

Mit Griechenland zum Euro-Sozialismus

Auch wenn es langsam bizarre Züge annimmt und zu nerven anfängt – das Thema Griechenland bleibt leider aktuell und ist brisanter, als sicher manch einer vorstellen kann. Jedem desillusionierten Zeitgenossen war längst klar, was jetzt zur Gewissheit wurde: Griechenland bekommt Geld von Deutschland für seinen Haushalt! Bis zuletzt wurde geleugnet und auch heute noch wird das „Bail-Out“ Wort vermieden, stattdessen windet man sich in Orwellschem Neusprech. Doch der Weg zu weiteren vergleichbaren Aktionen ist vorgezeichnet.

Und es war auch vollkommen klar, denn der Euro ist ja gerade ein Projekt der freiheitsfeindlichen Antidemokraten in allen Euro-Regierungen. Dachten Sie, der würde fallengelassen, weil man dafür Gesetze brechen muss? Das Theater wird fortgesetzt, dem Bürger das Blaue vom Himmel vorgelogen. Man erinnert sich an den mit Euronoten wedelnden Hans Eichel, der stolz wie Bolle die Vorteile des entfallenden Urlaubsumtausches pries oder gar an die früher gemachte Aussage Helmut Kohls, der Euro sei eine Frage von Krieg und Frieden. Für wie zurückgeblieben muss man sein eigenes Volk halten, wenn man damit durchkommen will? Mit Grauen erinnere ich mich an den Propagandafeldzug, der von der damaligen Bundesregierung (die heutige würde das Gleiche tun) veranstaltet wurde, um dem denkenden Bürger jeden Rest von angebrachtem Misstrauen auszutreiben. Und tatsächlich, die Masse ließ sich von dem Irrsinn leider mitreißen und glaubte den Schwachsinn! Das sollte jedem eine Warnung sein und die Sensibilität für die Regierungskritiker erhöhen. Also jetzt stehen 30 Mrd. EUR von den Euroländern und weitere 15 Mrd. vom IWF im Raum. Dummerweise müssen bis 2012 aber 120 Mrd. € refinanziert werden! Der Clou ist auch, dass die 30 Mrd. entsprechend der Anteile der Länder an der EZB gestemmt werden müssen, also auch weitere Pleitekandidaten (Portugal, Spanien, Italien...) mit herhalten müssen. Deren CDSSwaps sind gerade heftig am Steigen. Damit nicht genug, wie üblich werden sich die jetzt genannten Zahlen als viel zu niedrig erweisen! Unsere (noch) höhere Bonität wird also bald dafür benutzt, um Kredite für Griechenland aufzunehmen und diese weiterzureichen. Einfältige Kommentatoren sprachen sogar von einem Zinsgewinn! Sicher, den hatte man auch mit argentinischen Anleihen und anderem Junk, nur dass am Ende die Kredittilgung oft ausbleibt. So wird es auch hier sein. Euro-Europa ist auf dem Wege zu einer durch nichts legitimierten Transferunion, mal wieder auf Kosten des Michels. Schäuble will sich dieses Ei vom Bundestag absegnen lassen, ihm scheint selber unwohl zu sein. Jetzt haben die Professoren, die schon damals gegen das Unheil angingen, eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht angekündigt, um per einstweiliger Verfügung die Zahlung zu verhindern. Man darf gespannt sein, ob sich das Gericht an das Recht hält oder ob es politisch-korrekt und im Sinne der Undemokraten entscheidet. So oder so wird die Aufregung groß sein. Der Vorschlag aus den Reihen der EU, wie in Zukunft mit solchen Krisen umzugehen sei, ist übrigens, die nationalen Haushalte der Mitgliedsländer zu kontrollieren. Auf die Idee, diesen Irrsinn zu beenden und den Ländern wieder ihre Finanzhoheit und eigene Währungen zu geben, kommt niemand. Stattdessen soll die UDSER, Union der sozialistischen Eurorepubliken, geschaffen werden. Unter Totalüberwachung von nicht gewählten Bürokraten. Der Gedankengang liegt nahe, dass genau das von Anfang an geplant war. Auch zur Stützung des völlig wertlosen US-Dollars.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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