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Veröffentlicht von Redaktion "zertifikate kompakt" am 09.04.2009

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 09.04.2009:

Börsenbrief zertifikate kompakt
zertifikate kompakt

Weimer Media Group GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 2000

Mit der richtigen Strategie zum Erfolg

Eines dürften Anleger aus der aktuelle Baisse sowie der Krise der Weltwirtschaft und der Hochfinanz gelernt haben: In diesem Jahr und in den kommenden Jahren liegt der Schlüssel zu überdurchschnittlichem Börsenerfolg nicht mehr in einfachen Indexprodukten, sondern in Anlageprodukten, mit denen spezielle Strategien oder Themen gespielt werden können, die das Potenzial haben, den Gesamtmarkt zu schlagen. Strategie- Zertifikate gehören zu diesen Produkten.

Die Folgen der Finanzkrise reichen wesentlich weiter und in viel mehr Bereiche hinein, als es viele Investoren derzeit sehen. Durch den Zusammenbruch des Investmentbanking-Geschäfts und bedeutender Teile des Kreditmarktgeschäftes werden diese Bereiche möglicherweise auf Jahre als Einnahmequellen für die Banken ausfallen. Einzige Ausnahme sind Banken in einigen Emerging Markets. Aber in den Industrieländern werden sich die Banken und ihre Aktionäre daran gewöhnen müssen, dass man in den kommenden Jahren deutlich weniger verdienen und die Wachstumsdynamik signifikant unter den Boomjahren 1996-2006 liegen wird.


Zeit einfacher Index-Investments ist vorerst vorbei

Folglich ist deshalb auch das Potenzial vieler Bankaktien mittelfristig gedeckelt. Da Bankwerte aber in fast allen Indizes hoch gewichtet sind, bedeutet dies auch, dass die Chancen der großen Indizes in naher Zukunft begrenzt sind. Zumal auch noch die angeschlagenen Auto- und Autozuliefererbranchen prominent in vielen Indizes vertreten sind. In einem kurz- bis mittelfristigen Zeitfenster bieten sich für Anleger deshalb Investments an, die nicht nur einfach einen Index widerspiegeln, sondern sich auf spezielle Trends, Branchen oder Strategien fokussieren. Auf diese Weise kann man die belastenden Branchen umgehen und so eine Outperformance erzielen.


Dafür gibt es drei besonders bekannte Möglichkeiten:

1. Anlageprodukte, die sich auf bestimmte Branchen fokussieren (z.B. Biotech),
2. Anlageprodukte, die sich auf bestimmte Themen fokussieren (z.B. Umwelt oder Emerging Markets & Konsum),
3. Anlageprodukte, die bestimme Investmentstrategien nachbilden.

Die Produkte für den dritten Bereich nennen sich Strategie-Zertifikate. Denn sie basieren auf bestimmten Anlagestrategien. Zu den bekanntesten Anlagestrategien gehören die Trendfolgestrategie, die Value-Strategie, die Momentum-Strategie oder die Dividenden-Strategie.


Mit verschiedenen Anlagestrategien zum Erfolg

Da nun langsam die Dividendensaison beginnt, bietet es sich an, die Dividenden- Strategie in den Fokus zu rücken. Die Dividendenstrategie wurde von Investmentlegende Benjamin Graham, seines Zeichens der Ziehvater von Warren Buffett, erfunden. Ihr zufolge investiert ein Anleger in die Aktien eines Index mit den höchsten Dividendenrenditen. Dementsprechend wird der Korb an Dividendenaktien in einem regelmäßigen Zeitraum neu zusammengesetzt und mit den Aktien aufgefüllt, die dann jeweils die höchsten Dividendenrenditen (geplante Dividende dividiert durch den Aktienkurs) aufweisen. Die Ergebnisse dieser Strategie sind beeindruckend: So machte Wirtschaftsprofessor Jeremy Siegel in seinem Buch „The Future for Investors“, das 2005 erschien, eine erstaunliche Beobachtung: Portfolios, die immer wieder mit den dividendenstärksten Aktien bestückt und deren Dividendenausschüttungen reinvestiert wurden, stiegen fast dreimal so stark an wie die Vergleichindizes, aus denen die Aktien stammten. Also eine Outperformance um den Faktor drei.


Dividendenstrategie schlägt Indizes

Besonders interessant: Ein Backtest von Professor Siegel ergab, dass im Zeitraum zwischen 1871 und 2003 sage und schreibe 97% des neuen Geldes für Aktienkäufe von reinvestierten Dividenden kam. Lediglich 3% des frischen Kapitals stammten aus Kursgewinnen. Kein Wunder, dass die Dividendenstrategie zu den populärsten Anlagestrategien gehört. Im letzten Jahr funktionierte sie jedoch nicht, da die Finanz- und die Autowerte, zwei Sektoren mit traditionell hohen Dividendenausschüttungen, völlig unter die Räder kamen. So hat der DAX im letzten Jahr knapp 35% an Wert verloren. Der DivDAX, der Index für die dividendenstärksten Titel im deutschen Leitindex, verlor im gleichen Zeitraum jedoch über 40%. Inzwischen wurden die Indizes allerdings angepasst, und im letzten Monat schnitt der DivDAX schon wieder besser als der breite deutsche Leitindex ab: Während der DAX im letzten Monat gut 19% zulegte, stieg der DivDAX um knapp 22% an.


Dividendenstrategie für verschiedene Märkte

Inzwischen gibt es zahlreiche Zertifikate auf dividendenstarke Titel aus verschiedenen Indizes. Das bekannteste Beispiel ist der DivDAX, der nur die 15 DAX-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite beinhaltet. Auch auf diesen Index sind zahlreiche Zertifikate erhältlich. Zudem hat der Indexanbieter Dow Jones basierend auf der Dividendenstrategie Indizes für die dividendenstärksten Papiere aus dem EURO STOXX 50 und dem amerikanischen Leitindex Dow Jones entwickelt. Auf den DivDAX und den DJ Euro Stoxx Selected Dividend-Index gibt es neben einfachen Indexzertifikaten auch zahlreiche Bonus-, Garantie- und Alpha-Zertifikate. Was viele Privatanleger nicht wissen: Auch für weniger beachtete Märkte wie Australien oder Japan existieren spezielle Dividendenindizes, auf die ebenfalls Zertifikate emittiert wurden. Sogar abseits der Börsen aus den Industrieländern, gibt es inzwischen auch für einige Emerging Markets Zertifikate, mit denen Anleger die Dividendenstrategie im asiatischen Markt anwenden können.


Zertifikate für asiatische Emerging Markets

Die bekanntesten Dividendenstrategie- Zertifikate für Asien sind das SG Dividend Stars Asia Index-Zertifikat der Société Générale und das DJ Asia Select Dividend Index-Zertifikat der RBS. Das Zertifikat der Société Générale bezieht sich auf den hauseigenen SG Dividend Stars Asia-Index, der sich aus 21 Unternehmen zusammensetzt, die beispielsweise aus Japan, Singapur oder Südkorea kommen. Das Zertifikat der RBS bildet hingegen den DJ Asia Selected Dividend-Index des amerikanischen Indexspezialisten Dow Jones Company ab. Dieser Index beinhaltet 30 Dividendentitel aus verschiedenen asiatischen Ländern und wird jedes Jahr im Dezember neu zusammengesetzt. Aktuell besteht der Index aus Aktien aus den asiatischen Emerging Markets China (H-Aktien), Hongkong, Singapur und Südkorea. Die durchschnittliche Dividendenrendite der darin enthaltenen Werte liegt bei gut 6,5%. Gerade in Phasen, wo es keinen klaren Bullenmarkt gibt, sind solche Renditen sehr attraktiv.  


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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