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Veröffentlicht von Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH am 04.10.2012

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 04.10.2012:

Börsenbrief Aktionärsbrief
Aktionärsbrief

Hans A. Bernecker Börsenbriefe GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Januar 1989

MICROSOFT (WKN: 870 747; 29,76 $) - nehmen Sie die neue Ära vorweg

Diese Empfehlung ist die logische Schlussfolgerung von dem, was sie in der letzten Woche auf Seite 1 des Aktionärsbriefes gelesen haben. Die künftigen Strategien der institutionellen Investoren konzentrieren sich auf Cashflows, Dividenden und sichere, bewährte Geschäftsmodelle bei Großkonzernen. Dabei geht es nicht um starkes Wachstum, sondern um sicher wiederkehrende Erträge. Und es gibt kaum ein Unternehmen, welches diese Merkmale besser widerspiegelt als Microsoft.

Microsoft ist der weltweit führende Hersteller von Standardsoftware. Der hohe Marktanteil bei Betriebssystemen stellt ein Quasi-Monopol dar und erleichtert es Microsoft, neue Techniken über die Windows-Plattform schnell zu etablieren. Seit Jahren befindet sich die Aktie in einer stabilen Seitwärtslage zwischen 22 und 35 $. Nur in der Baisse 2008/09 rutschte der Kurs einmal auf ca. 16 $ durch. Mit dem neuen Anlageverhalten der institutionellen Kapitalsammelstellen könnte dieser Seitwärtstrend bald Geschichte sein. 
 

Auch aus fundamentaler Sicht wird es Zeit, dass die Seitwärtsbewegung beendet wird. In den letzten 10 Jahren hat Microsoft seinen Gewinn je Aktie von 71 Cent auf 2,76 $ in 2010/2011 gesteigert. Der Umsatz wurde im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt. Wie extrem cashflowstark das Geschäft ist, zeigt auch die Tatsache, dass Microsoft in den letzten 4 Jahren seinen Barmittelbestand von 20 auf 63 Mrd. $ hochgefahren hat. Dagegen stehen nur 11,9 Mrd. $ an verzinslichem Fremdkapital. Microsoft sitzt also auf einem Cashberg von netto 51,1 Mrd. $. Das sind 20 % des gesamten Börsenwertes oder rund 6 $ je Aktie. 
 

Das abgelaufene 2011/12-Geschäftsjahr wurde durch einen Einmaleffekt belastet. Microsoft hat den ersten Verlust ausgewiesen, seit das Unternehmen im Jahr 1986 börsennotiert ist. Das gab das Unternehmen am 19. Juli 2012 bekannt. Microsoft erzielte im vierten Finanzquartal einen Verlust von 492 Mio. $. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres erwirtschaftete Microsoft noch einen Gewinn von 5,9 Mrd. $. Der Verlust entstand durch eine Abschreibung von 6,2 Mrd. $ auf das Onlinewerbeunternehmen aQuantive, die Microsoft am 2. Juli 2012 vorgenommen hatte.


Für das laufende Jahr 2012/13 rechnen die Analysten im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 3,02 $. Daraus resultiert ein KGV von knapp 9,8. Cashbereinigt liegt das KGV bei 7,9. Dabei arbeitet Microsoft mit einer operativen Spitzenmarge von knapp 38 %. Der Buchwert wurde innerhalb der letzten vier Jahre von 30 Mrd. $ auf 66 Mrd. $ mehr als verdoppelt. Microsoft arbeitet mit Eigenkapitalrenditen von über 40 %. Deshalb stellt die aktuelle Bewertung der Aktie ein ungemein attraktives Niveau dar. Daraus folgt:


Trotz Krisenmodus der letzten Jahre kann Microsoft seine Kapitalrenditen und Margenstärke halten. Diese Eigenschaft wird für institutionelle Investoren in den nächsten Jahren immer wichtiger. An Microsoft führt damit kein Weg vorbei. Und:


Microsoft steigt im Hightech-Sektor zum heimlichen Dividendenstar auf. Auch das ist ein wichtiges Kriterium für institutionelle Investoren. Mitte September kündigte Microsoft an, die Quartalsdividende um 15 % auf 0,23 $ zu steigern. Oder anders: Microsoft wird im laufenden Jahr insgesamt 0,92 $ Dividende ausschütten. Das entspricht einer Dividendenrendite von 3,08 %. US-Staatsanleihen bringen derzeit eine Rendite von 1,6 %. Damit gehört Microsoft hinsichtlich Dividendenrendite zu den Top 5 im Nasdaq 100. Kritiker bemängeln, dass die Dividendenrendite angesichts der hohen Nettoliquidität noch höher sein sollte. Aber: Nur 9 Mrd. $ der 63 Mrd. $ liegen in den USA. Dieses Geld zurückzuholen wäre aus steuerlichen Gründen unvorteilhaft. Deshalb geht Microsoft einen anderen Weg, der aber mindestens genauso interessant ist: 


Microsoft kauft jedes Jahr für mehrere Milliarden Dollar eigene Aktien über die Börse zurück. Das stützt nicht nur den Kurs, sondern sorgt auch dafür, dass der Gewinn je Aktie überdurchschnittlich stark steigt. Ertragsphantasie liegt im laufenden Geschäftsjahr auch in dem neuen Windows 8-Launch. 


Fazit: Wir rechnen über die nächsten Jahre mit steigenden Kursen bei Microsoft. Ein krisenfestes Unternehmen dieser Größenordnung mit hohen Dividenen, stabilen Cashflows und einer Wachstumsdynamik zwischen 5 und 9 % hat ein KGV von 14 bis 15 locker verdient. Deshalb liegt unser Kursziel auf Sicht von 12 bis 18 Monaten bei 40 bis 42 $.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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