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Veröffentlicht von AB Wirtschaftsdienst GmbH am 13.02.2019

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 13.02.2019:

Börsenbrief Austria Börsenbrief
Austria Börsenbrief

AB Wirtschaftsdienst GmbH - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit Oktober 1987

LPKF vor dem Comeback?

LPKF (ISIN DE0006450000, Euro 7,05) hatten wir im vergangenen August trotz erster Anzeichen eines Turnarounds weiterhin nicht als Kauf gesehen. Damals stand die Aktie bei 8,21 Euro und fiel dann bis Mitte Dezember bis auf 5,10 Euro. Von Mitte Dezember bis Anfang Februar hatte eine Bodenbildung eingesetzt, bevor sich die Aktie in den letzten Tagen dynamisch nach oben absetzen konnte.

LPKF vor dem Comeback?

LPKF (ISIN DE0006450000, Euro 7,05) hatten wir im vergangenen August trotz erster Anzeichen eines Turnarounds weiterhin nicht als Kauf gesehen. Damals stand die Aktie bei 8,21 Euro und fiel dann bis Mitte Dezember bis auf 5,10 Euro. Von Mitte Dezember bis Anfang Februar hatte eine Bodenbildung eingesetzt, bevor sich die Aktie in den letzten Tagen dynamisch nach oben absetzen konnte. Grund dafür war die Meldung, dass die 2018er Jahresziele erreicht wurden und für 2019 und die Folgejahre weiteres Wachstum erwartet wird. 2018 erreichte der Laserspezialist einen Konzernumsatz von 120 Mio. Euro und lag damit am oberen Ende der eigenen Erwartungen (115-120 Mio.) und 18% über dem Vorjahreswert (102,1 Mio.). Die EBIT-Marge erwartet der Hersteller von Lasermaschinen zur Mikromaterialbearbeitung weiterhin am oberen Ende der prognostizierten Spanne von bis zu 6%. Besonders erfreulich ist der in 2018 erreichte Auftragseingang von 140 Mio. Euro, mithin ein Plus von 24% im Vorjahresvergleich (113,2 Mio.), wodurch sich das Book-to-Bill-Ratio mit 1,2 errechnet. Heuer wird „bei einer stabilen Entwicklung der Weltkonjunktur“ mit einem Konzernumsatz zwischen 130 Mio. und 135 Mio. Euro und einer EBIT-Marge zwischen 8% und 12% gerechnet.

Dabei wird auf Basis der aktuellen Auftragslage ein starkes erstes Quartal mit einem Umsatz zwischen 30 Mio. und 35 Mio. Euro erwartet. In den Folgejahren soll die Profitabilität weiter steigen und eine nachhaltige EBIT-Marge von mehr als 12% erreicht werden. Diese Nachrichten reichten aus, um die Aktie binnen einer Woche von unter 5,50 Euro auf über 7,00 Euro zu katapultieren. Günstig ist der Titel nun nicht mehr. Der aktuelle Börsenwert von 173 Mio. Euro ergibt zuzüglich der per letzter verfügbarer Bilanz ersichtlichen Nettoverschuldung von 14 Mio. Euro einen Enterprise Value von 187 Mio. Euro. Auf Basis des für 2019 vom Analystenkonsens erwarteten EBIT von 13,4 Mio. Euro ergibt dies ein EV/EBIT von 14. Erwartet man wie der Analystenkonsens eher optimistisch einen 2020er Umsatz von 140 Mio. Euro bei einer operativen Marge von 12,6%, so sinkt das 2020er EV/EBIT-Multiple auf 10,6. Das wäre zwar nicht teuer, aber Schnäppchen sehen anders aus. Das aktuelle Kursniveau preist somit schon einiges an Optimismus für dieses und nächstes Jahr ein. Anleger sollten dabei bedenken, dass LPKF ein eher stark am Konjunkturtrend hängendes Geschäftsmodell aufweist, da der Absatz der verkauften Spezialmaschinen am Investitionsgüterzyklus hängt.

In Anbetracht der klaren Abwärtssignale bei den Frühindikatoren für die Weltwirtschaft ist die LPKF-Aktie aktuell eine eher spekulative Wette. Trotzdem sehen wir den Titel nun optimistischer als zuvor. Oberhalb von 7 Euro stufen wir die Aktie als neutral ein, bei Kursen deutlich darunter als spekulativ mit geringer Gewichtung kaufenswert.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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