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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 01.04.2010

Eine exklusive Leseprobe des Börsenbriefs der Ausgabe vom 01.04.2010:

Börsenbrief Heibel-Ticker
Heibel-Ticker

Stephan Heibel - veröffentlicht diesen Börsenbrief seit März 2000

Liste der jüngsten Ereignisse

Der DAX notiert heute früh schon über 6.200 Punkten. Den Grund sehe ich in den guten Arbeitsmarktdaten hüben wie drüben: In Deutschland ist die Arbeitslosenquote rückläufig. Nicht nur gegenüber dem Vormonat, sondern erstmals sogar gegenüber dem Vorjahresmonat ging die Arbeitslosenzahl im Monat März zurück. Die Trendwende ist also geschafft, selbst wenn man saisonale Effekte herausrechnet.

Ich muss jedoch zugeben, dass eine Arbeitslosenquote von 8,5% noch lange keine gesunde Wirtschaft widerspiegelt. Bis zur Vollbeschäftigung, die bei etwa 4% Arbeitslosigkeit (fluktuationsbedingt) gesehen wird, ist es noch ein sehr weiter Weg. Doch an der Börse werden Entwicklungen gehandelt, nicht Zustände. Und die Entwicklung geht in die richtige Richtung, also steigen die Kurse. Es ziehen aber auch Wolken auf: In der Solarbranche hat die beschleunigte Förderkürzung unserer Regierung zu heftigen Verwerfungen geführt. Die Dünnschichttechnologie hat ihren Preisvorteil verloren und die Flucht nach vorne bei den Modulproduzenten führt nicht zu dicken Gewinnen bei den Maschinenbauern, sondern zu knallharten Preisverhandlungen. Q-Cells hat diese Woche kräftig Federn lassen müssen, weil eine Beteiligungsgesellschaft des Unternehmens in die Insolvenz gegangen ist. In einem boomenden Markt lässt man eine strategisch wichtige Tochter nicht Pleite gehen und so sehe ich diese Pleite als Warnsignal nicht nur für Q-Cells, sondern für die gesamte Solarbranche an. In meinen Augen sollten Sie die Solarbranche für einige Monate meiden. Google hat als erstes prominentes Unternehmen vorgemacht, wie man seiner Moral folgend auf den chinesischen Markt verzichtet. Die Methoden, mit denen China heute noch immer auf den Weltmärkten kämpft, sind nach unseren westlichen Vorstellungen häufig unfair und nach dem zügellosen Kapitalismus der vergangenen Jahre hat Google eine Diskussion losgetreten, in der auch moralisch-ethische Aspekte berücksichtigt werden. Welches Unternehmen wird als nächstes auf das China-Geschäft verzichten? Am Samstag kommt Apples iPad in die US-Geschäfte und der Hype im Vorfeld dieser Markteinführung war wieder einmal enorm. Ab Samstag wird die Technologiewelt auf den Kopf gestellt, wenn wir Apples Ankündigungen glauben. Sollte das nicht gelingen, so werden Anleger enttäuscht Aktien verkaufen... und zwar die der gesamten Technologiebranche. Denn auch Research in Motion konnte gestern Abend mit seinen Quartalszahlen nicht mehr überzeugen: 35% Absatzwachstum kann mit der Absatzverdopplung von Apple im Jahr 2009 bei weitem nicht mithalten. Gleichzeitig ist der durchschnittliche Verkaufspreis gefallen, die Gewinnmargen sind unter Druck. Auf dem Markt für Smartphones geht man langsam vom Eroberungs- zum Verdrängungskampf über. Die Gewinnmargen dürften dann bei allen Anbietern unter Druck geraten. Daimler will (zwangsweise) einen harten Sparkurs einschlagen, MAN rechnet für das Jahr 2010 weiterhin mit einem Krisenjahr. Von Aufbruchstimmung in das Zeitalter des Elektroautos ist dort nichts zu spüren. Die Automobilbranche als Zugpferd der Deutschen Wirtschaft hat noch einige Hausarbeiten zu machen, bevor mit innovativen Produkten und neuen Automobilkonzepten eine neue Nachfragewelle ausgelöst werden kann. Über die Finanzbranche gibt es in diesen Tagen wieder vermehrt in Artikeln zu lesen, dass eine Sonderabgabe für die Banken unausweichlich kommen werde, man sei sich nur noch nicht über die genaue Ausgestaltung im Klaren. Die Commerzbank hat gemeldet, in den kommenden Jahren weder die Staatshilfen zurückzahlen zu können, noch nennenswerte Gewinne zu erzielen. Ich hatte dies in meiner Detailanalyse über die Commerzbank und die Deutsche Bank herausgearbeitet. Immerhin hat der Markt dieses absehbare Desaster neun Monate ignoriert. Die Wunschanalyse über Rio Tinto kommt zu dem Ergebnis, dass die positiven Entwicklungen auf dem Eisenerz- und Stahlmarkt bereits im Kurs enthalten ist. Ein Investment würde ich derzeit nicht empfehlen. ...So stellt sich die derzeitige Nachrichtenlage ziemlich durchwachsen dar. Die Stimmung an den Märkten ist nach der vorläufigen Lösung der Griechenlandproblematik gut und die Kurse steigen. Der Euro hat in dieser Woche kräftig zugelegt, das Vertrauen in die europäischen Märkte kehrt zurück.

Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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