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Veröffentlicht von Redaktion "Aktien-Newsletter" am 11.11.2009

LEONI: der Autozuliefererbranche eine Chance geben

LEONI: der Autozuliefererbranche eine Chance geben

Die Berichtssaison ist vor allem bei den deutschen Small- und Mid Caps in vollem Gange. Allein diese Woche stehen mehr als 30 wichtige Ergebnisveröffentlichungen an. LEONI hat gestern seine Zahlen vorgelegt und konnte dabei die Erwartungen vieler Marktteilnehmer übertreffen. Der weltweit tätige Automobilzulieferer erfreute zudem mit einem positiven Ausblick auf das Jahr 2010. Die Aktie scheint nicht nur deshalb eine solide Investition zu sein.

Führender Hersteller von Kabelsystemen

Die heute im MDAX notierte LEONI AG ist ein weltweit tätiger Anbieter von Drähten und optischen Fasern, Kabeln und Kabelsystemen sowie zugehörigen Dienstleistungen. Der Konzern beschäftigt rund 48.000 Mitarbeiter in 36 Ländern. Den Grundstein für den heutigen Global Player legte eine kleine mittelfränkische Drahtwerkstatt bereits im Jahr 1596. Damals begann der Franzose Anthoni Fournier mit einer Handvoll Mitarbeitern in Nürnberg mit der Herstellung feinster Gold- und Silberdrähte für kostbare Stickereien, so genannte Leonische Waren. Seine Söhne eröffneten in der Region weitere Fertigungsstätten. Aus diesen Anfängen ging 1917 die Leonische Werke Roth-Nürnberg AG hervor, aus dieser wiederum 1999 die LEONI AG entstand.

Namhafte Kunden

Heute entwickelt, produziert und verbreitet man seine anspruchsvollen Produkte für die Automobilindustrie, aber auch für zahlreiche weitere industrielle Branchen. Als Anbieter von Fahrzeugleitungen ist das Unternehmen bereits Weltmarktführer, bei Bordnetz-Systemen belegt es in Europa den ersten und weltweit den vierten Rang. Darüber hinaus gehört LEONI in allen weiteren Geschäftsfeldern europaweit zu den führenden Herstellern. Zu den Kunden gehören renommierte Firmen wie ABB, Airbus, BMW, Bosch, Continental, DAF, Deutsche Telekom, EADS, Ericsson, Fiat, IBM, Shell, Siemens, SolarWorld, Volvo und VW. Für seine Kunden bietet der Konzern neben maßgeschneiderten Kabellösungen vermehrt komplette Systeme mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten – von der Leitung selbst bis zu den erforderlichen Verbindungs- und Befestigungselementen. Ein wichtiger Trend hierbei ist die ständige Weiterentwicklung des Unternehmens zu einem Entwicklungs- und Systemlieferanten. LEONI arbeitet mehr als gut. Das "Prinzip Qualität" wird beim MDAX-Konzern eigenen Angaben zufolge konsequent gelebt. Es ist Teil der Firmenphilosophie und in allen Kernbereichen fest verankert. Dies belegen wiederholte Auszeichnungen, zum Beispiel als "Top-Arbeitgeber" in Deutschland oder international als "Lieferant des Jahres" von Caterpillar, DAF, Peugeot-Citroën oder Porsche.

Solide Zahlen

Die Weltwirtschaftskrise ist bei diesem Kundenstamm dementsprechend auch an LEONI nicht vorbeigegangen. Dennoch zeigen die jüngsten Zahlen, dass der Konzern auf einem guten Weg ist, an frühere Erfolgszeiten anzuknüpfen. Der Autozulieferer hat im dritten Quartal aufgrund der Wirtschaftskrise zwar erneut einen herben Umsatz- und Gewinneinbruch erlitten, dank einer leichten Nachfragebelebung und dem erfolgreichen Sparprogramm aber erstmals 2009 operativ schwarze Zahlen geschrieben. Eine gute Nachricht. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet man nun Einnahmen von 2,1 bis 2,2 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte diese Kennzahl noch bei knapp 2,9 Mrd. Euro gelegen. Unter dem Strich rechnet die Gesellschaft mit einem Verlust von 140 Mio. Euro, nachdem es im Vorjahr noch 5,2 Mio. Euro Gewinn waren. Trotz des erwarteten Fehlbetrages zeigt der Trend aufwärts. Die Zahlen für das dritte Quartal waren gut und lagen deutlich über den Erwartungen. Auch das Schlussquartal sei viel versprechend angelaufen, hieß es. Demnach ist das Geschäft im Oktober ähnlich gut angelaufen wie im September, der wiederum der bisher stärkste Monat im Jahr gewesen ist. Doch der Konzern will sich nicht nur auf die Auftragslage seiner Kunden verlassen. Auch hausintern will man zur Verbesserung des Ergebnisses beitragen: mit Kosteneinsparungen. An dem Ziel, 2009 insgesamt rund 180 Mio. Euro einzusparen, hält das Unternehmen fest, betonte der Vorstand.

Fazit:

Als Anleger sollte man sich von den gestrigen Abschlägen der Aktie nicht abschrecken lassen. Vielmehr ist es eine Überlegung wert, genau dieses niedrige Kursniveau zum Einstieg zu nutzen, zumal es zwei positive Aspekte gibt, die zu einem längerfristigen Engagement bei LEONI einladen. Zum einen die Tatsache, dass alle denkbaren Sondereffekte in der 2009er-Bilanz verarbeitet werden. Es wird also ein Geschäftsjahr 2010 geben, das transparenter nicht sein könnte. Zum anderen: LEONI ist in Sachen Kapital gut aufgestellt. Die Nettoverschuldung soll bis Ende des Jahres auf unter 500 Mio. Euro zurückgeführt und die Eigenkapitalquote erhöht werden. Nicht zuletzt macht einem der Konzern-Ausblick auf das Jahr 2010 Mut. LEONI will im nächsten Jahr in Annahme einer konjunkturellen Belebung und zahlreicher neuer Modellanläufe bei seinen Autokunden stärker wachsen und rechnet nach eigenen Angaben mit einem Einnahmenplus von rund 10%. Trotz aller Unsicherheiten für die Auto-Branche ist es somit insgesamt erwägenswert, dem Zulieferer eine Chance zu geben.

Derivate-Trading

Investoren, die sich der Risiken bewusst sind, können versuchen, mögliche Kurssteigerungen mit Derivaten zu hebeln. Auf den Basiswert LEONI gibt es dazu auch einige Hebelzertifikate. Interessant davon ist beispielsweise das Mini Long- Zertifikat von HSBC Trinkaus & Burkhardt ( WKN: TB28U6 ). Ausgestattet mit einer theoretisch unbegrenzten Laufzeit liegt die Knockoutschwelle aktuell bei 11,62 Euro. Der Hebel beträgt derzeit rund 4,56.

Anleger sollten sich generell über die erhöhten Risiken beim Handel mit Optionsscheinen bzw. Knockout-Produkten bewusst sein und eine adäquate Limittechnik verfolgen. Sie sollten verstehen, dass der Handel mit Derivaten unter anderem durch die höhere Reagibilität wesentlich risikoreicher ist als der physische Aktienhandel und vornehmlich der gezielten Nutzung von zeitlich fest definierten Marktchancen dient. Aufgrund der Hebelwirkung ist im Vergleich zum physischen Erwerb der Aktie ferner lediglich ein wesentlich geringerer Kapitaleinsatz erforderlich.


Der obige Artikel stellt die Meinung des genannten Autors und/oder der genannten Börsenbrief-Redaktion dar und ist als unverbindliche Information anzusehen und keine Anlageempfehlung.


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